Gold und Magie: Rothenburger Kriminalmuseum auf Schatzsuche | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.03.2023 09:44

Gold und Magie: Rothenburger Kriminalmuseum auf Schatzsuche

Mit welchen Hilfsmitteln wurde nach Schätzen gesucht? Museumsleiter Dr. Markus Hirte zeigt unter anderem verschiedene Wünschelruten in der Ausstellung. Auch Magie spielte eine wichtige Rolle. (Foto: Simone Hedler)
Mit welchen Hilfsmitteln wurde nach Schätzen gesucht? Museumsleiter Dr. Markus Hirte zeigt unter anderem verschiedene Wünschelruten in der Ausstellung. Auch Magie spielte eine wichtige Rolle. (Foto: Simone Hedler)
Mit welchen Hilfsmitteln wurde nach Schätzen gesucht? Museumsleiter Dr. Markus Hirte zeigt unter anderem verschiedene Wünschelruten in der Ausstellung. Auch Magie spielte eine wichtige Rolle. (Foto: Simone Hedler)

Wenn man die Johanniterscheune betritt, faucht einem von der Wand der Feuerdrache Smaug aus dem Film „Der Hobbit“ entgegen, der den sagenhaften Zwergenschatz bewacht – die erste von mehreren Multimediainstallationen der neuen Sonderausstellung „Schatz und Schatzsuche“ im Mittelalterlichen Kriminalmuseum in Rothenburg.

Aktuell wird an allen Ecken geschraubt und gebaut. Bis die Ausstellung am 30. April eröffnet wird, ist einiges zu tun. Auch in den Vitrinen gibt es noch einige Lücken. „Die letzten Ausstellungsstücke kommen erst einen Tag vor der Eröffnung an“, sagt Dr. Markus Hirte, Geschäftsführer des Museums. Denn neben Objekten aus dem eigenen Haus werden auch Leihgaben aus insgesamt 20 Archiven, Privatsammlungen und Museen zu sehen sein – unter anderem aus dem RothenburgMuseum.

Warum Menschen nach Schätzen suchen

Gold- und Silbermünzen, Grabwerkzeuge, Wünschelruten und vieles mehr haben die drei Kuratoren der Ausstellung – neben Hirte sind das der Historiker Dr. Johannes Dillinger und die Archäologin Birgit Kata – zusammengetragen und mit spannenden Informationen gespickt. Drei große Fragen wollen sie dabei beantworten: Warum suchen die Menschen nach Schätzen, seit wann tun sie das und wie hat sich das im Laufe der Zeit verändert?

„Wir haben sehr lange überlegt, welches Ausstellungsthema wir wählen, um auf möglichst breites Interesse zu stoßen“, so Hirte. „Vor allem sollte es auch familienkompatibel sein.“ Herausgekommen ist ein facettenreicher Streifzug durch die Geschichte, der nicht nur erklärt, warum und wo Schätze vergraben wurde. Es geht auch darum, welche Rolle die Magie bei der Suche spielte und warum schon ein kleines Husten alles zunichte machen konnte.

Natürlich kommen auch juristische Aspekte nicht zu kurz, immerhin spielt das Ganze ja im Kriminalmuseum. Dabei stehen zwei Aspekte im Fokus: Wie wird mit den Schatzsuchenden umgegangen? Und: Wie wird so ein Fund aufgeteilt?

Alte Frage: Wem gehört ein Schatz?

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch gehört ein Schatz zur Hälfte dem Finder, zur Hälfte dem Grundeigentümer. Wo diese Hadrianische Teilung noch gilt und welche Rolle der Staat dabei spielt – auch darauf gibt die Ausstellung Antworten.

In Bayern wird dieses Thema derzeit kontrovers diskutiert: Es geht darum, ob ein sogenanntes Schatzregal eingeführt werden soll. Dann dürften Entdecker ihren Fund nicht mehr behalten, sondern müssten ihn an staatliche Behörden abgeben. „Die Entscheidung steht kurz vor der Ausstellungseröffnung an“, erklärt Hirte. Je nach Ergebnis haben er und seine Mitarbeitenden verschiedene Versionen der Infotafel zum Thema vorbereitet.

Ausstellung bis 2024 in der Johanniterscheune

„Seit fünf Jahren arbeiten wir nun an dieser Ausstellung“, sagt Dr. Hirte. Über 100 Exponate, Informationstexte, Filme, ein Ausstellungskatalog: Das ist viel Arbeit für das Museumsteam. Die Multimediastationen zum Beispiel haben sie selbst bestückt, teilweise in Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen des Kriminalmuseums. Bis Dezember 2024 bleiben die Schätze in der Johanniterscheune. Dazu wird es wieder ein Rahmenprogramm geben: Vorträge und Sonderführungen – etwa im Rahmen des Märchenzaubers.

Danach soll die Ausstellung digitalisiert werden und damit auch in Zukunft im Museum zur Verfügung stehen. „So haben wir das schon mit mehreren Sonderausstellungen gemacht“, meint Hirte. Mit den „Tieren in der Rechtsgeschichte“ zum Beispiel, oder mit „Luther und die Hexen“.

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