Vor den ersten Testspielen der SpVgg Ansbach in der Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Regionalliga hat sich Niklas Reutelhuber auf den Highway to Hell begeben. Vom AC/DC-Konzert in Prag will der Trainer aber rechtzeitig zum Spiel beim TSV Absberg (Freitag, 27. Juni, 18 Uhr) zurück sein und das Team trotz der vermutlich von den Höllenglocken noch dröhnenden Ohren betreuen.
Power-Up-Tour haben die alternden Hardrocker ihre Konzertserie überschrieben. Ähnliches versucht Reutelhuber seit rund zwei Wochen mit seinen Kickern: Kraft gewinnen, Fähigkeiten verbessern.
„Bisher bin ich sehr zufrieden, wir haben intensiv gearbeitet“, sagt Reutelhuber. Shoot to Thrill könnte also das Motto gegen den Kreisligisten lauten, den die nullneuner zum 50-jährigen Bestehen mit einem Besuch beehren. Mit 38 Punkten aus 26 Spielen und 43:39 Toren ging der TSV als Sechster der Kreisliga West über die Ziellinie. Trainiert wird der TSV Absberg von Pascal Schärtel, einst im Nachwuchs des 1. FC Nürnberg und dann für den SV Seligenporten in der Regionalliga aktiv.
Die Absberger Sportanlage ist nur wenige Meter vom Brombachsee entfernt, der sich wieder gefahrlos für ein Erfrischungsbad nach dem Spiel anbietet, seit die Polizei aggressiven Fischen dort mit Kurzwaffen zu Leibe rückt. Die sportlich größere Herausforderung dürfte am Samstag, 28. Juni, ab 14 Uhr in Muhr am See der FC Ingolstadt II aus der Bayernliga werden. Zu einem Shot Down in Flames sollte das Spiel für die Ansbacher aber trotz einer Trainingseinheit am gleichen Tage nicht werden.
Nicht einsatzfähig ist nach wie vor Matthias Hahn (Schambeinentzündung). Die Neuzugänge Noah Zerihun Gebre und Johannis Zimmermann sind angeschlagen.
Veränderungen haben sich bei den Ansbachern nicht nur im Spielerkader, sondern auch im Trainerstab ergeben. Der neue Co-Trainer Matthias Rascher hat seine Arbeit aufgenommen, zu der unter anderem Standardsituationen gehören – die der Gegner und die der eigenen Mannschaft.
Der 38-jährige aus Mönig schaffte vergangene Saison als Cheftrainer mit dem SV Unterreichenbach den Klassenerhalt in der Landesliga. Im entscheidenden Relegationsspiel überrumpelte seine Elf den Gegner und lag nach einer halben Stunde mit 5:0 vorne. Verdienst auch des Trainers, der den Gegner ganz offenbar gut analysiert hatte.
Wir haben ein bisschen was einstudiert.
„Wir haben ein bisschen was einstudiert“, meinte Rascher hinterher vielsagend.
Ob sein Input bei den nullneunern ähnlich durchschlagenden Erfolg hat, wird sich zeigen. Rascher hospitierte in den vergangenen Monaten immer mal wieder bei den Ansbachern, sein Gesicht war beim Trainingsstart gut bekannt. Er ist also kein Shot in the Dark.
Anmerkung: Über den Text verstreut sind Songtitel von AC/DC.