Bessere und sichere Wege für Radler und Fußgänger, das hat sich „Rad Windsheim” auf die Fahne geschrieben. Seit 2023 organisiert die Initiative jährlich eine Rad-Demo, damit will sie auf Gefahrenstellen hinweisen und dafür kämpfen, dass vorliegende Konzepte umgesetzt werden. Am Freitag startet die dritte Rad-Demo um 16 Uhr am Bahnhof.
Die Enttäuschung bei den Mitgliedern, dass einfach nichts von den Vorschlägen, die eingebracht werden, umgesetzt wird, ist groß. Das wird bei einem Pressegespräch im Vorfeld der Rad-Demo klar. Deshalb soll die diesjährige Aktion der Startschuss für eine Petition sein, in der die „Rad Windsheimer” und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer die Umsetzung sämtlicher Verbesserungsvorschläge fordern. Die soll in der Oktobersitzung in den Stadtrat eingebracht werden, wie Matthias Oberth von der Initiative und zugleich auch SPD-Stadtrat erläutert.
Piktogramme seien kürzlich aufgemalt worden, beispielsweise in der Wiebelsheimer Straße und in der Schützenstraße. „Die Rad-Demo rückt näher, jetzt kommt wieder etwas Schwung rein”, findet Oberth. Allerdings nur oberflächlich. Die aufgemalten Zeichen halten maximal ein halbes Jahr, schätzt Andreas Buchner.
Eine Lösung mit Heißplastik hätte der Verkehrsingenieur für sinnvoller und langlebiger erachtet. Den Vorschlag konnte er aber nicht machen, weil die Initiative nicht gefragt wurde. Und das, obwohl Bürgermeister Jürgen Heckel Oberth sogar gebeten hatte, dass er und die „Rad Windsheimer” Verbesserungsvorschläge machen, die schnell umzusetzen sind.
Es sei schon „lobenswert”, dass etwas passiert. Matthias Oberth wünscht sich aber, dass mit den Experten Rücksprache gehalten werde. Freilich habe der Stadtrat ein Radwegekonzept auf den Weg gebracht. Das könne aber weder finanziell noch personell ad hoc umgesetzt werden und bei manchen Ideen könne man im Gespräch auch „kostengünstigere, aber effektive Alternativen” finden. „Unbürokratische, pragmatische Lösungen wären schön”, sagt Oberth – und Buchner fügt an: „Es geht definitiv alles viel zu langsam in Bad Windsheim.”
Die Situation in der Weyknechtstraße am Bahngleis zwei zum Beispiel sei für Radfahrer laut Oberth eine Zumutung, genau wie die Einmündung der Hilpert-Ellrod-Promenade in die Schützenstraße. Dort sei die Beschilderung zudem „einfach falsch”, wie Buchner ergänzt. Für die erste Situation sei bei einem Ortstermin eine Lösung besprochen worden, allerdings (wie bei vielen anderen Vorschlägen) sei diese „seit mehr als einem halben Jahr” nicht angegangen worden, genau wie die längst vom Stadtrat beschlossene Instandsetzung des Südrings, die einzige Fahrradstraße in Bad Windsheim, kritisiert Oberth.
Gerd Hermann und Andreas Buchner haben bereits Straßen vermessen, um darzulegen, dass beispielsweise ein Radschutz-Streifen in der Illesheimer und Nürnberger Straße sowie „Am Schießwasen” und in der Schützenstraße ausgewiesen werden könnten. Die Zahlen habe man Ordnungsamtsleiter Kevin Wießner vorgelegt. Der wiederum antwortete schriftlich, dass er die Daten nicht verwenden könne und für verlässliche Ergebnisse ein Büro beauftragen müsse.
Aus Wießners Sicht als Leiter der Behörde könne man das „vielleicht schon nachvollziehen”. Oberth wünsche sich aber „unbürokratische, pragmatische Lösungen” und die Einbeziehung von Menschen, die täglich mit dem Rad in der Stadt unterwegs sind. Neben den Schutzstreifen wünscht sich die Initiative beispielsweise eine Fahrradstraße, die durch den Schweden-, Hainser- und Spitalwall führt, mit „fahrradtauglichem Straßenbelag”, heißt es in der Petition. Verbunden mit den Straßen, die bereits einen Schutzstreifen haben, könne ein „fahrradfreundlicher Ring” um die Altstadt gebildet werden.
Bei der Raddemo am Freitag, 19. September, sollen diese Themen und noch viele weitere, angesprochen werden. Beginn ist um 16 Uhr am Bahnhof in Bad Windsheim, mitfahren dürfen neben Fahrrädern auch (E)-Scooter und Inlineskates.
Eine Fahrradstaffel der Polizei begleitet die Demo auf ihrer Route, die unter anderem über die Eisenbahnstraße, Wehyknechtstraße, durch den Kurpark, Bodenfeldstraße und Berliner Straße zum Kreisverkehr in der Illesheimer Straße und von dort aus über den Südring, den Bauhofwall, die Nürnberger Straße, Schießwasen und Schützenstraße, Ostring und weiter durch die Innenstadt zum Schlusspunkt am Marktplatz führt. Zwischendurch sind immer wieder Stopps geplant, an denen gefährliche Situationen gezeigt und Verbesserungsvorschläge vorgestellt werden sollen.