Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt sind nach Erkenntnissen des Münchner Ifo-Instituts nicht mehr ganz so düster. Das Beschäftigungsbarometer der Wirtschaftsforscher stieg im Juli um 0,8 Punkte auf 93. „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser“, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Für eine Trendwende braucht es noch mehr wirtschaftliche Dynamik.“
Sorgenvoll bleibt auch der Ausblick der Arbeitsagenturen in der monatlichen Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) . Angesichts einer rückläufigen Beschäftigung fiel dessen Arbeitsmarktbarometer im Juli um 0,2 Punkte auf 99,4 Punkte. Die Marke von 100 Punkten würde eine neutrale Entwicklung bedeuten, 90 Punkte eine besonders schlechte, 110 Punkte eine besonders gute.
„Die Arbeitslosigkeit steigt seit vier Jahren, aber lange gab es trotzdem noch einen positiven Beschäftigungsausblick“, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. „Angesichts von Wirtschaftskrise und demografischer Schrumpfung reicht es dafür mittlerweile nicht mehr“, betonte er. Die jüngste Eskalation in Nahost mit neuen Ölpreisanstiegen stelle zudem eine zusätzliche Belastung dar.
Das Ifo-Beschäftigungsbarometer war im April noch auf ein Mehrjahrestief gefallen. Derzeit liegt der Wert wieder auf einem relativ ähnlichen Niveau wie in weiten Teilen der vergangenen eineinhalb Jahre.
Doch die Verbesserung gilt nicht für alle Bereiche der Wirtschaft. In der Industrie gab das Beschäftigungsbarometer weiter nach. Dort liegt der Anteil der Unternehmen, die Jobs abbauen wollen, um 18,5 Prozentpunkte höher als der Anteil der Unternehmen, die Jobs aufbauen wollen. Damit fällt der Saldo in diesem Bereich besonders schlecht aus.
Stellenabbau bleibe dort das bestimmende Thema, heißt es vom Ifo. „Nahezu alle Branchen planen mit weniger Personal. Eine positive Ausnahme sind die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen, die ihre Beschäftigung ausweiten wollen.“
Auch im Handel sind die Aussichten mit einem Saldo von minus 15 Punkten schlecht. Hier hat sich das Beschäftigungsbarometer allerdings etwas verbessert.
Auch bei den Dienstleistern ging es nach oben. Mit minus 2,6 Punkten ist der Saldo hier auch weit weniger negativ. „Auch hier besteht jedoch noch eine leichte Tendenz zum Stellenabbau“, heißt es vom Ifo. „Besonders zurückhaltend sind die Unternehmen im Gastgewerbe. Einen Beschäftigungsaufbau planen dagegen die Rechts- und Steuerberatungen.“
Weitgehend unverändert ist die Lage am Bau. „Einstellungen und Entlassungen halten sich hier weiterhin weitgehend die Waage. Die Unternehmen wollen ihren Personalbestand somit in etwa konstant halten“, heißt es vom Ifo - der Saldo liegt hier bei minus 1,1 Punkten.
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