Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Nur acht Minuten hat nach Angaben von Teilnehmenden die Betriebsversammlung in Dietenhofen gedauert, bei der die Playmobil-Geschäftsleitung am Dienstag den Mitarbeitenden mitgeteilt hat, dass sie ihre Jobs verlieren.
Fragen seien nach dem kurzen Statement der Chefetage nicht zugelassen gewesen, wird weiter berichtet. Ende Juni soll in Dietenhofen, dem einzigen Produktionsstandort von Playmobil in Deutschland, Schluss sein. Betriebswirtschaftlich lohne es sich nicht mehr, das Spielzeug in Deutschland zu produzieren, sei die Begründung gewesen.
Den Betroffenen sei angeboten worden, dass sie sich melden können, falls sie Interesse an einer Tätigkeit bei der nicht betroffenen Schwesterfirma Lechuza oder im Playmobil-Zentrallager in Herrieden haben. Am Standort Dietenhofen ist die komplette Business Unit von Lechuza mit Planung, Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Logistik.
Nach der Versammlung sei die Stimmung miserabel gewesen. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien nach Hause gegangen, obwohl ihre Schicht noch nicht zu Ende gewesen sei, erzählten Teilnehmende weiter.
Für die Gemeinde Dietenhofen ist die Schließung eine bittere Nachricht. Die bereits gesunkenen Gewerbesteuereinnahmen werden in der Folge wohl noch weiter schrumpfen.
Playmobil steckt seit Jahren in der Krise. Schon 2023 hatte es geheißen, der Konzern wolle bis 2025 rund 700 Stellen streichen. Der Umsatz des Spielzeugfabrikanten war in den Jahren nach der Corona-Krise um Hunderte Millionen Euro eingebrochen.
In Dietenhofen ist Playmobil seit 1969 vertreten. Es ist bislang das Stammwerk der Playmobil-Produktion. In über 400 Spritzgießmaschinen entstünden hier Spielzeuge für den weltweiten Markt, erklärte der Konzern noch 2021 auf der Website. Das Firmengelände erstreckt sich über eine Fläche von rund 270.000 Quadratmetern.