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Veröffentlicht am 30.07.2026 16:36

Gebrauches E-Auto kaufen: Bestehen Sie auf dieses Dokument

Auf die lange Sicht: Je fitter der Antriebsakku im E-Auto ist, desto länger die mögliche Reichweite. (Foto: Florian Schuh/dpa-tmn)
Auf die lange Sicht: Je fitter der Antriebsakku im E-Auto ist, desto länger die mögliche Reichweite. (Foto: Florian Schuh/dpa-tmn)
Auf die lange Sicht: Je fitter der Antriebsakku im E-Auto ist, desto länger die mögliche Reichweite. (Foto: Florian Schuh/dpa-tmn)

Ein Gebrauchtwagenkauf birgt immer ein gewisses Risiko. Daher gibt es viele Tipps, die im Grunde natürlich auch für E-Autos gelten. Wie ist der Allgemeinzustand, was sagen die Unterlagen? Aber freilich ist es der Antrieb anders. Und bei E-Autos ist der zentrale und auch teuerste Baustein: die Antriebsbatterie.

Wie gut die noch in Schuss ist, lässt sich leider nicht von außen erkennen. Daher sollten Käufer aktiv nach einem Zertifikat zum Zustand der Batterie fragen, rät die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ (ISAK). Dieses Dokument beschreibt den Gesundheitszustand der Batterie - den SoH-Wert (State of Health). Solche Zertifikate nach unterschiedlichen Messmethoden stellen unter anderem Autoclubs und Prüforganisationen aus.

Die erzielbare Reichweite sinkt mit der Zeit

Vereinfacht gesagt beschreibt der SoH das Verhältnis der aktuellen Batteriekapazität zum Neuzustand. Ein Wert von 100 Prozent bedeutet: Die Batterie kann so viel Energie speichern wie am ersten Tag. Sinkt der Wert, ist weniger Reichweite verfügbar. 

Als - grobe - Orientierung könnten dabei Erfahrungswerte des ADAC dienen, wonach SoH in der Regel solche Werte haben sollten:

  • bei 50.000 km: mindestens 92 Prozent
  • bei 100.000 km: mindestens 88 Prozent
  • bei 150.000 km: mindestens 84 Prozent
  • bei 200.000 km: mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Akkukapazität. 

Am Ende ist auch der Akku nur ein Verschleißteil, das zwar lange hält, aber prinzipbedingt über die Zeit und mit der Nutzung altert, so der ADAC. Das lasse sich nicht verhindern: „Je mehr Ladezyklen, desto stärker die Alterung.“ 

Apropos Reichweite. Schon die original vom Hersteller angebende Normreichweite sollte mit Vorsicht als grober Anhaltspunkt verstanden werden.Denn in der Realität beeinflussen Fahrweise, Außentemperatur, Heizung oder Klimaanlage die tatsächliche Reichweite deutlich.

Wer ein E-Auto gebraucht kaufen will, sollte fragen:

  • Wie weit kam das Auto beim Vorbesitzer im Alltag?
  • Wie wurde es überwiegend geladen? Wurde der Akku regelmäßig sehr voll geladen oder sehr leer gefahren? Ein Bereich zwischen 20 und 80 Prozent gilt als batterieschonend. Und vom Grundsatz her beschleunigt häufiges Schnellladen den Alterungsprozess.
  • Apropos Schnellladen: Ist das Auto überhaupt schnellladefähig? Und welche Ladeleistung unterstützt es an AC (Wechselstrom)- und DC (Gleichstrom)-Schnellladepunkten?
  • Ist noch Restgarantie vorhanden? Denn viele Hersteller gewähren eine Batteriegarantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Das heißt in der Praxis oft, dass sie greift, wenn die nutzbare Kapazität unter 70 Prozent fällt. Allerdings unterscheiden sich die Bedingungen im Einzelfall.Wichtig: Lässt sich die Garantie auch auf die Folgebesitzer übertragen?
  • Sind alle originalen Ladekabel und Zubehörteile komplett vorhanden. Das Serviceheft und Prüfprotokolle auch? Wurden bekannte Mängel, Rückrufe oder technische Änderungen offengelegt?

Der ADAC stellt eine kostenfreie Kaufvertragsvorlage für gebrauchte Elektrofahrzeuge im Netz zur Verfügung. 

Zur Initiative „Sicherer Autokauf im Internet„ (ISAK), zu der ADAC, AutoScout24, Kleinanzeigen, „mobile.de“ und die Polizeiliche Kriminalprävention.

© dpa-infocom, dpa:260730-930-462295/1


Von dpa
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