Über Jahrzehnte kämpfte die Gemeinde Ipsheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) für die Beschrankung der Bahnübergänge in der Waldstraße und in der Hohenecker Straße – allen voran Hans Herold, Ex-Bürgermeister, Landtagsabgeordneter a.D. sowie stellvertretender Landrat. Im Juni 2024 hatten die Bauarbeiten begonnen, am Mittwoch wurden die Schranken nun eingeweiht.
Zur Feierstunde gekommen waren Vertreter aus der Politik, der Gemeinde, des Landkreises, aber auch der Deutschen Bahn (DB). Zwar öffneten die Bahnübergänge schon kurz vor Weihnachten – weil das Projekt aber eine lange Geschichte voller Engagement mit sich trage, sollte es auch eine offizielle Einweihung geben, erläuterte Landrat Dr. Christian von Dobschütz.
Er betonte, dass „Verkehrssicherheit kein Zufall ist“, sondern ein Produkt „gezielter Maßnahmen“. Das Projekt sei ein Symbol dafür, dass es in der Politik einen langen Atem brauche, zitierte er Herold. 28 Jahre habe es schließlich vom „Erstaufschlag“ des Schranken-Themas in Ipsheim bis jetzt gedauert.
„Was lange währt, wird endlich gut. Selten passt das Sprichwort so gut wie bei uns in Ipsheim. Beharrlichkeit war hier ein großer Faktor“, meinte auch Bürgermeister Stefan Schmidt. Sein Dank galt zudem den Bürgern, welche die Beeinträchtigungen während der sechsmonatigen Bauphase meist geduldig ertragen hatten.
„Ich bin froh, dass du dabei bist, Hans. Denn eigentlich sind es deine Bahnschranken“, fand Schmidt. „Das ist für mich heute ein ganz besonderer Tag“, betonte Herold. Schon 1996 hatte die Kommune aufgrund einiger Unfälle an den Bahnübergängen eine Verkehrsschau beantragt, mit dem Ziel, diese zu beschranken. Auch weil der Bereich einen Schulweg darstellt – das Kindeswohl sei gefährdet gewesen. 2000 seien die Anträge für die Schranken gestellt worden. Lange sei man auf taube Ohren gestoßen. Drei Landräte und drei Bürgermeister hätten sich an dem Thema „die Zähne ausgebissen“.
Aber auch andere Mandatsträger wie Christian Schmidt, früherer kommissarischer Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, heute Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, setzten sich für eine Beschrankung ein. 2019 gab es eine „denkwürdige Besprechung im Ipsheimer Rathaus“, bei der auch Klaus-Dieter Josel, früherer DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern, zu Gast war. „Dieses harte Gespräch werde ich nie vergessen“, fand Christian Schmidt seinerzeit recht deutliche Worte, so Herold.
Positiv bewertete Bürgermeister Stefan Schmidt, dass sich die Kommune nicht mehr mit einem Drittel an den Kosten beteiligen musste. Rund 3,1 Millionen Euro Investitionskosten für beide Bahnübergänge seien angefallen, erläuterte Ismail Ataman von der DB. Die Kosten würden von Bund, Land, DB und zu einem kleinen Teil vom Landkreis gestemmt. Eine Bitte an die DB-Vertreter hatte Herold noch im Gepäck: Der Bahnübergang in Dottenheim bedürfe ebenfalls einer Beschrankung. „Das ist ganz, ganz wichtig.“