Ausbau des S-Bahn-Netzes in Westmittelfranken: Wie es schneller gehen könnte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.11.2025 19:14

Ausbau des S-Bahn-Netzes in Westmittelfranken: Wie es schneller gehen könnte

Die S-Bahn, hier am Bahnhof in Ansbach, ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Westmittelfranken. Beim geplanten Ausbau des Netzes sollten auch batterieelektrischen Züge zum Einsatz kommen, fordert der Verkehrsclub Deutschland.  (Foto: Thomas Schaller)
Die S-Bahn, hier am Bahnhof in Ansbach, ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Westmittelfranken. Beim geplanten Ausbau des Netzes sollten auch batterieelektrischen Züge zum Einsatz kommen, fordert der Verkehrsclub Deutschland. (Foto: Thomas Schaller)
Die S-Bahn, hier am Bahnhof in Ansbach, ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Westmittelfranken. Beim geplanten Ausbau des Netzes sollten auch batterieelektrischen Züge zum Einsatz kommen, fordert der Verkehrsclub Deutschland. (Foto: Thomas Schaller)

Ideen für den Ausbau des S-Bahn-Netzes in Westmittelfranken gibt es viele. Gemeinsam ist fast allen, dass sie teuer sind und es lange dauern wird, bis sie umgesetzt werden.

Vor einigen Tagen waren die Vorschläge beim Dialogforum zum S-Bahn-Ausbauprogramm Nürnberg präsentiert worden. Jetzt hat dazu die Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim des Verkehrsclubs Stellung genommen. „Müssen S-Bahn-Linien alle elektrifiziert sein?” fragt sich Hans Löffler von der VCD-Kreisgruppe.

Nur neue Züge statt Baustellen nötig

Die Frage stelle sich, wenn man die Strecken von Neustadt nach Steinach und von Siegelsdorf nach Markt Erlbach in das Nürnberger S-Bahn-Netz aufnehmen will. Die Bahnbranche habe batterieelektrische Züge entwickelt, die sowohl auf elektrischen Strecken als auch auf nicht elektrifizierten Strecken unterwegs sein können. Deshalb fordert die VCD-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, diese Möglichkeit für die genannten Strecken zu prüfen. Dadurch würden längere Bauzeiten an den Strecken für die Elektrifizierung entfallen und das Vorhaben könne insgesamt schneller umgesetzt werden, da es nur neue Züge bräuchte.

Das wäre nach Einschätzung des VCD auch finanziell günstiger. Außerdem wären keine weiteren Baustellen nötig. Während der Fahrt unter Draht könnten die Batterien aufgeladen werden, um dann mit dem Strom aus den Batterien auf dem Rest der Strecke zu fahren.

Züge mit elektrischem Antrieb seien umweltfreundlicher als die zur Zeit eingesetzten Züge mit Dieselantrieb. „Deswegen sollte die Umsetzung möglichst schnell erfolgen”, heißt es in einer Mitteilung der VCD-Kreisgruppe. Mit den Akkuzügen statt des Stromnetzes werde es auch leichter, ein Ausweichgleis zu betreiben, um einen Halbstundentakt von Neustadt nach Steinach einrichten zu können.

Weitere geeignete Strecken über die vom VCD genannten hinaus könnten die Verbindungen von Wicklesgreuth nach Windsbach, von Steinach nach Rothenburg und von Gunzenhausen nach Wassertrüdingen sein sowie die Route von Dombühl nach Wilburgstetten, deren Reaktivierung angestrebt wird.

Strecken durchbinden bis nach Hersbruck

Die S-Bahnen sollten laut dem Verkehrsclub zudem durchgebunden werden, zum Beispiel von Steinach bis nach Hersbruck oder Altdorf, sodass kein längerer Aufenthalt in Nürnberg nötig wäre und die Gleise dort schnell wieder frei werden.

Mit seinen Vorschlägen will der VCD zu einer guten, umweltfreundlichen Entwicklungen des ÖPNV beitragen.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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