CSU-Generalsekretär Martin Huber spricht beim Neujahrsempfang in Ansbach 2026 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.01.2026 12:50

CSU-Generalsekretär Martin Huber spricht beim Neujahrsempfang in Ansbach 2026

CSU-Generalsekretär Martin Huber (links) stellte sich nach einem Impulsvortrag den Fragen aus dem Publikum. Vorsitzender Andreas Schalk moderierte die Diskussionsrunde. (Foto: Robert Maurer)
CSU-Generalsekretär Martin Huber (links) stellte sich nach einem Impulsvortrag den Fragen aus dem Publikum. Vorsitzender Andreas Schalk moderierte die Diskussionsrunde. (Foto: Robert Maurer)
CSU-Generalsekretär Martin Huber (links) stellte sich nach einem Impulsvortrag den Fragen aus dem Publikum. Vorsitzender Andreas Schalk moderierte die Diskussionsrunde. (Foto: Robert Maurer)

Einen Neujahrsempfang wird die CSU in Ansbach auch in diesem Jahr auf die Beine stellen. Doch bereits vorab gab es einen „Politischen Auftakt in das Jahr 2026”. Als Gast geladen war Martin Huber, seit Mai 2022 Generalsekretär der CSU. Der nutzte seinen Auftritt für einen politischen Rundumschlag.

Die Veranstaltung war natürlich der Auftakt in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes. Kommunalpolitik spielte aber in den gut zwei Stunden gar keine Rolle.

Der Titel bot hingegen viel Freiraum, um ganz unterschiedliche Themen anzuschneiden: „Die aktuellen politischen Herausforderungen für Bund, Länder und Kommunen”. Entsprechend ging es um die Automobilindustrie, die Nato und die Landwirtschaft ebenso wie um Sozialleistungen, Migration und Bürokratieabbau. Zunächst legte der 48-Jährige in einem gut 20-minütigen Impulsvortrag vor. Dann eröffnete Andreas Schalk die Diskussion.

Die Frage nach der Ökologie

Der Vorsitzende des Kreisverbands Ansbach Stadt und Martin Huber kennen sich aus der gemeinsamen Zeit in der Jungen Union. Damals waren sie vor allem in Fragen der Ökologie unterschiedlicher Meinung, räumte Schalk in der Begrüßung ein. Überließ es aber zunächst dem Publikum, zu raten, wer von beiden dem Umweltschutz mehr Bedeutung zumaß. Die Frage war rasch geklärt, als Huber seinen Vortrag begann und darauf hinwies, dass er früher Landesvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Umwelt gewesen ist.

Der Auftritt in Ansbach war eigentlich ein Heimspiel für Huber. Denn die rund 50 Besucherinnen und Besucher im Hotel „Das Hürner” dürften nahezu durchweg Parteimitglieder sein. Dennoch gab es in der Diskussionsrunde auch Gegenwind. Warum die CSU sich gar so sehr dafür eingesetzt habe, die Pendlerpauschale bereits ab dem ersten Kilometer gelten zu lassen, wollte einer wissen. „Das kostet einen Haufen Geld.”

Gerade für ein Flächenland wie Bayern sei das sehr wichtig, versuchte Huber zu erläutern. Die Menschen hätten in vielen Bereichen mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen, führte er aus. Darum sei es wichtig, sie an anderer Stelle zu entlasten. Und man könne ebenso die Gegenfrage stellen: „Warum soll die Pendlerpauschale erst ab dem 20. Kilometer gelten?”

„Ist das dann unnötig?”

Andreas Schalk sprang seinem Landtagskollegen zur Seite. Er verwies auf das Deutschlandticket, das gerade für Bewohnerinnen und Bewohner in Ballungsräumen finanzielle Erleichterungen mit sich gebracht habe. Doch wer im ländlichen Raum wohne, könne oft nicht auf ein Auto verzichten. Deshalb sei der Ausgleich ein Schritt, um einen Teil der Kosten aufzufangen.

CSU-Stadtrat Gerhard Sauerhammer, bekanntlich selbst Windradbetreiber, wunderte sich indes über die Aussagen zum Thema Atomstrom, die von der Parteispitze in jüngster Zeit kommen. Es werde derzeit viel Geld in den Ausbau der Stromnetze investiert. „Ist das dann unnötig?” Abgesehen davon frage er sich, wie lange es denn dauern würde, bis überhaupt ein neues Kernkraftwerk gebaut werden könnte.

„Wir können unsere Industrieproduktion ja nicht vom Wetter abhängig machen.”

Der in Töging am Inn wohnende Generalsekretär sagte, dass es neben Wind und Sonne als Energiequelle auch grundlastfähige Quellen brauche. „Wir können unsere Industrieproduktion ja nicht vom Wetter abhängig machen.” Deshalb lege Bayern stets Wert darauf, auch Biomasse und Wasserkraft im Energiemix nicht zu vergessen. Batteriespeicher ermöglichten bislang nur, kurze Phasen auszugleichen. Bei längeren Dunkelflauten sehe es schlecht aus.

Er verwies auf die USA, wo Unternehmen wie Amazon oder Meta inzwischen selbst kleine Atomkraftwerke bauen, um ihre Rechenzentren mit Strom zu versorgen. Künstliche Intelligenz habe einen enormen Energiehunger. Kernfusionsreaktoren könnten in wenigen Jahren einsatzbereit sein. „Wenn es soweit ist, soll der erste in Bayern stehen.” Allerdings konnte Huber keine Antwort auf die Frage nach Betreibern neuer Atomkraftwerke geben, die ihm Sauerhammer mehrfach stellte.

Unterschiedliche Meinungen

Huber machte auch deutlich, wie eng verwoben die Dinge auf der Welt heute sind. Wenn US-Präsident Donald Trump die Zölle auf deutsche Autos erhöhe, lasse das die Absatzzahlen sinken und beeinträchtige damit den Wirtschaftsstandort Bayern. Die Autobauer beschäftigen im Freistaat rund 200.000 Menschen, und die gleiche Zahl ist bei Zulieferbetrieben angestellt.

Zwei Stunden lang wurde munter diskutiert. Andreas Schalk wertete das als gutes Zeichen gelebter Demokratie in einer Volkspartei. Es könnten verschiedene Meinungen nebeneinander existieren und dennoch unter einen Hut gebracht werden. „Volkspartei bedeutet, dass wir die Dinge zusammen denken”, sagte Martin Huber, „und sie nicht gegeneinander ausspielen.”

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