Die Grünen wollen ins Scheinfelder Rathaus einziehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.07.2025 18:43

Die Grünen wollen ins Scheinfelder Rathaus einziehen

Die Grünen wollen in den Scheinfelder Stadtrat und möglichst sogar auf den Rathauschefsessel (von links): die beiden Ortsverbandssprecher Stefan Jordan und Professorin Dr. Ulrike Hellert, Nadine Sammetinger, der designierte Bürgermeisterkandidat Tim Ohlmann, Kreisrätin Luise Fröhlich und Schriftführer Alfred Munzert. (Foto: Andreas Reum)
Die Grünen wollen in den Scheinfelder Stadtrat und möglichst sogar auf den Rathauschefsessel (von links): die beiden Ortsverbandssprecher Stefan Jordan und Professorin Dr. Ulrike Hellert, Nadine Sammetinger, der designierte Bürgermeisterkandidat Tim Ohlmann, Kreisrätin Luise Fröhlich und Schriftführer Alfred Munzert. (Foto: Andreas Reum)
Die Grünen wollen in den Scheinfelder Stadtrat und möglichst sogar auf den Rathauschefsessel (von links): die beiden Ortsverbandssprecher Stefan Jordan und Professorin Dr. Ulrike Hellert, Nadine Sammetinger, der designierte Bürgermeisterkandidat Tim Ohlmann, Kreisrätin Luise Fröhlich und Schriftführer Alfred Munzert. (Foto: Andreas Reum)

Eigentlich wollten die Bündnisgrünen schon 2020 bei der Scheinfelder Kommunalwahl mitmischen. Im Herbst 2019 gründete sich der Ortsverband. Doch die Zeit entpuppte sich als zu knapp. Für den nächsten Wahltermin am 8. März 2026 sieht die Partei die Zeit und sich selbst nun reif.

Und wennschon, dennschon: Die Grünen wollen nicht nur eine Liste für den Stadtrat auf die Beine stellen, sondern auch einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Das gab der Ortsverband am Montagabend bei einem Pressegespräch offiziell bekannt. Der designierte Bewerber ist Tim Ohlmann.

Der 34-jährige Elektroingenieur ist in der Bürgerinitiative seines Heimatortes Oberlaimbach aktiv. Diese hat in ihrem Kampf für eine Verbesserung der Verkehrssituation - mitten durchs Dorf verläuft die Bundesstraße 8 - bereits einiges bewirkt. Bei diesem Engagement hat Ohlmann nach eigenem Bekunden Geschmack gefunden an der lokalpolitischen Arbeit. Er will etwas bewegen; das könne man zwar auch außerparlamentarisch oder als Stadtrat, am meisten jedoch als Bürgermeister.

Kooperation mit der SPD zerschlug sich

Der Gedanke zu solch einer Kandidatur sei bei ihm bereits seit vorigem Jahr gereift. Klar mache der Verzicht von Amtsinhaber Claus Seifert solche Überlegungen etwas leichter. Doch er wäre auch zur Kandidatur bereit gewesen, wenn Seifert nochmals zur Wiederwahl gestanden hätte, bekennt Ohlmann.

Die Grünen bestätigen auch, dass es Erwägungen für eine gemeinsame Liste und einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von SPD und Grüne gegeben habe. Man habe Sondierungsgespräche geführt; Stefan Jordan, der zusammen mit Professorin Dr. Ulrike Hellert, das Sprecher-Duo des Grünen-Ortsverbands bildet, spricht von „verschiedenen Rendezvous”. Doch der Flirt führte offenbar zu keiner Liebe, jedenfalls nicht seitens der Sozialdemokraten.

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Die SPD, so sagen die Grünen, will offenbar einen Spitzenkandidaten aus ihren eigenen Reihen aufstellen. Diese bislang noch nicht offiziell bestätigte Einschätzung wird dem Vernehmen nach auch von der örtlichen CSU und von der ÜWG geteilt. Diese beiden Konkurrenten haben ihre Bürgermeisterkandidaten bereits benannt, beziehungsweise - was die CSU betrifft - sogar schon nominiert.

Ohlmanns Nominierung soll, wie bei vielen Gruppierungen im gesamten Landkreis, im Herbst erfolgen, zusammen mit der Listenaufstellung. Dabei können mit Ohlmann und Jordan sowie mit Nadine Sammetinger und der seit kurzem als Kreisrätin aktiven Luise Fröhlich schon vier Plätze als vergeben betrachtet werden. Die Liste soll bis zum Herbst noch wachsen, und - wie bei den Grünen üblich - zu mindestens der Hälfte aus Frauen bestehen, betont auch Hellert.

Jugendarbeit als ein zentrales Thema

Sammetinger nennt als eines der für die Scheinfelder Grünen zentralen Themen die Jugendarbeit. Es fehle in der Stadt ein Treffpunkt, vor allem für ältere Jugendliche und junge Erwachsene. „Aktuell ist der Treffpunkt für die Gruppe ,19 plus' der Edeka-Parkplatz, und das finde ich schon recht traurig”, sagt Sammetinger.

Als Gruppierung, die derzeit nicht im Rat vertreten ist, haben die Grünen eventuell einen Nachteil gegenüber den etablierten Kräften, was die Detail-Tiefe bei den derzeitigen Ratsthemen betrifft, räumt Ohlmann ein und versichert sogleich: „Da werden wir uns aufschlauen.” Auch der enge finanzielle Spielraum der Stadt ist freilich den Grünen nicht entgangen. Deshalb werde man ein Augenmerk auf Wirtschaft und Tourismus haben. „Wir wollen pragmatische, soziale Politik machen”, sagt Ohlmann, denn: „Mit Pragmatismus kann man viel schaffen auch mit wenig Geld”, ist er zuversichtlich.

Und zuversichtlich ist auch Jordan bezüglich der Erfolgsaussichten: Vier Sitze im 16-köpfigen Rat traut er seinem Ortsverband durchaus zu. Ein bisschen optimistisch müsse man schon sein dürfen, findet der Grünen-Sprecher.

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