Bürgermeister-Wahl 2026: So wollen Ruh oder Grünwald Feuchtwangen gestalten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.02.2026 17:00

Bürgermeister-Wahl 2026: So wollen Ruh oder Grünwald Feuchtwangen gestalten

Dr. Ulrich Grünwald tritt in Feuchtwangen gegen Amtsinhaber Patrick Ruh an. (Foto: Markus Schwarze, Thomas Hierl)
Dr. Ulrich Grünwald tritt in Feuchtwangen gegen Amtsinhaber Patrick Ruh an. (Foto: Markus Schwarze, Thomas Hierl)
Dr. Ulrich Grünwald tritt in Feuchtwangen gegen Amtsinhaber Patrick Ruh an. (Foto: Markus Schwarze, Thomas Hierl)

Bleibt der amtierende Bürgermeister Patrick Ruh (CSU) nach drei Wahlperioden im Amt, oder entscheiden sich bei der Kommunalwahl am 8. März die Feuchtwanger Wahlberechtigten für seinen Herausforderer, den parteilosen Dr. Ulrich Grünwald, der von drei Parteien und Gruppierungen unterstützt wird?

Patrick Ruh (57), in Freiburg geboren, strebt seine vierte Amtszeit an. Als Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Wolf Rüdiger Eckhardt war er 2008 ins Amt gekommen. Seither lebt er mit seiner Familie – Ruh ist verheiratet und hat zwei Töchter – in Feuchtwangen. Der Volljurist ist seit 1987 politisch aktiv. Seine Anfänge liegen in der Jungen Union.

Wirtschaftskrise als große Herausforderung für Ruh

Er sieht für eine mögliche nächste Amtszeit als größte Herausforderung für Feuchtwangen, der wirtschaftlichen Krise in Deutschland und dem allgemeinen Abbau von Arbeitsplätzen zu begegnen. „Dazu gehören insbesondere die Auswirkungen der Entwicklungen der Automobilbranche und der Baubranche”, stellt er fest. Feuchtwangen als Industriestandort ist davon unmittelbar betroffen, ist einer der größten Betriebe und Arbeitgeber doch ein Zulieferer im Automobilsektor. „Es geht darum, Arbeitsplätze in Feuchtwangen zu sichern und auszubauen”, ist sein Ansatz für die kommenden sechs Jahre.

Der Amtsinhaber will den Schwerpunkt seiner Arbeit darauf richten, „den Menschen eine Lebensgrundlage in der Heimat zu bieten”, betont er. Vorrangig ist es für ihn, „Feuchtwangen weitere Wettbewerbsvorteile zur Unterstützung der vorhandenen Betriebe, aber auch zur Ansiedelung neuer Betriebe zu verschaffen”. Dazu gehören für den 57-Jährigen der weitere Ausbau der Verkehrs- und Glasfaserinfrastruktur, aber auch günstige Energiepreise.


Ich will den Menschen eine Lebensgrundlage in der Heimat bieten.

Patrick Ruh

Zudem will er die Kinderbetreuung, aber auch Pflege- und Gesundheitsangebote weiter ausbauen und neue Freizeitangebote schaffen. Sein Fokus gilt auch dem Ausbau der Hotel- und Gastronomieangebote. Weil aber die Rahmenbedingungen der Kommunen auch in finanzieller Hinsicht schwieriger werden, müsse dies alles mit einer stabilen Haushalts- und Kassenlage einhergehen.

Sollten ihm die Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger zum vierten Mal ihr Vertrauen aussprechen, will er als erstes die Neuansiedlung eines Betriebes angehen, die Energieunabhängigkeit weiter vorantreiben, die Ganztagsbetreuung umsetzen und die Kreuzgangspielsaison auch in diesem Jahr wieder zu einem Erfolg werden lassen.

In Feuchtwangen findet am 8. März 2026 die Kommunalwahl statt. (Grafik: Susanne Pöhlmann)
In Feuchtwangen findet am 8. März 2026 die Kommunalwahl statt. (Grafik: Susanne Pöhlmann)

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Grünwald will sich für die Gemeinschaft einsetzen

Ruhs Herausforderer Dr. Ulrich Grünwald (62) wird von Wir für Feuchtwangen/Grüne, SPD und Wir wollen Wandel ins Rennen geschickt. Dass drei Parteien und Gruppen sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt haben, ist in der jüngeren Feuchtwanger Geschichte eine Novum. Der Rechtsanwalt und Steuerberater arbeitet derzeit noch in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Ende März endet sein Vertrag, dann tritt er in den Ruhestand ein, wie er erklärt. Kommunalpolitisch aktiv war er bisher nicht. Grünwald ist verheiratet und gibt als Wohnorte Berlin und Dinkelsbühl an.

Die Füße im Ruhestand hochlegen wollte der 62-Jährige nicht. Grünwald will sich für die Gemeinschaft einbringen. Das war die Motivation, der Bitte seiner drei Unterstützer-Gruppen um seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Feuchtwangen nachzukommen. Seit seiner Nominierung hat der gebürtige Dinkelsbühler viele Gespräche geführt, Wahlversammlungen abgehalten und Veranstaltungen besucht. Dabei habe er bei den Menschen Neugier an seiner Person wahrgenommen, berichtet er. Die Veranstaltungsräume seien stets voll gewesen.


Unzufriedenheit in Aufbruchstimmung wandeln.

Dr. Ulrich Grünwald

Außerdem hat er eine Bürgerumfrage gemacht, die, wie er erläutert, „deutlich Unzufriedenheit, aber noch deutlicher den Wunsch nach Veränderung” zeige. Deshalb will er diese von ihm ausgemachte Unzufriedenheit in eine Aufbruchstimmung umwandeln. „Das erscheint mir die größte Herausforderung zu sein”, beantwortet er die Frage, worin er die größte Herausforderung für die Kommune in den kommenden sechs Jahren sieht.

Seine Handlungsschwerpunkte sieht er im Falle seiner Wahl bei den Finanzen, der Stadt- und Verkehrsentwicklung, in der medizinischen Versorgung sowie bei der Jugend. „Hier müssen gleichermaßen Schwerpunkte gesetzt werden”, ist der 62-Jährige überzeugt.

Und was würde Grünwald als erstes anpacken, sollte er am 8. März gewählt werden? „Bürgernähe, Kommunikation und Transparenz. Ich bin erreichbar. Ich höre zu – schon jetzt, vor der Wahl”, unterstreicht er.

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