Bürgermeister-Wahl in Oberdachstetten 2026: Dafür stehen die drei Kandidierenden | FLZ.de

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Bürgermeister-Wahl in Oberdachstetten 2026: Dafür stehen die drei Kandidierenden

Der amtierende Bürgermeister Martin Assum auf dem Weg ins Rathaus: Seit 2014 lenkt er mit seinem Team die Geschicke in der Gemeinde im nördlichen Landkreis.  (Foto: Nina Stadlinger)
Der amtierende Bürgermeister Martin Assum auf dem Weg ins Rathaus: Seit 2014 lenkt er mit seinem Team die Geschicke in der Gemeinde im nördlichen Landkreis. (Foto: Nina Stadlinger)
Der amtierende Bürgermeister Martin Assum auf dem Weg ins Rathaus: Seit 2014 lenkt er mit seinem Team die Geschicke in der Gemeinde im nördlichen Landkreis. (Foto: Nina Stadlinger)

Seit 2014 ist Martin Assum Bürgermeister in Oberdachstetten, und er möchte es für weitere sechs Jahre bleiben. Assums Gegenkandidatin ist Eileen Gillwald, die für die Bürgerinitiative „Wahlheimat Oberdachstetten” antritt. Zudem kandidiert Edwin Krug für die SPD.

Die Pläne der drei Kandidierenden sind ähnlich, ob es nun um die medizinische Versorgung in Oberdachstetten geht oder um die Ansiedlung von Unternehmen, um das Angebot von Lebensmitteln vor Ort, um Bauplätze oder ein attraktiv gestaltetes Ortsbild.

„Viele Pflichtaufgaben” stünden in den nächsten sechs Jahren an, betont Assum. Herausforderungen, die auf den künftigen Bürgermeister oder die Bürgermeisterin zukämen. Es sei im Vorfeld der Wahl natürlich „verlockend”, über „die eher einfachen und beliebten Themen“ zu sprechen, über schöne Projekte, die in der Gemeinde umgesetzt werden könnten. „Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass vieles angegangen werden muss, was wirklich herausfordernd sein wird, an dem wir aber nicht vorbeikommen.“

Abwasserentsorgung fit für die Zukunft machen

Ein Themenschwerpunkt werde es sein, „die Abwasserentsorgung fit für die Zukunft zu machen”, erklärt der Bürgermeister. „Hier steht die Erneuerung der Kläranlage ebenso auf der Agenda wie die Sanierung von Abwasserleitungen. Im baulichen Bereich stehen auch der flächendeckende Breitbandausbau, die Schaffung eines Nahwärmenetzes sowie Maßnahmen der Städtebauförderung im Ortszentrum an.” Zentrale Punkte seien zudem „die Belebung des Gewerbegebietes, die Unterstützung der Vereine und Feuerwehren in allen Ortsteilen, die Stärkung der Lebensmittelversorgung und der hausärztlichen Versorgung in unserer Gemeinde”.

Mit Blick auf das Gewerbegebiet ist es Assum wichtig, „eine nachhaltige Auswahl mit einem Mehrwert für Oberdachstetten” zu treffen. Es sei langfristig gesehen nicht unbedingt das Beste, möglichst schnell alle Lücken zu füllen und dann womöglich keinen Platz mehr zu haben für eine wichtige Ansiedlung, so Assum. „Das ist manchmal ein Balanceakt.“

Wegen Verunglimpfung und Bedrohungen verzichtet Oberdachstettens Bürgermeister Martin Assum nun auf Wahlkampf in sozialen Medien. (Archivbild: Lara Hausleitner)
Wegen Verunglimpfung und Bedrohungen verzichtet Oberdachstettens Bürgermeister Martin Assum nun auf Wahlkampf in sozialen Medien. (Archivbild: Lara Hausleitner)

„Schutz der Familie geht vor”: Oberdachstettens Bürgermeister verlässt Instagram

Nur wenige Tage nach seiner Anmeldung wird Martin Assum per Fake-Profil auf Instagram bedroht. Der CSU-Politiker und seine Familie sind schockiert.

In Kooperation mit der Diakonie werde in den nächsten Jahren eine Tagespflegeeinrichtung geschaffen, schildert Assum. Ein weiteres konkretes Ziel sei „die Belebung des Ortszentrums mit Umgestaltung des Rathaushofs bis zum Kirchplatz“. Rückblickend verweist der Bürgermeister auf einige in seiner Amtszeit auf den Weg gebrachte Projekte: vom Neubau des Kindergartens bis zur erneuerten Sportanlage der Schule, von der Erschließung des Gewerbegebietes an der B 13 bis zur Gestaltung im Umfeld des barrierefreien Bahnhofes.

Bürgermeister zu sein in der 1650-Einwohner-Gemeinde im nördlichen Landkreis Ansbach, bedeutet Assum viel. „Ich bin in Oberdachstetten aufgewachsen, ich kenne die Menschen hier und fühle mich ihnen sehr verbunden“, schildert der 50-jährige Bauingenieur, der drei Kinder hat. Im Hauptberuf leitet Assum den Bereich Straßenbau am Staatlichen Bauamt Ansbach.

Bürger formulierten ihre Bedürfnisse

Eileen Gillwald ist 36 Jahre alt, Mutter eines Kindes, hat ein Hochschulstudium mit einem Master of Science abgeschlossen und ist bei einer Unternehmensberatung in Oberdachstetten tätig. Die gebürtige Nürnbergerin lebt seit 25 Jahren in Oberdachstetten. Im Ort fühlt sie sich fest verwurzelt, er ist und bleibt ihre „Wahlheimat”, wie sie betont. „Wahlheimat Oberdachstetten” heißt auch die parteiunabhängige Bürgerinitiative, für die Gillwald als Bürgermeisterin ins Rathaus einziehen möchte.

Die Ziele der „Wahlheimat Oberdachstetten” basierten auf den Ergebnissen einer Bürgerbefragung, erklärt die Kandidatin. Sieben Wünsche und Bedürfnisse hätten sich dabei ergeben – und genau die stünden nun auf der Agenda. Der erste und wichtigste Punkt sei „die medizinische Versorgung wieder direkt im Ort”, so Gillwald.

Punkt Nummer zwei ist laut der Befragung „eine offene und verständliche Kommunikation”. Ein Kommunikationsbeauftragter, zuständig für offline und online, solle dafür künftig eingesetzt werden. Gerade mit Blick auf das Großprojekt Kläranlage sei auf jeden Fall eine gute Kommunikation und umfassende Information wichtig, meint Gillwald: „Um die Leute auf die Reise mitzunehmen, auch wenn unbequeme Entscheidungen notwendig sind.”

Lokale Einkaufsmöglichkeiten sollen erweitert werden

Der dritte Punkt ist „die Stärkung der Wirtschaft in Verbindung mit der Ansiedlung von Gewerbe und der Unterstützung von Unternehmen vor Ort”. Weiter auf der Liste stehe als Punkt vier „eine Erweiterung lokaler Einkaufsmöglichkeiten”, erklärt Gillwald. „Uns schwebt ein 24-Stunden-Dorfladen vor.” Punkt fünf ist die attraktive Gestaltung des Ortsbildes, Punkt sechs betrifft Freizeitangebote und Barrierefreiheit, Punkt sieben das soziale Miteinander.

„Für eine Gemeinde, die versorgt, verbindet und beteiligt” – so lautet das Motto der Bürgerinitiative. Mit einem klaren „Nein” positioniert sich die „Wahlheimat” gegen die geplante Neugestaltung des Dorf- und Kirchplatzes. Die Ausgaben allein für die Planung sind aus ihrer Sicht zu hoch. „Die Gelder brauchen wir definitiv woanders, wenn man die Wünsche aus der Bürgerbefragung priorisiert.”

Unabhängigkeit und lokale Verwurzelung

Der dritte Kandidierende in Oberdachstetten ist Edwin Krug. Der selbstständige Bilanzbuchhalter und Auditor geht für die SPD ins Rennen. „Unter dem Leitmotiv ,Aus eigener Kraft‘ präsentiere ich mein Programm, das auf echte Unabhängigkeit und lokale Verwurzelung setzt”, schreibt der 51-Jährige in einer Pressemitteilung. „Ein zentraler Baustein ist für mich das Gewerbegebiet Rezatquelle.” Dessen Potenzial werde bisher kaum genutzt. „Wir müssen aktiv um Betriebe werben, die zu uns passen.”

Auch das Thema Hausarztversorgung steht weit oben auf Krugs Agenda. Statt Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, setzt er auf ein anderes Konzept: „Mein Gegenentwurf ist ein Heimat-Stipendium. Ich will, dass die Gemeinde Medizinstudierende aus der Region mit einem eigenen Heimat-BAföG unterstützt. Im Gegenzug verpflichten sich diese, später als Hausärzte in Oberdachstetten tätig zu sein. Ein Arzt, der hier verwurzelt ist, bleibt aus Überzeugung.”

Ohne Arbeitsplätze vor Ort „ziehen die Jungen weg”

Krugs Ziel ist es, „Kinder und Enkelkinder” an die Gemeinde zu binden. „Wenn Arbeitsplätze vor Ort fehlen und die Grundversorgung wegbricht, ziehen die Jungen weg – oft für immer. ,Aus eigener Kraft‘ heißt deshalb für mich: Wir schaffen heute Perspektiven, damit unsere Enkel morgen hier nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten und leben können.” Es wolle nicht „auf externe Retter” warten.

Neben seinem Beruf widmet sich Edwin Krug, der in Oberdachstetten wohnt, zusammen mit seiner Schwester der Pflege seiner betagten Eltern. „Ich kenne die Herausforderungen der medizinischen Versorgung und Pflege aus eigenem Erleben”, so Krug. „Ich setze mich dafür ein, dass unsere Senioren ihren Lebensabend würdevoll in ihrer vertrauten Heimat verbringen können.”

Die Wahl in Oberdachstetten

  • Bürgermeister-Kandidaten:
    Martin Assum, CSU
    Edwin Krug, SPD
    Eileen Gillwald, Wahlheimat Oberdachstetten
  • Amtsinhaber (seit 2014):
    Martin Assum, CSU
  • Listen für den Gemeinderat:
    CSU
    SPD
    Eintracht Mitteldachstetten
    Wahlheimat Oberdachstetten
  • Bisherige Sitzverteilung im 12-köpfigen Gemeinderat
    CSU: 7
    SPD: 3
    Eintracht Mitteldachstetten: 2


Lara Hausleitner
Lara Hausleitner
Redakteurin für Lokales und Kultur - und Reisende aus Leidenschaft.

"I have never written a word that did not come from my heart. I never shall."
Nellie Bly
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