Durch veränderte Beschilderung an einigen Stellen ist es für Radlerinnen und Radler im Stadtgebiet theoretisch zwar besser geworden. Die Verantwortlichen des Klimabündnisses sehen bei dem komplexen Thema im Alltagsbetrieb auf der Straße aber nach wie vor viele Probleme und hoffen, dass das Rathaus dran bleibt.
Die Gruppe trete ein „für ein gedeihliches Nebeneinander aller“, die im Stadtgebiet unterwegs seien, ob nun zu Fuß, mit dem Auto oder dem Rad, betonen die Sprecherinnen Susanne Borée und Dr. Gertrud Overmans in einer Mitteilung.
Einige von der Stadtverwaltung umgesetzte Nachbesserungen seien diesbezüglich sehr hilfreich gewesen, betonen die beiden und meinen hier vor allem die an bestimmten Durchgangsstraßen nun „konsequenter“ geregelte Beschilderung zum freiwilligen Nutzen von Fußgängerwegen durch Radlerinnen und Radler. Diese könnten nun unter anderem im westlichen Bereich der Oberen Bahnhofstraße, in der Schlachthofstraße sowie entlang der Nördlinger oder der Würzburger Straße je nach Verkehrsaufkommen die Fahrbahn oder den Gehweg benutzen.
Konflikte blieben in der Praxis aber nicht aus. So sorge es mitunter für Unverständnis bei Pkw-Lenkenden, wenn ein Radler an einer Stelle, an der beides erlaubt sei, auf der Straße fahre und nicht gut überholt werden könne. Es habe aber oft Gründe, als Radler nicht den ebenfalls nutzbaren Gehweg zu nehmen, vor allem, wenn dort eine hohe Frequenz an Fußgängern sei, die sich vielleicht von Radlern belästigt fühlen könnten.
Der Schritt, für Radler durch entsprechende Beschilderung zusätzliche offiziell erlaubte Optionen zu schaffen, sei aber richtig gewesen, betonen die Sprecherinnen des Klimabündnisses. Es gebe da noch weitere Spielräume für Verbesserungen bei der Beschilderung. Hier eine Bestandsaufnahme zu machen und Lösungsideen zu entwickeln, biete sich im Rahmen eines Radverkehrskonzepts an, das für das Stadtgebiet dringend gebraucht werde.
Die Notwendigkeit eines solchen Leitfadens werde im Stadtrat „nach unserer Information“ nicht bezweifelt, betonen die Sprecherinnen, die hoffen, dass die Kommune dann auch Gelder freigibt. Mittel könnten dafür durchaus bereitgestellt werden, erklärte dazu auf Anfrage der Redaktion Kämmerer Franz Fisch. Voraussetzung sei aber, dass für das Projekt auch eine staatliche Förderung zu bekommen sei. Hier stehe eine Zusage noch aus.
Ein großes Manko ist aus Sicht des Klimabündnisses, dass sich an bestimmten Durchgangsstraßen im Stadtgebiet separate Schutzstreifen für Fahrräder gar nicht realisieren lassen würden, weil die Fahrspur dort zu schmal ist. Solche Streifen wenigstens abschnittsweise zu verwirklichen, sei aus Sicht des Staatlichen Bauamts in Ansbach unvorteilhaft, weil unerfahrene Radlerinnen und Radler mit wechselnden Spurführungen entlang einer Strecke überfordert sein könnten.
Ihr Bedauern äußerten die Sprecherinnen darüber, dass das Volksbegehren für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur im Freistaat Bayern derzeit auf Eis liegt, weil das Innenministerium es zur Prüfung beim Verfassungsgericht eingereicht hat. Ob es zugelassen werde und daraus irgendwann auch konkrete Umsetzungsvorgaben für den Staat und die Kommunen entstehen könnten, müsse abgewartet werden. Unabhängig davon werde das Klimabündnis seine Bemühungen auf örtlicher Ebene aber fortsetzen und weiter für mehr gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer werben.
Die Gruppe, so Susanne Borée und Dr. Gertrud Overmans, sei „weiter dialogbereit“ und werde bei der Stadtmosphäre Ende April mit einem Infostand vertreten sein.