DM-Medaillensammlerin Alyssa Ott nun im Nationalkader | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.10.2022 07:46

DM-Medaillensammlerin Alyssa Ott nun im Nationalkader

Treffsicher mit dem Gewehr: Alyssa Ott. (Foto: : Markus Retta)
Treffsicher mit dem Gewehr: Alyssa Ott. (Foto: : Markus Retta)
Treffsicher mit dem Gewehr: Alyssa Ott. (Foto: : Markus Retta)

Mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen war Alyssa Ott aus Burgbernheim bei den Deutschen Meisterschaften im Sportschießen außergewöhnlich erfolgreich. Frauen und Gewehre, das passt in ihrer Familie seit Generationen gut zusammen.

Die Oma schoss einst auf Tauben

Eine Anekdote besagt, dass die Oma von Alyssa Ott einst mit dem Luftgewehr freche Tauben im Garten aufs Korn genommen hat. Ihre Mutter nutzte Waffen dann schon auf geregelte Art und Weise im Schützenverein, aber sportlich richtig durchgestartet ist erst die nächste Generation.

Seit sechs Jahren betreibt die 16-Jährige nun den Schießsport und die DM 2022 ist der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. „Mir war schon klar, dass ich in einigen Disziplinen auch dank der starken RWS-Mannschaft vorne dabei sein werde, aber dass es nun so viele Medaillen wurden, ist schon krass“, sagt Ott.

In den wichtigen Luftgewehr- und Kleinkaliber-Disziplinen sahen die Ergebnislisten bei der weiblichen Jugend teilweise aus wie Vereinsmeisterschaften der RWS Franken. Dem Kaderverein des Mittelfränkischen Schützenbundes gehört Ott, die mit dem Sport beim Heimatverein KPHSG Burgbernheim begann, seit vier Jahren an.

Protest bei der Jury

Am Abschlusswochenende holte sie die Einzeltitel im Kleinkaliber-Liegendkampf, im Luftgewehr-Dreistellungskampf (mit hervorragenden 599 von 600 möglichen Ringen) und außerdem Silber im Kleinkaliber 3x20 und mit dem Luftgewehr. Dabei ließ sie sich im Luftgewehrwettbewerb auch nicht von einem technischen Defekt am Schießstand bremsen, der einige ihrer Treffer falsch anzeigte. Sie protestierte und die Jury veranlasste einen Standwechsel. Auf Einsprüche der Trainer, darunter Markus Retta, wurde das Resultat später noch nach oben korrigiert. Ott bewies jedenfalls, dass sie auch unter widrigen Umständen ausgezeichnete Leistungen bringen kann, wobei: „Der Puls ging dann schon ein bisschen nach oben“.

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Bei der Entwicklung zur Spitzenschützin in den letzten Jahren half auch der Ehrgeiz, den fünf Jahre älteren Bruder Marvin einzuholen. Die Geschwister schießen im Ligawettbewerb gemeinsam für den SV Ickelheim, der heuer erstmals in die Bayernliga aufgestiegen ist. Erfahrung in der dritthöchsten Klasse sammelte Ott bereits bei Einsätzen für den SV Lehrberg.

Föderung macht sich bemerkbar

Drei- bis viermal die Woche geht Alyssa Ott ins Training, wobei sich die Förderung unter anderem im Bayernkader an den Ergebnissen rasch bemerkbar machte. Der Ringdurchschnitt ging deutlich nach oben und auch dank der überzeugenden Vorstellungen bei der DM hat Ott, die nach dem Abschluss an der Realschule in Rothenburg nun die FOS Ansbach besucht, die nächste Stufe erreicht. Sie bekam in München mündlich die Zusage für die Aufnahme in den Nationalkader und kann künftig bei Ausscheidungswettbewerben um Startplätze für internationale Wettbewerbe kämpfen.

Das Konzept, Talente aus dem ganzen Bezirk in einem Kaderverein zusammenzufassen, sah RWS-Vorstand Günther Reizammer (Wilhermsdorf) durch das Abschneiden bei der DM einmal mehr bestätigt: „Wir haben uns sehr gut geschlagen, es wurden viele, viele sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Grundlage für diese Erfolge ist natürlich unsere tolle Gemeinschaft“.

Alexander Keck
Dieser Artikel erschien am 6. September 2022 in der FLZ.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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