Ein Schulranzen ist ein Gebrauchsgegenstand - und sieht mit der Zeit gern auch mal so aus. Immerhin: Heutige Modelle werden weniger schnell schmutzig als die, die Eltern aus ihrer eigenen Kindheit kennen.
Denn heutzutage bestehen viele Schulranzen aus recycelten PET-Flaschen, wie der Berliner Ranzenhändler Martin Herrmann erklärt. Die Fasern, zu denen sie verarbeitet werden, nehmen vergleichsweise schlecht Schmutz und Feuchtigkeit auf.
Dennoch können Missgeschicke Spuren hinterlassen. Ist die Schultasche im Matsch gelandet, hilft allerdings oft schon: abwarten und trocknen lassen, etwa an der Heizung oder an einem sonnigen Platz. „Eltern erzählen mir immer wieder, dass sie den Schmutz so deutlich leichter rausbekommen, als wenn er noch feucht ist“, sagt Martin Herrmann, Inhaber des „Ranzen-Kontors“ in Berlin.
Allzu tief in den Putzmittel-Schrank zu schauen, ist hingegen keine gute Idee, wenn es darum geht, den Ranzen wieder sauber zu bekommen. „Alle Hersteller von Schulranzen raten von scharfen Reinigern ab - sowohl innen als auch außen. Besser: Seifenlauge oder lauwarmes Wasser mit ein bisschen Spüli verwenden und den Schmutz so mit einem Tuch abreiben“, sagt Herrmann.
Aber kann man dem Ranzen dann nicht auch einfach einen Ausflug in die Spül- oder Waschmaschine gönnen? Davon rät Martin Herrmann klar ab.
Der Grund: Ein Schulranzen besteht aus über 30 verschiedenen Materialien, die miteinander verbunden sind. „Jedes Material reagiert auf Wärme und Feuchtigkeit anders.“ Gut möglich also, dass sich das Modell durch den Spül- oder Waschgang verzieht und dem Kind am Ende nicht mehr passt.
Es gibt außerdem ein weiteres Argument für die Reinigung per Hand: „Packt man den Ranzen in die Wasch- oder Spülmaschine, erlischt dadurch die Garantie des Herstellers“, warnt Herrmann.
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