Diakoneo wird ab dem Schuljahr 2024/2025 die Betriebsträgerschaft für die Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) in Feuchtwangen und Herrieden nicht weiter übernehmen. Darüber informierte Verena Bikas, Vorständin Bildung bei Diakoneo, in einem Pressegespräch mit der FLZ.
Als Grund für diese Entscheidung nannte Bikas die „solitäre Situation“ an den beiden Standorten. Weder in Feuchtwangen noch in Herrieden oder im näheren Umkreis betreibt Diakoneo weitere ähnliche Einrichtungen. Daher ließen sich keine Synergieeffekte schaffen. Diese seien aber wichtig, um qualifiziertes Personal gut einzusetzen, um gute Betreuung und gute Pädagogik weiterhin sicherstellen zu können, betonte Verena Bikas.
Die Vorständin Bildung wies außerdem auf die bestehenden Strukturen und die unterschiedlichen Anstellungsverhältnisse hin. Die Betriebsträgerschaft für die Schulvorbereitenden Einrichtungen in Feuchtwangen und Herrieden hat Diakoneo 1998 übernommen. Organisatorisch gehören sie zur Wolfhard-Schule Herrieden, einem Sonderpädagogischen Förderzentrum, dessen Sachaufwandsträger wiederum der Landkreis Ansbach ist. Das Personal wird einerseits von der Regierung von Mittelfranken abgeordnet, anderseits sind Diakoneo-Mitarbeitende im Einsatz.
Mit der Abgabe der Betriebsträgerschaft will Diakoneo laut Pressesprecher Markus Wagner „den Weg frei machen“, um die Betreuung für Kinder mit speziellen Bedürfnissen in Feuchtwangen und Herrieden neu regeln zu können. Andere Strukturen und breitere Vernetzungen, als die Diakoneo an beiden Standorten anbiete, „können besser sein“, meinte Wagner.
Wichtig sei es ihnen gewesen, die Entscheidung früh genug allen verantwortlichen Stellen und auch den Eltern zu kommunizieren, hebt Bikas hervor. In dem Schreiben an die Eltern, das der FLZ vorliegt, heißt es, dass Diakoneo „erwartet“, dass die Verwaltung des Landkreises Ansbach sich rechtzeitig mit den Eltern in Verbindung setze, um die weitere Betreuung des jeweiligen Kindes zu besprechen.
„Diakoneo unterstützt natürlich einen reibungslosen Übergang und hilft bei Bedarf, gute Lösungen in schwierigen Situationen zu finden“, wird in dem Schreiben weiter mitgeteilt. Ferner wird ein Elternabend angekündigt, um offene Fragen zu klären. Es sei ihr bewusst, dass dies ein „emotionales Thema“ sei, sagte Bikas.
Bis zum Ende des aktuellen Schuljahres – konkret bis zum 26. Juli – werden Kinder in den Schulvorbereitenden Einrichtungen in Feuchtwangen und Herrieden wie gewohnt betreut. Die SVE in Feuchtwangen besuchen derzeit 20 und die in Herrieden 18 Kinder, erklärte Katrin Fröhlich, die bei Diakoneo die Projektstelle Inklusive Bildung leitet. Unter Berücksichtigung der Kinder, die eingeschult werden, geht Fröhlich von insgesamt weniger als zehn Mädchen und Jungen an beiden Standorten aus, die im neuen Schuljahr von der veränderten Situation betroffen sind.
Die Schwierigkeiten bei der Betreuung in der SVE in Feuchtwangen vor und nach den Weihnachtsferien hätten nichts mit der anstehenden Abgabe der Betriebsträgerschaft zu tun gehabt, so Wagner. Der Grund seien krankheitsbedingte Ausfälle gewesen. Da habe sich gezeigt, dass sich Diakoneo bei den bestehenden Strukturen „schwer tut, schnell adäquate Lösungen zu finden“. Personal des Diakoneo-Förderzentrums in Neuendettelsau habe ausgeholfen, was aber auf Dauer nicht tragfähig sei.
Inzwischen hat laut Fröhlich eine Mitarbeiterin ihre Stundenzahl erhöht und eine weitere konnte zusätzlich befristet bis Ende Juli gewonnen werden. Die Kinder könnten wie gewohnt in zwei Gruppen betreut werden – so lange es keine weiteren Ausfälle gebe.