Das Brauereiprojekt in der Altstadt könnte nun wieder an Fahrt aufnehmen. Ein Betreiberkonzept liegt vor, bestätigte nun Bürgermeister Stefan Bach (Bürgerforum).
„Es war jetzt erstmal am wichtigsten, einen Betreiber zu finden und mit ihm das Konzept zu erstellen“, sagte Bach. Das ist nun geschehen. Bach ist sehr erleichtert, dass er nach längerer Suche jemanden gefunden hat, der die Gastronomie an dieser besonderen Stelle in der Altstadt übernehmen will. Man sei sich inzwischen im Prinzip handelseinig ist, so Bach.
Anfang kommenden Jahres will der Bürgermeister genauer informieren, was passieren soll und wie der Zeitplan aussieht, erklärte er in der Bürgerversammlung. Bevor das geschieht, sollten aber die Details zu den Fördermöglichkeiten vorliegen. Darum will sich die Verwaltung in den kommenden Wochen bemühen. Bach: „Die Regierung hat immer gesagt: Ohne Betreiber gibt es keine Zuschüsse. Leerstand wird nicht gefördert.“
Lange hat die Stadt an dem Prestigeprojekt festgehalten. Im Juli 2017 konnte die Stadt Merkendorf das Anwesen erwerben, weil sie eine zweckgebundene Spende von Dr. Wilhelm Hellein, einem Nachfahren der Brauerfamilie, bekommen hatte. Das Grundstück ist etwas über 1000 Quadratmeter groß und fast komplett von dem Bau bedeckt. Es grenzt direkt an das Rathaus an. Die Pläne waren groß. Schau-Brauerei, attraktive Gastronomie mit Nebenzimmer, 17 Hotelzimmer. Und ganz nebenbei sollte eine Anbindung ans Rathaus erfolgen, um die dortigen Platzprobleme zu lösen. Den barrierefreien Zugang zur Stadtverwaltung hätte es dabei als Sahnehäubchen noch oben drauf gegeben.
Doch die Kosten explodierten. Bei der Vorstellung des Projektes 2018 war noch von acht Millionen Euro die Rede, fünf Jahre später lag man fast beim Doppelten. Das kann sich Merkendorf nicht leisten, entschied der Stadtrat im April 2023. Das Architekturbüro suchte nach Einsparmöglichkeiten. Der Verzicht auf die Schau-Brauerei und die Reduzierung der Hotelzimmer von 17 auf elf sollen die Kosten senken.
In der Öffentlichkeit war es in den vergangenen Monaten still um das Vorzeigeprojekt geworden. Die Gespräche liefen hinter den Kulissen. Im Stadtrat wurde lediglich bei verschiedenen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass die Probleme Barrierefreiheit und fehlender Platz im Rathaus nicht in Vergessenheit geraten dürften.
Zuletzt hat Roland Lenz (Bürgerforum) an das Vorhaben erinnert, als er in der jüngsten Sitzung die Ergebnisse der Rechnungsprüfung für das vergangene Jahr vorstellte. Vor allem mit Blick auf den fehlenden barrierefreien Zugang ins Rathaus meinte er: „Der Stadtrat sollte dieses Thema mit höchster Priorität verfolgen.“