Die LeseLust Ansbach sprengt ihre eigenen Grenzen | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 28.04.2025 18:47

Die LeseLust Ansbach sprengt ihre eigenen Grenzen

Macht sich Sorgen wegen Donald Trumps „unvergleichlicher Wankelmütigkeit“: Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Foto: Martina Kramer)
Macht sich Sorgen wegen Donald Trumps „unvergleichlicher Wankelmütigkeit“: Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Foto: Martina Kramer)
Macht sich Sorgen wegen Donald Trumps „unvergleichlicher Wankelmütigkeit“: Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Foto: Martina Kramer)

Der Rahmen für die Auftaktveranstaltung der diesjährigen LeseLust hätte passender nicht sein können. Professor Stephan Bierling referierte am Sonntagvormittag über Donald Trump, umgeben von Fotografien eines US-Amerikaners: Jim Albright, der im Kunsthaus Reitbahn 3 gerade eine Ausstellung zeigt.

Zu der ersten politischen Matinee hatte Stephan Bierling sein Buch „Die Unvereinigten Staaten“ mitgebracht. Die Lesung selbst geriet eher kurz, ausführlich dagegen sein freier Vortrag über die Lage der Nation jenseits des Atlantiks.

Neu bei dieser Ausgabe der LeseLust ist auch, dass der bindende Bezug der geladenen Autoren zu Franken aufgehoben worden ist. Dies erklärte LeseLust-Leiterin Bettina Baumann in ihrer Eröffnungsrede. „Wir öffnen uns hiermit der Literatur aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.“ Der Politikwissenschaftler Stephan Bierling wurde in Oberammergau geboren, studierte an der Maximilians-Universität in München und ist seit 2006 Professor für Internationale Politik an der Universität Regensburg.

„Sicherer Partner ist weggefallen“

Den Blick über den großen Teich warf auch Oberbürgermeister Thomas Deffner gleich zu Beginn seiner Laudatio. „Die USA als sicherer Partner ist weggefallen, und das in einer Zeit mit einer sehr schwierigen Sicherheitslage.“ Eine Situation, die man sich so in Europa lange nicht habe vorstellen können. Trump sei von unvergleichlicher Wankelmütigkeit. „Ich warte immer bis Mittag mit einem reichlich unangenehmen Gefühl, was der amerikanische Präsident nun wieder verkünden wird“, sagte Deffner. Er möge sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn Russland tatsächlich die Grenze eines Nato-Landes missachten würde. Es stünde die bange Frage im Raum: „Was tun? Und wenn überhaupt, dann was?“

„Seit 22 Jahren gibt es in Ansbach die LeseLust, und sie schafft immer wieder neue Perspektiven durch die Literatur, die sie präsentiert“, sagte Dr. Christoph Wolff, der Präsident des Ansbacher Lions-Clubs, einer der Förderer der Lesereihe. Bildung sei die Grundlage für eine kreative Gesellschaft.

„Veränderungen extrem dynamisch“

Die zahlreichen Zuhörer, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren, lauschten gebannt den Ausführungen des Gastredners. Stephan Bierlings aktuelles Buch liegt bereits in der dritten überarbeiten Ausgabe vor. „Die Veränderungen sind extrem dynamisch. Kein Präsident hat in den ersten 100 Tagen so viel Wirbel verursacht wie Donald Trump“, konstatiert der Professor, über dessen Vortrag wir in einem eigenen Artikel ausführlicher berichten.

Stephan Bierling beobachtet Donald Trump genau. Zur Ansbacher Leselust hatte er auch etwas Hoffnung mitgebracht.  (Foto: Martina Kramer)
Stephan Bierling beobachtet Donald Trump genau. Zur Ansbacher Leselust hatte er auch etwas Hoffnung mitgebracht.  (Foto: Martina Kramer)

Ansbacher Leselust: Donald Trump als Egomane mit größtmöglicher Aufmerksamkeit

Zum Auftakt beleuchtet Politikwissenschaftler Stephan Bierling die ersten 100 Tage in der Amtszeit des US-Präsidenten. Er ist für ihn „eine Marionette Putins“.

Von Martina Kramer
north