Bürgermeister-Wahl in Sachsen bei Ansbach 2026: Ein vielgelobter Kandidat | FLZ.de

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Bürgermeister-Wahl in Sachsen bei Ansbach 2026: Ein vielgelobter Kandidat

Bernd Meyer kandidiert erneut als Bürgermeister. (Foto: Marcel Mader )
Bernd Meyer kandidiert erneut als Bürgermeister. (Foto: Marcel Mader )
Bernd Meyer kandidiert erneut als Bürgermeister. (Foto: Marcel Mader )

Die Aufregung vor der Kommunalwahl hält sich bei Sachsens Bürgermeister Bernd Meyer (CSU) wohl eher in Grenzen. Er ist nicht nur der einzige Kandidat für den Chefposten im Rathaus. Darüber hinaus ist von den Fraktionen viel Lob für seine Arbeit zu hören.

Meyer führt die Liste der CSU an, die 16 Kandidierende ins Rennen schickt. „Ein gutes Miteinander” über alle Fraktionen hinweg ist dem 54-Jährigen wichtig, damit die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderat funktioniert. Nur so könnten geplante Projekte gut umgesetzt und neue angestoßen werden, sagt er.

Neue Ideen und Anreize

Das Gremium wird im Zuge der Wahl auf jeden Fall durchgemischt. Rainer Muser (CSU) und Heidi Zimmer (SPD) kandidieren nach Angaben von Wahlleiterin Rita Gundermann nicht mehr, dafür treten die Grünen erstmals mit einer eigenen Liste an. „Mit Sicherheit wird es neue Gemeinderäte geben, die vielleicht auch neue Ideen mitbringen”, so Meyer. Unterschiedliche Meinungen zu haben, sei wichtig. „Das gibt neue Anreize, aber man sollte sich gut verstehen und in der Gruppe arbeiten.”

Ihm sei „die Bürgernähe, der Kontakt zu den Menschen und Vereinen wichtig”, sagt er. Meyer will für alle ein offenes Ohr haben. Dranbleiben, nicht gleich klein beigeben und Projekte konsequent umsetzen – das sieht er als seine Stärken. So haben viele, viele Gespräche dazu geführt, dass in naher Zukunft eine weitere Hausarztpraxis in Sachsen eröffnen wird. Sie wird in den Generationenpark einziehen, der im Bergfeld entsteht, verkündet er. Meyer hofft, dass es im Laufe des Jahres so weit ist. Weil der Bau dann noch nicht fertig sein wird, soll die Praxis anfangs im Rathaus untergebracht werden. „Es ist wichtig, dass wir im Bereich der ärztlichen Versorgung vorwärtskommen.”

Gewerbegebiet und Wohnbebauung

Auch über zwei andere bedeutende Projekte der nächsten Wahlperiode sind sich Meyer und die Sprecher der Gemeinderatslisten einig: die Entwicklung von Wohngrundstücken auf dem früheren Edeka-Areal sowie die Ausweisung des Gewerbegebiets bei Neukirchen. Das sich dort hoffentlich bald ansiedelnde Kleingewerbe soll nicht nur den Gewerbesteuerausfall durch den Weggang der Edeka kompensieren, auch Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Eine gemeinsame Liste mit elf Kandidierenden bilden die SPD und die Unabhängige Wählergemeinschaft Sachsen (UWG). Man wolle angesichts des Erstarkens von ultrakonservativen Parteien die demokratischen Kräfte bündeln und sicherstellen, dass die gute Entwicklung der Gemeinde weiter so verläuft, erklärt Zweiter Bürgermeister Franz Meißner. „Die letzten sechs Jahre im Gemeinderat waren sehr, sehr effektiv und kollegial”, findet auch UWG-Gemeinderätin Katja Breck. „Die Parteizugehörigkeit ist im Grunde unwichtig. Es geht um unsere Heimatgemeinde. Jeder versucht, das Beste einzubringen und sich aktiv zu beteiligen.” Mit der Arbeit des amtierenden Bürgermeisters sind beide Gruppierungen zufrieden.

Deshalb stellen sie keinen eigenen Kandidaten auf. „Warum soll ich versuchen, etwas zu ändern, das für die Gemeinde gut ist – auch wenn die Parteizugehörigkeit eine andere ist?”, bemerkt Breck. Zudem sei es generell nicht einfach, jemanden für so ein Amt zu begeistern. Seit der Corona-Pandemie sei es zunehmend schwierig geworden, Personen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

Die Ziele der Liste sind breit gefächert: Zum einen will man einen Fokus auf die Jugendarbeit legen, zum anderen aber auch die medizinische Versorgung im Blick behalten, besonders weil der Anteil der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger in Sachsen wächst. Während ein Seniorenheim bereits in Planung ist, stehen auf der Agenda der Liste beispielsweise ein preiswertes Essensangebot für Seniorinnen und Senioren sowie mehr Barrierefreiheit.

Seit 2019 gibt es den Ortsverband Lichtenau/Sachsen von Bündnis 90/Die Grünen. Eine eigene Gemeinderatsliste haben die Grünen in Sachsen jetzt aber zum ersten Mal aufgestellt, neun Bewerberinnen und Bewerber wollen das Gremium verstärken. Angeführt wird die Liste von Stefanie Radinger. „Die Entscheidungen, die im Gemeinderat getroffen werden, betreffen uns hier vor Ort. Wir möchten sie als Grüne aktiv mitgestalten und an guten Lösungen mitarbeiten.”

Lebenswert für alle Generationen

Das bezieht sich auch auf die Entwicklung des neuen Wohngebiets. Hier sollten bezahlbare und innovative Wohnformen verwirklicht werden, wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser, erklärt Radinger. Wichtig sei, dass Sachsen für alle Generationen lebenswert bleibe. Und für uns spielt natürlich auch immer die Nachhaltigkeit eine Rolle – dafür sind wir ja die Grünen.”

Sollten sie in den Gemeinderat gewählt werden, wollen die Grünen mit frischem Wind ans Werk gehen. „Wir denken, dass wir neue Sichtweisen und Ideen einbringen können, weil wir noch einen unverbrauchten Blick haben”, meint Stefanie Radinger. Auch die Neuen auf der Wahlvorschlagsliste streben eine konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen an. „Wir möchten ein Miteinander statt ein Gegeneinander”, macht die Sprecherin deutlich. „Wir wollen ja alle das Beste für Sachsen erreichen.”

Die Wahl in Sachsen

  • Bürgermeister-Kandidat
    Bernd Meyer (CSU)
  • Amtsinhaber seit 2020
    Bernd Meyer (CSU)
  • Listen für den Gemeinderat
    CSU
    Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG)/SPD
    Bündnis 90/Die Grünen
  • Bisherige Sitzverteilung im 16-köpfigen Gemeinderat
    CSU: 9 Sitze
    UWG: 5 Sitze
    SPD: 2 Sitze


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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