Wer am kommenden Wochenende (24. bis 26. Juli) mit dem Auto in den Urlaub aufbrechen will, braucht noch mehr Geduld und Nerven als in den Vorwochen. Übertrieben? Nein, denn laut ADAC droht auf vielen Autobahnen „jetzt der Dauerstau“. Ganz Europa sei auf Achse.
Die Prognose des Auto Club Europa (ACE) sieht es genauso. Das kommende Wochenende verspricht erneut „eines der staureichsten des Sommers“ zu werden. Es dürften sich vor allem wieder füllen: die Routen in Richtung Süden, die Strecken weiter in die Alpen und ans Mittelmeer sowie die Wege an die Küsten von Nord- und Ostsee.
Doch auch der Verkehr auf den Heimreisespuren nimmt den Clubs zufolge deutlich zu. Denn so enden in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bald die Ferien. Aus Nordrhein-Westfalen rollt demnach die zweite Reisewelle an. Dazu gesellen sich Urlaubs- und Transitfahrer aus den Niederlanden, wo ebenfalls die zweite Ferienwelle startet.
Vor allem am Freitagnachmittag bis in den Abend hinein und am Samstagvormittag ist mit langen Staus zu rechnen. Und gerade bei schönem Wetter dürften zudem viele Tagesausflügler oder Kurzentschlossene für Trubel sorgen - auch auf dem untergeordneten Straßennetz in die Naherholungsgebiete.
Gebremst wird der Verkehr vielerorts durch zahlreiche Dauerbaustellen - der ADAC zählt derzeit rund 990. Dazu könnten noch kurzfristige Baustellen kommen.
Wer beim Termin für den Reisestart etwas flexibel ist, sollte das nutzen und besser unter der Woche am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen.
Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Erholungsreisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.
Wer unbedingt am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder überlegen, in der Nacht zu fahren. Das allerdings erfordert noch mehr Konzentration, richtige Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Vom Wochenende ist der Sonntag noch der beste Reisetag - mit den erst am Mittag zu erwartenden StaugefahrenDer ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München, dazu auf den Fernstraßen und Nebenstrecken zur Nord- und Ostsee sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
Die meisten Länder haben laut ADAC nun Sommerferien, unter anderem Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien, Belgien, Frankreich und die Schweiz. So kann der Reiseverkehr im Ausland oft quälend langsam werden oder gar stillstehen - und das lange. Das gilt auch für Österreich, wo vor allem die Transitstrecken stark belastet sind.
Als Hauptverkehrszeiten nennt der ACE den Freitagnachmittag - speziell in den Ballungsräumen - sowie den Samstag. Am Sonntag herrsche Rückreiseverkehr, jedoch sei die Staugefahr „spürbar geringer“.
Zudem machen einige Baustellen den Reisenden das Leben weiterhin schwer. Das gilt etwa für die zur Generalsanierung der Luegbrücke (A 13) kurz vor dem Brennerpass sogar für die kommenden Jahre.
Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.
Auch in der Schweiz sind die Autobahnen belastet, vor allem die Transitrouten. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) speziell gefährdet. Dort sind laut ACE lange Staus mit zuweilen „erheblichen Wartezeiten“ vor dem Tunnel möglich - und das bereits ab Freitagnachmittag.
Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein. Reisende sollten entsprechend Wartezeiten einplanen.
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