Kann ein Buch mit dem Titel „Ofen und Herd in Franken und der Oberpfalz“ spannend sein? Ja, wenn der Autor des 320 Seiten umfassenden Werkes Professor Konrad Bedal heißt und bei der Vorstellung im Zunftsaal des Ochsenhofes vor rund 60 Zuhörern vom ersten Kapitel, dem „Abgesang der alten Ofenkultur“ erzählt.
Die Geschichte des angehenden Doktors Konrad Bedal und sein Weg in die Küchen und Stuben Frankens und der Oberpfalz Ende der 1960er Jahre erfuhren die Interessierten nur bei der Buchvorstellung. Jedenfalls waren schon damals sein akribisches Nachforschen und seine wissenschaftliche Spurensuche erfolgreich.
1970 promovierte Bedal zum Thema „Ofen und Herd im Bauernhaus Nordostbayerns“. Sein 28. Buch in der Reihe „Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim“ beschäftigt sich nun wieder mit diesem Thema. War die häusliche Feuerstätte zu Hause nun ein Ofen oder Herd? Waren in früheren Jahrhunderten – wie in Norddeutschland nachweisbar – die Feuerstellen einfach offen auf dem Steinboden angelegt? Wie auch immer, Holz war stets vonnöten, sieht man von der späteren Entwicklung ab, als Kohlen und Briketts Einzug hielten.
Bereits um 1500 lässt sich für die Stadt Bad Windsheim die Holzversorgung aus dem Stadtwald nachweisen. Wo hinein verschwand das Holz? Nun, „Der alte Stubenofen ist ein Hinterlader“, sagt Professor Bedal im zweiten Kapitel, und beschreibt es anschaulich und zeigt es zudem beispielhaft mit den Abbildungen zahlreicher alter Gemälde.
Danach geht es weiter zur vielseitigen Nutzung des Stubenofens im Alltag. Lage, Material und Aufbau der ältesten Ofengeneration. Ofenschaufeln, Ofenkrücke oder Ofengabel sind vielleicht den älteren Mitmenschen noch ein Begriff und waren bis ins 20. Jahrhundert verbreitet.
Anschaulich schildert Professor Bedal in seinem Werk die Benutzung der Gabel, mit welcher der gusseiserne Hafen ins Feuer geschoben und herausgeholt wurde. Bleibt die Frage, welche Koch- und Speisevarianten möglich waren, wenn nur ein Topf ins Feuer ging – Eintopf?
Ein weiteres Kapitel trägt die Überschrift „Von Nutzen und Übel des Rauchs“. Wie es in alten Küchen zuging, ein rußiges, kaltes, enges Etwas mit kleinen Fenstern, in dem die Hausfrau kochen und backen musste, zeigen einige Beispiele im Fränkischen Freilandmuseum anschaulich. Dort finden sich auch „Schöne Öfen“, gestaltet mit Kacheln und Gusseisen.
Die Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg, zeichnet der Autor, auch hier mit zahlreichen Abbildungen versehen, ausführlich nach. Beschrieben sind beispielsweise „Nürnberger Öfen: Das Architekturmotiv“, Bildszenen und weitere wahre Kunstwerke des Ofenbaues.
Schließlich erwähnt Professor Konrad Bedal auf 25 Seiten noch Musemsöfen, die in stattlicher Zahl im Fränkischen Freilandmuseum stehen oder sich in der umfangreichen Sammlung des Historischen Vereins Bad Windsheim befinden.
Das Buch „Ofen und Herd in Franken und der Oberpfalz“ ist natürlich in erster Linie vom wissenschaftlichen Standpunkt aus zu betrachten, und der ist bei Professor Bedal über jeden Zweifel erhaben. Es ist aber durchaus sein Verdienst, auch Laien und Interessierten ein leicht lesbares Buch an die Hand zu geben, in dem spannende Geschichten zu „Heizung“, Kochstellen, Hafen und Höllhafenkammerl mit Beispielen aus Ickelheim, Steinach/Bahnhof, Uffenheim und bis Oberfranken und die Oberpfalz ihren Platz finden.
Das Buch ist an der Kasse oder im Shop des Fränkischen Freilandmuseums sowie im örtlichen Buchhandel oder im Internet erhältlich.