Ein gutes Jahr für die Gelbbauchunke im Steigerwald | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.12.2024 18:31

Ein gutes Jahr für die Gelbbauchunke im Steigerwald

Eine junge Gelbbauchunke. Man sieht deutlich die herzförmigen Pupillen. (Foto: Naturpark Steigerwald/Paul Malec)
Eine junge Gelbbauchunke. Man sieht deutlich die herzförmigen Pupillen. (Foto: Naturpark Steigerwald/Paul Malec)
Eine junge Gelbbauchunke. Man sieht deutlich die herzförmigen Pupillen. (Foto: Naturpark Steigerwald/Paul Malec)

„Es war ein gutes Jahr für die Gelbbauchunke“, teilte Verwaltungsfachkraft Paul Malec vom Verein „Naturpark Steigerwald“ mit. Die diesjährige Erfassung der Vorkommen im südlichen Naturpark Steigerwald ist abgeschlossen, nun geht es in die Auswertung.

Bereits im fünften Jahr setzt der Verein sein Artenschutzprojekt für die Gelbbauchunke um. Bis zuletzt waren 21 Ehrenamtliche in der Erfassung in ausgewählten Gebieten der Landkreise Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim und Kitzingen unterwegs. Dort haben sie die Gewässerstrukturen im Wald erfasst und nach den kleinen Amphibien mit den herzförmigen Pupillen Ausschau gehalten.

Die Auswertung steht nun an

Schon jetzt zeichnet sich laut Malec ein sehr gutes Jahr für die Gelbbauchunke ab. Im Rahmen der Erfassung dokumentierten die Ehrenamtlichen beispielsweise, wie lange und ob vorhandene Grabenstrukturen entlang von Wegen wasserführend sind, oder ob es in einem Gebiet mit Vorkommen der kleinen Amphibienart genügend mögliche Fortpflanzungsgewässer gibt und wie lange diese trotz anhaltender Trockenheit nicht austrocknen.

Fachlich unterstützt wurden sie laut Malec dabei von Naturpark-Rangerin Alexandra Kellner sowie vom Fachbüro „silvaea biome institut“, welches die weitere Auswertung vornimmt. Viele Amphibien sind für ihre Reproduktion auf temporäre, möglichst besonnte Klein- und Kleinstgewässer vor allem im Wald angewiesen.

Sie bekommen bei Nachttemperaturen ab zehn Grad Celsius den Impuls, sich in geeigneten Fortpflanzungsgewässern zur Paarung zu treffen. Für die Entwicklung vom Ei bis zum Hüpferling benötigen die Gelbbauchunken etwa drei Wochen.

Die Bestände schrumpfen

Die Gelbbauchunke hat mit einer Reihe von Faktoren zu kämpfen, welche ihre Bestände schrumpfen lassen. Bedingt durch die anhaltend heiße und trockene Witterung der vergangenen Jahre sind vielerorts kleine Tümpel und Pfützen immer wieder trocken gefallen. Auch das Nahrungsangebot für die Unke hat sich aufgrund der klimatischen Bedingungen verschlechtert.

Die ganzjährig notwendig gewordene Bewirtschaftung der stark geschädigten Wälder setzt den kleinen Amphibien ebenfalls zu, da wassergefüllte Fahrspuren häufiger befahren werden müssen – auch in der Reproduktionszeit der Gelbbauchunke zwischen April und September.

Einige Pfützen oder Fahrspuren, in denen Gelbbauchunken gefunden wurden, konnten durch die Naturpark-Ranger beschildert und mit Informationen versehen werden, um die dortigen Bestände zu schützen. Trotzdem kam es leider auch zur Verfüllung von Fahrspuren auf Naturwegen, bedauerte Malec.

Hinzu kamen Gebiete, in denen die Ehrenamtlichen keine Gelbbauchunken finden konnten, obwohl diese theoretisch optimale Bedingungen bieten. Das Artenschutzprojekt, das neben dem Steigerwald auch im Naturpark Frankenhöhe läuft, wird mit Fördermitteln des bayerischen Umweltministeriums und in Zusammenarbeit mit den Höheren und Unteren Naturschutzbehörden umgesetzt.

Wunderbare Kinderstuben

Das Projekt erfuhr auch in diesem Jahr wertvolle Unterstützung durch die Gemeinden sowie die bayerische Forstverwaltung. Försterinnen und Förster, Waldeigentümer und -bewirtschafter, welche Fahrspuren in Rückegassen duldeten und nicht erneut befuhren, schufen so wunderbare Kinderstuben für zahlreichen Unkennachwuchs. Auch Landwirte leisteten einen wertvollen Beitrag, indem sie, wenn es „eng“ wurde, auch an Wochenenden und Feiertagen Wasser zum Wiederauffüllen von Fortpflanzungsgewässern fuhren.

Mithilfe der Kartierungen können nun weitere Maßnahmen entwickelt werden, die die Lebensraumbedingungen der Gelbbauchunke verbessern sollen. So dienen die Daten der Wiederherstellung von Vernetzungsstrukturen und zeigen, wo es nötig ist, geeignete Kleinstgewässer als Fortpflanzungsstätte für die Gelbbauchunken zu schaffen.

Ziel ist es, für mehr Wasserrückhalt zu sorgen und so auch den Gelbbauchunken möglichst viele unterschiedliche Fortpflanzungsgewässer anbieten zu können. Das Team der ehrenamtlichen Erfasserinnen und Erfasser – einige von ihnen sind bereits im vierten Jahr mit aktiv – ist hochmotiviert, untereinander gut vernetzt und leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Gelbbauchunke, hieß es in der Pressemitteilung des Naturpark-Vereins.

Wer sich im kommenden Jahr für die Gelbbauchunken einsetzen will, kann sich an Rangerin Alexandra Kellner beim Naturpark Steigerwald wenden.

Weitere Informationen zum Projekt:

www.steigerwald-naturpark.de/naturpark/maßnahmen- und - projekte/

Kontaktmöglichkeit: alexandra.kellner@kreis-nea.de

oder Telefon 09161/921522

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