Schon mehrere Monate macht sich der Gemeinderat in Markt Nordheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) Gedanken, welche Projekte bei der Kommunalen Allianz A7 Franken West zur Förderung beim Regionalbudget angemeldet werden könnten. Jetzt hat sich das Gremium mit sieben gegen vier Stimmen auf eine neue Dorfmitte in Markt Nordheim festgelegt.
Die Kosten dafür bezifferte Bürgermeister Harald Endreß auf 25.000 Euro. In der Sitzung am Mittwochabend gab es noch zwei weitere Bewerbungen für 2025, die intensiv diskutiert wurden: ein Brückenbauwerk am Naturerlebnisgelände in Markt Nordheim (Kosten: 12.000 Euro) und ein Busunterstellhäuschen in Herbolzheim (Kosten: 4000 Euro). Maximal 10.000 Euro sind bei Bewilligung durch den Fördertopf zu erwarten. Für alle Gemeinden in der kommunalen Allianz stehen 100.000 Euro bereit.
Endreß informierte anfangs darüber, dass ein Spielplatz neben dem Sportplatz in Markt Nordheim nicht realisiert wird, da die Kräfte der Vereine derzeit mit dem neuen Vereinsheim gebunden seien.
Somit verblieben noch die Dorfmitte in Markt Nordheim, das die Gemeinde einreichen würde, sowie die Bürgerinitiativen Brückenbauwerk und Buswartehäuschen. Rainer Bullmer merkte an, dass die Dorfmitte voriges Jahr abgelehnt worden sei. Zudem habe Endreß darauf hingewiesen, dass kommunale Projekte gegenüber privaten Initiativen häufig das Nachsehen hätten: „Warum sollten wir mit dem gleichen Projekt nochmals kommen?“
Der Bürgermeister sah keinen Grund, sich nicht wieder der Konkurrenz mit den Projekten anderer Gemeinden zu stellen. Herbert Saemann fragte, was die Markt Nordheimer bevorzugen würden: Die Brücke oder die Dorfmitte. Karlheinz Liebberger sprach sich für die neue Dorfmitte mit Bücherschrank, Büschen, Bänken, Bäumen und neuen Infotafeln aus, denn das Brückenbauwerk brauche „kein Mensch, und es passt dort auch nicht hin“. Dem widersprach dritter Bürgermeister Frank Strauß: Die älteren Menschen schafften es oft nicht mehr alleine zum Naturerlebnisgelände. Jüngst habe er Senioren dorthin begleitet, da die Fläche überschwemmt sei. Dies sei aber auf den Biber zurückzuführen.
Wegen der aktuellen Biberburg, erläuterte Endreß, dürfe der Wasserspiegel nicht abgesenkt werden. Dass das Naturerlebnisgelände, das einen sechsstelligen Betrag gekostet habe, mit öffentlichen Geldern gefördert wurde und nun der Biber „alles darf“, sei eine „Schweinerei“, so Liebberger. Bürgermeister Endreß regte an, das Problem anders zu lösen, etwa mit zusätzlichen Muschelkalksteinen und Anböschungen.
Auch beim Buswartehäuschen für Herbolzheim gab es keinen Konsens. Laut Jürgen Dierauff habe sich inzwischen eine Elterninitiative gebildet, die das Häuschen weiterhin realisieren wolle, obwohl es Mitte 2023 nach einer Verkehrsschau einstimmig abgelehnt worden war. Es handelt sich um die Haltestelle in Richtung Uffenheim – an der am Morgen unter anderem die Schulkinder warten. Dort ist kein Unterstand, nur eine Bank und ein Halteschild. Auf der gegenüberliegenden Seite, dort, wo die Busse in Richtung Sugenheim abfahren, befindet sich dagegen ein Bushäuschen – versteckt zwischen Kindergarten und katholischer Kirche. Die Schulkinder werden dort aber vom Busfahrer nicht gesehen, wie es seinerzeit hieß.
Endreß wies Dierauff darauf hin, dass dieser besagtes Bushäuschen ebenfalls 2023 abgelehnt hatte. Dierauff konterte aber mit der Verhältnismäßigkeit und Sinnhaftigkeit beim Vergleich der beiden Projekte. Gerald Hillenbrand forderte daraufhin prompt eine Abstimmung, bei der die Mehrheit gegen die vier Stimmen der Herbolzheimer Gemeinderäte für die Dorfmitte votierte Anschließend wurde mit 10:1 Stimmen entschieden, dass die Gemeinde bei der aktuellen Antragsstellung vom Bushäuschen Abstand nimmt. Ob die Soldatenkameradschaft und die Landjugend den Förderantrag beim Regionalbudget einreichen werden, blieb offen.
Nach den beiden Voten wollte Rainer Bullmer wissen, was bei der Dorfmitte denn 25.000 Euro koste. Die Bocksbeutel-Stele stehe bereits da, eine Bank habe man auch in der Gemeinde. Endreß will die Infos dazu nachreichen – aus der Beratung im vergangenen Jahr habe er nicht mehr alle Details im Kopf.