Autoversicherung: Ältere zahlen oft mehr - so sparen sie | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.08.2026 05:05

Autoversicherung: Ältere zahlen oft mehr - so sparen sie

Kfz-Police: Die Stiftung Warentest hat 36 Autoversicherungstarife mit Blick auf die Alterszuschläge analysiert.  (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Kfz-Police: Die Stiftung Warentest hat 36 Autoversicherungstarife mit Blick auf die Alterszuschläge analysiert. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Kfz-Police: Die Stiftung Warentest hat 36 Autoversicherungstarife mit Blick auf die Alterszuschläge analysiert. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)

Für Autofahrer wird die Kfz-Versicherung teuer, je älter sie werden. In einer beispielhaften Berechnung der Stiftung Warentest zahlt ein 90-jähriger Modellkunde im Westen Berlins für eine Absicherung in der Kfz-Haftpflicht durchschnittlich 177 Prozent mehr als mit 55: Den 90-Jährigen kostete sie im Schnitt 657 Euro im Jahr, den 55-Jährigen 237 Euro. Bei der Kombination aus Haftpflicht und Vollkasko lag die Steigerung im Schnitt bei 154 Prozent - für den 55-jährigen Modellkunden kostete sie im Schnitt 777 Euro, für den 90-Jährigen 1.971 Euro. 

Ab wann Alterszuschläge erhoben werden, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Manche beginnen schon vor dem 60. Lebensjahr, andere ab 65 Jahren. Ab 82 Jahren deckeln dann viele den Zuschlag, bei wenigen Anbietern steigt er auch danach noch, berichtet die Verbraucherschutzorganisation in ihrer Zeitschrift „Stiftung Warentest Finanzen“ (Ausgabe 9/2026).

Große Preisunterschiede beim Anbietervergleich

Die Experten haben für ihre Untersuchung 36 Autoversicherungstarife herangezogen, die sie in einem generellen Test im vorigen Herbst als günstig und empfehlenswert bewertet hatten, und sie mit Blick auf die Alterszuschläge analysiert. Das Sparpotenzial lag hier bei teils mehreren Hundert Euro - so kosteten etwa die drei preisgünstigsten Vollkasko-Stadt-Tarife für den 90-jährigen Modellkunden zwischen 1.344 und 1.603 Euro Jahresbeitrag, während der Durchschnitt aller Anbieter bei 1.971 Euro lag. 

Es lohne sich daher, Beiträge regelmäßig zu vergleichen und bei Preisunterschieden den Anbieter zu wechseln. Wichtig ist dabei aber: Wer neben der Kfz-Haftpflicht auch eine Kaskoabsicherung möchte, sollte erst den alten Vertrag kündigen, wenn der neue abgeschlossen ist. Denn bei der Kasko besteht im Gegensatz zur Haftpflicht kein Aufnahmezwang - der Versicherer kann diesen Schutz also verweigern. Wer dann bereits den alten Vertrag gekündigt hat, steht erst mal vor einem Problem.

Weniger blechen: So lassen sich Beiträge ohne Versicherungswechsel drücken

Doch auch ohne Vertragswechsel gibt es Sparpotenzial. Sinkt die jährliche Laufleistung, beispielsweise nach dem Renteneintritt, sollte man dies dem Versicherer melden - wer 10.000 statt 15.000 Kilometer fährt, spart laut Stiftung Warentest im Schnitt zehn Prozent. Wer sich auf eine Werkstattbindung einlässt, kann auf bis zu 20 Prozent Rabatt hoffen.

Natürlich bringt es auch viel, wenn man über viele Jahre unfallfrei bleibt und in den Schadenfreiheitsklassen nach oben klettert: Das kann den Effekt der Alterszuschläge deutlich abmildern.

Teils mehr als 1.000 Euro Beitragsersparnis im Jahr birgt der mögliche Verzicht auf den Kaskoschutz - gerade bei älteren Autos, die nicht mehr viel wert sind, sei dieser oft nicht unbedingt nötig, heißt es in dem Bericht.

Einen interessanten Sparansatz gibt es für Paare mit größerem Altersunterschied: In der Analyse der Stiftung Warentest konnte ein Modellehepaar (60 und 70 Jahre alt, gleiche Schadenfreiheitsklasse) bis zu 215 Euro im Jahr sparen, wenn Vollkasko und Haftpflicht vom jüngeren Partner abgeschlossen wurden. Auch hier lohne der Vergleich.

Statistisch größeres Risiko rechtfertigt Ungleichbehandlung

Rechtlich sind die Alterszuschläge übrigens nicht zu beanstanden. Gesetzlich seien altersbedingte Ungleichbehandlungen zulässig, wenn eine Altersgruppe versicherungsmathematisch ein größeres Risiko darstelle. Aus diesem Grund zahlten Fahranfänger oft sogar noch mehr als Ältere, weil sie noch nicht vom Rabatt für unfallfreie Jahre profitierten - für Senioren ein „schwacher Trost“, schreibt die Stiftung Warentest.

© dpa-infocom, dpa:260817-930-539925/1


Von dpa
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