Veröffentlicht am 30.06.2022 12:50

Enkelin in Haft: 90-Jähriger lässt Schockanrufer abblitzen

Mit Schockanrufen bei Senioren wollen Betrüger immer wieder an Geld kommen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)
Mit Schockanrufen bei Senioren wollen Betrüger immer wieder an Geld kommen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)
Mit Schockanrufen bei Senioren wollen Betrüger immer wieder an Geld kommen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)

Ein 90-Jähriger hat sich von einem Betrüger am Telefon nicht täuschen lassen. Er sollte 20.000 Euro überweisen.

In Wettringen bei Rothenburg erhielt der Senior am Mittwoch einen Anruf. Er wurde aufgefordert, sofort 20.000 Euro zu zahlen, da seine Enkelin angeblich nach einem Unfall inhaftiert wurde. Deshalb sollte er nun eine Kaution in dieser Höhe übernehmen, damit die Enkelin wieder freigelassen wird. Der Wettringer blieb aber misstrauisch und ließ sich nicht täuschen. Er fragte beharrlich nach, bis der Anrufer wieder auflegte.

Mit solchen Schockanrufen versuchen Betrüger immer wieder, Leute unter Druck zu setzen. Meist wird behauptet, Kinder oder Enkel seien nach angeblichen Unfällen in Not, die durch eine sofortige Zahlung beseitigt werden könne.

Die Betrüger bieten häufig an, Bargeld an der Haustür abzuholen oder mit den Senioren zum Geldautomaten oder zur Bankfiliale zu fahren. Die Opfer werden zufällig ausgesucht. Oft versuchen die Täter, über früher übliche Namen im Telefonbuch Senioren zu finden

Eine andere Masche sind derzeit Anrufe von falschen Bankmitarbeitern. Drei Menschen aus Westmittelfranken hatten in der vergangenen Woche mehrere tausend Euro verloren, weil sie den Betrügern am Telefon TAN-Nummern mitgeteilt hatten. Damit wurde dann Geld von ihren Konten überwiesen.

Die tatsächlichen Empfänger sitzen im Ausland und lassen sich in der Regel nicht ermitteln, weil die Empfängerkonten sofort wieder aufgelöst werden und mit falschen Personendaten eröffnet wurden.

Manfred Blendinger

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