Dr. Konrad Bedal ist tot: Trauer um den Pionier des Fränkischen Freilandmuseums | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.09.2025 13:32, aktualisiert am 08.09.2025 15:16

Dr. Konrad Bedal ist tot: Trauer um den Pionier des Fränkischen Freilandmuseums

Professor Dr. Konrad Bedal hat in Bad Windsheim viel bewegt. (Archivbild: Sylvia Fehlinger)
Professor Dr. Konrad Bedal hat in Bad Windsheim viel bewegt. (Archivbild: Sylvia Fehlinger)
Professor Dr. Konrad Bedal hat in Bad Windsheim viel bewegt. (Archivbild: Sylvia Fehlinger)

Professor Dr. Konrad Bedal ist tot. Der erste Leiter des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim ist am 4. September im Alter von 80 Jahren gestorben. Geboren am 4. Dezember 1944 in Hof an der Saale, war Konrad Bedal eine prägende Persönlichkeit der Bau- und Heimatforschung.

Der Sohn des Künstlers Karl Bedal promovierte nach seinem Studium der Volkskunde, Kunstgeschichte und Vor- und Frühgeschichte 1970 in München. Sein Thema: „Ofen und Herd im Bauernhaus Nordostbayerns”. Anschließend arbeitete er an Universitäten in Kiel und Münster. Bedal galt stets als engagierter Historiker, der seine Aufgaben mit Hingabe erfüllte und darin nicht nur Beruf, sondern Berufung sah – inklusive ansteckender Begeisterung.

1977 zum Leiter des Freilandmuseums bestellt

1977 wurde er zum Leiter des gerade erst entstehenden Freilandmuseums in Bad Windsheim bestellt. Das Museum selbst, das 1982 eröffnet wurde, existierte zu diesem Zeitpunkt nur auf dem Papier. Bedals Konzept, das Museum nach Baugruppen zu ordnen, wurde damals umgesetzt – unter anderem damit hat er ein bleibendes Erbe und einen kulturellen Schatz geschaffen. Konsequent baute der Wissenschaftler das Museum mit auf und aus. 2010 ging er in den Ruhestand.

Im Jahr 2000 wurde er zum leitenden Kulturdirektor des Bezirks Mittelfranken ernannt. Zahlreiche Publikationen, Fachbeiträge und Bücher brachte Bedal in seinem Leben heraus und hielt darin sein fundiertes Wissen fest. Dazu zählen der Windsheimer Häuser Katalog oder auch mehrere Bauernhäuser-Bände.

Bis zu seinem Tod arbeitete der Volkskundler und Bauhistoriker parallel an mehreren Werken, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Bezirk und Freilandmuseum. Lehraufträge erhielt Bedal ebenfalls. Von der Universität Würzburg wurde er 1991 zum Honorarprofessor ernannt.

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Sein inhaltlicher Schwerpunkt lag laut Pressemitteilung auf dem mittelalterlichen Hausbau: „Die Baugruppe Mittelalter mit zahlreichen wiederaufgebauten spätmittelalterlichen Gebäuden ist einzigartig und in dieser Dichte in keinem anderen Freilichtmuseum Mitteleuropas zu finden.”

Konrad Bedal hat viele Auszeichnungen erhalten

Viele Auszeichnungen wurden ihm aufgrund seines vielfältigen Engagements zuteil – darunter der Preis der Bayerischen Volksstiftung, das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, die Bürgermedaille der Stadt Bad Windsheim, die Kreisehrenmedaille in Silber, der Bayerische Verdienstorden und die Bezirksmedaille.

Sein Wissen brachte Bedal auch in Vereinen ein, darunter der Historische Verein Bad Windsheim, der Förderverein Klosterchor & historische Stadtbibliothek Bad Windsheim oder auch der Förderverein Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim. Von 2013 bis 2019 war Bedal außerdem ehrenamtlicher Stadtheimatpfleger von Rothenburg. Bereits im Alter von 22 Jahren trat er laut Pressemitteilung dem Arbeitskreis für Hausforschung bei, den er später sechs Jahre als Vorsitzender leitete.

Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim und der Bezirk Mittelfranken verabschieden sich „in tiefer Dankbarkeit und mit großem Respekt” vom „Gründungsdirektor des Museums”, Konrad Bedal. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster zeigte sich laut Pressemitteilung tief betroffen: „Der Bezirk Mittelfranken ist Herrn Prof. Dr. Bedal zu großer Dankbarkeit verpflichtet. Sein Name wird für immer untrennbar mit dem Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks in Bad Windsheim verbunden sein.” Auch im Ruhestand blieb er dem Freilandmuseum eng verbunden, heißt es weiter.

Mit seiner Frau Hannelore hat Konrad Bedal drei Kinder und mehrere Enkel. Mit ihr lebte er in einem Haus in der Spitalgasse aus dem Jahr 1561, das beide einst vor dem Verfall gerettet hatten. Gleiches gilt für das Bürgerhaus in der Metzgergasse in Bad Windsheim, das seit mehreren Jahren saniert wird.


Von Anna Franck und Anna Beigel
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