Eine Woche vor der Schließung: Playmobil-Produktion in Dietenhofen gestoppt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.06.2026 09:58

Eine Woche vor der Schließung: Playmobil-Produktion in Dietenhofen gestoppt

Die Anlagen in dem traditionsreichen Werk stehen inzwischen still. Playmobil wird nur noch in Tschechien und Malta produziert. (Foto: Alexander Rüsche/dpa)
Die Anlagen in dem traditionsreichen Werk stehen inzwischen still. Playmobil wird nur noch in Tschechien und Malta produziert. (Foto: Alexander Rüsche/dpa)
Die Anlagen in dem traditionsreichen Werk stehen inzwischen still. Playmobil wird nur noch in Tschechien und Malta produziert. (Foto: Alexander Rüsche/dpa)

Die Playmobil-Produktion in Deutschland ist Geschichte: Eine Woche vor der offiziellen Schließung des Werks in Dietenhofen sind die verbliebenen Beschäftigten gegen Bezahlung freigestellt worden, berichtet die Deutsche Presseagentur. „Die Produktion ruht“, sagte ein Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group.

Die Produktion der international bekannten Playmobilfiguren soll aus Kostengründen in den Werken in Malta und Tschechien gebündelt werden. Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik sollen dem Sprecher zufolge in Deutschland bleiben. „Playmobil bleibt als traditionsreicher Spielzeughersteller in Deutschland verwurzelt“, sagte er.

Das Playmobilwerk in Dietenhofen macht zu. (Symbolbild: Jim Albright)

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Der Hersteller aus dem mittelfränkischen Zirndorf hatte im Februar überraschend verkündet, das Werk in Dietenhofen zum 30. Juni zu schließen. Mit der Arbeitnehmervertretung wurde ein Sozialplan mit einer Transfergesellschaft sowie Abfindungen für die rund 350 betroffenen Beschäftigten vereinbart, schreibt die dpa weiter.

Erst Trendumkehr, dann Verlagerung

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte damals nicht nur die Schließung als falschen Schritt, sondern auch die Kommunikation. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einiges für eine Trendumkehr bei dem angeschlagenen Hersteller spreche. Eine Woche später wurde die Belegschaft über die Verlagerung der Produktion informiert.

Die Spielzeugfirma Playmobil schließt ihr einziges deutsches Produktionswerk in Dietenhofen. (Symbolbild: Daniel Karmann/dpa)
Die Spielzeugfirma Playmobil schließt ihr einziges deutsches Produktionswerk in Dietenhofen. (Symbolbild: Daniel Karmann/dpa)

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„Das war eine Katastrophe. Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte der Playmobil-Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich der dpa. Wie viele andere seiner Kolleginnen und Kollegen war er seit vielen Jahren in dem traditionsreichen Werk beschäftigt. Der Betriebsrat sei an dem Tag erst kurz vor der Belegschaft informiert worden, sagte er. „Man hat einen wertschätzenden Umgang absolut vermisst.“

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Die Spielwelten von Playmobil verkauften sich in den vergangenen Jahren zunehmend schlechter, der Hersteller verzeichnete wiederholt Umsatzrückgänge. Die Schließung des Werks in Dietenhofen sei aufgrund der hohen Lohn- und Energiekosten unausweichlich gewesen, sagte der Sprecher. Ziel sei es, wieder nachhaltig zu wachsen und das Unternehmen zu stabilisieren.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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