Für mehr Lebensqualität: Schwerstbehinderter aus Wilhermsdorf braucht neuen Rolli | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.09.2025 20:18

Für mehr Lebensqualität: Schwerstbehinderter aus Wilhermsdorf braucht neuen Rolli

Elisa, Jasmin und Christof Bien (von links) kümmern sich neben ihrer Mama um den schwerstbehinderten Bruder und Schwager Florian. Der 1999 geborene junge Mann ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. (Foto: Ute Niephaus)
Elisa, Jasmin und Christof Bien (von links) kümmern sich neben ihrer Mama um den schwerstbehinderten Bruder und Schwager Florian. Der 1999 geborene junge Mann ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. (Foto: Ute Niephaus)
Elisa, Jasmin und Christof Bien (von links) kümmern sich neben ihrer Mama um den schwerstbehinderten Bruder und Schwager Florian. Der 1999 geborene junge Mann ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. (Foto: Ute Niephaus)

Es geht um Lebensqualität, um soziale Teilhabe am Alltag und vor allem darum, ohne Schmerzen längere Zeit im Rollstuhl sitzen zu können. Der mehrfachbehinderte Florian Bien aus Wilhermsdorf, der eine spastische tetraplegische Zerebralparese hat, braucht dringend einen neuen maßangefertigten Rolli. Doch dafür fehlt der Familie das Geld.

„Wir kämpfen jetzt schon seit zwei Jahren. Über die zuständigen Stellen konnten wir bisher nichts erreichen”, sagt seine Schwester Jasmin Bien. Sie, ihr Bruder Christof und Schwägerin Elisa Bien unterstützten Mutter Ria bei der Versorgung und Betreuung von Florian. Der kam 1999 durch einen Sauerstoffmangel, der, wie die Familie betont, durch einen Ärztefehler bei der Geburt verursacht worden war, mehrfach behindert zur Welt.

Er hat Pflegestufe 5 und braucht rund um die Uhr Betreuung. Diese übernimmt seine Mutter mit viel Liebe und Geduld, wie ihre Kinder und die Schwiegertochter unterstreichen. Florian Bien kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht alleine essen und generell nicht alleine sein.

Sein Rücken wird immer krummer

„Wir brauchen dringend eine Lösung wegen des Rollstuhls”, unterstreicht Jasmin Bien verzweifelt. Die Krankenkasse würde zwar einen zahlen, aber der wäre nicht maßangefertigt. Durch seine Behinderung ist der 26-Jährige aber auf ein maßgefertigtes Modell angewiesen. Sein deformierter Rumpf verändert sich, und Florian wird immer krummer, erzählen seine Geschwister. „Wir können mit ihm keinen Ausflug unternehmen, keine Familienfeiern besuchen.” Selbst zum Essen kann er aufgrund des nicht passenden Rollstuhls, der in seinem Zimmer in der Ecke steht, nicht mehr mit am Tisch sitzen.

Florian Bien kann nur noch maximal 30 Minuten in seinem aktuellen Rolli sitzen. „Danach schreit er vor Schmerzen und sein Körper weist Druckstellen auf.” So kann es nicht weitergehen. Deshalb bittet man schweren Herzens um Hilfe. Vor allem, da die Familie Ende April eine weitere schreckliche Nachricht erhielt: Bei ihrem Vater, der seine Frau seit der Geburt des Sohnes bei der Pflege unterstützte, wurde Darmkrebs diagnostiziert.

Nach einem kurzen Kampf gegen die Krankheit starb er Mitte 2025. Seither unterstützt der Rest der Familie die Mutter tatkräftig. Die 32-jährige Jasmin Bien hatte bereits ihren Job aufgegeben, um bei der Pflege des Vaters zu helfen und tut dies nun bei ihrem Bruder. „Wir haben unserem Vater versprochen, als Familie zusammenzustehen und uns aufeinander zu verlassen”, sagt Schwiegertochter Elisa Bien, ihr Mann nickt.

Situation verschärfte sich durch den Tod des Vaters

Durch den Tod des Vaters verlor sein Sohn eine wichtige Bezugsperson und die finanzielle Situation wurde nun noch angespannter. Die Anschaffung des Rollstuhls aus eigenen Mitteln rückte deshalb in noch weitere Ferne. Denn schon zuvor musste vieles erworben werden, das Geld war knapp.

Da ist etwa das behindertengerechte Auto, mit dem Florian Bien zum Beispiel in die Förderstelle der Lebenshilfe gefahren wird, in der er wochentags einige Stunden verbringt. Der Treppenlift musste inzwischen durch einen Aufzug ersetzt werden. Das kostete viel Geld, das man eigentlich nicht hat.

Den Großteil seines Lebens verbringt Florian Bien in seinem Bett, das der Vater selbst baute, ebenso wie den Wickeltisch in dem in frischen Farben gestrichenen Zimmer. Über dem großen Bett hängt ein Familienbild, auch im Wohnzimmer finden sich viele Fotos an der Wand, die Florian Bien in allen Altersstufen zeigen.

Der neue Rollstuhl würde rund 48.500 Euro kosten

Man sieht, wie sich sein Zustand verändert, ein Lächeln immer seltener sein Gesicht erhellt. „Er bekommt vieles mit”, merken seine Geschwister an. Auch wenn er sich nicht verständigen könne, wisse er, was man ihm versprochen habe. Als wenn er es gehört hätte, huscht ein Grinsen über sein Gesicht, er wirkt schlagartig ruhiger.

Für die Kinder, die Schwiegertochter, den Schwiegersohn und Ria Bien ist es wichtig, dass Florian Bien wieder am Leben teilhaben kann, so wie früher, als er dank seines Rollstuhls zur Kirchweih, auf den Fußballplatz, zu Ausflügen und zu Feiern mitkommen konnte, Teil der Gemeinschaft war und soziale Teilhabe etwas Alltägliches war. Der neue Rollstuhl würde rund 48.500 Euro kosten. „Das Geld haben wir nicht”, sagt Jasmin Bien, mit Tränen in den Augen.

Schweren Herzens entschloss man sich nun zu einem Spendenaufruf, um das nötige Geld zusammenzubekommen. „Irgendwie rocken wir das”, sagen sie und sprechen sich gegenseitig Mut zu. Wenn der nötige Betrag zusammen und der lang ersehnte, dringend nötige neue Rollstuhl endlich da ist, würden sie gerne noch einen letzten Wunsch des Vaters erfüllen, den sie ihm auf dem Sterbebett gaben: Sie wollen zusammen mit Florian Bien an die Nordsee fahren, auch wenn ihr Papa nicht mehr dabei sein kann.

Wenn Sie Florian Bien mit Ihrer Spende unterstützen wollen, geht das über unsere Aktion „FLZ-Leser helfen”:
Sparkasse Ansbach
IBAN DE93 7655 0000 0000 2774 00
BIC: BYLADEM1ANS
Stichwort: FLZ-Leser helfen Florian Bien
Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

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