Auf Ansbachs Milchhof-Areal entstehen über 220 neue Wohnungen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.05.2023 07:16

Auf Ansbachs Milchhof-Areal entstehen über 220 neue Wohnungen

So soll das Milchhof-Areal in Ansbach bebaut aussehen. (Grafik: OOW Architekten (Visualisierung))
So soll das Milchhof-Areal in Ansbach bebaut aussehen. (Grafik: OOW Architekten (Visualisierung))
So soll das Milchhof-Areal in Ansbach bebaut aussehen. (Grafik: OOW Architekten (Visualisierung))

Nach langem Hin und Her gibt es eine Zukunft für das Milchhof-Areal in Ansbach. Die BayernHeim GmbH will hier das Ansbach-Carré umsetzen – mit 104 geförderten Wohnungen, 83 modernen Studentenwohnplätzen, 35 frei finanzierten Appartements und vier Gewerbeeinheiten. Dies teilt die staatliche Wohnungsbaugesellschaft mit.

Alle Wohnungen an der Philipp-Zorn-Straße verfügen der Pressemitteilung zufolge über eine Terrasse, einen Balkon oder eine großzügige Dachterrasse – und sind barrierefrei gemäß den Wohnraumförderbestimmungen konzipiert.

Mit dem Projekt will die BayernHeim GmbH einen weiteren bedeutenden Beitrag dazu leisten, die Wohnsituation in Mittelfranken zu verbessern, wie das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mitteilte. Baubeginn für das Ansbach-Carré soll in den nächsten Wochen sei. In der Pressemitteilung ist von „Frühsommer 2023“ die Rede. Fertig soll der Komplex im ersten Quartal 2026 sein.

Die Grundstücksfläche beträgt demnach gut 14.000 Quadratmeter, also etwa die Größe zweier Fußballfelder. Im Südosten von Ansbach entstehen nach Angaben des Staatsunternehmens „sieben eindrucksvolle Baukörper mit drei bis fünf Geschossen in zeitgemäßer Bauweise“.

„Durch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, modernen Studentenwohnplätzen, frei finanzierten Appartements und zukunftsorientierten Gewerbeeinheiten trägt das Unternehmen entscheidend zur Lösung der Wohnungsknappheit bei und stärkt den sozialen Zusammenhalt in Ansbach“, erklärt das Unternehmen.

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) betont: „Das Ansbach-Carré ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie innovative und moderne Wohnquartiere entstehen sollten.“ Die BayernHeim GmbH habe bereits in der Planungsphase ein vielfältiges, nachhaltiges und sozial ausgewogenes Konzept entwickelt. Es biete Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und trage gleichzeitig dazu bei, den sozialen Zusammenhalt in der Region zu stärken.

Die Gebäude errichtet die Wohnungsbaugesellschaft im energetischen Standard KfW 55, wie sie ankündigt. Das innovative Energieversorgungskonzept umfasse Luft- und Wasserwärmepumpen in Kombination mit effizienten Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Gebäude. Die umfangreiche Dachbegrünung trage maßgeblich zur Nachhaltigkeit des Projekts bei.

Das Ansbach-Carré zeichne sich durch ein ganzheitliches Grün- und Freiflächenkonzept aus, das an das Landschaftsbild und den Höhenunterschied des Grundstücks angepasst sei. „Die umfangreiche Begrünung schafft Begegnungsflächen und fördert das Miteinander der Bewohner, während ein attraktives Lebensumfeld entsteht.“

Ralph Büchele erklärt als BayernHeim-Geschäftsführer: „Mit dem Ansbach-Carré setzen wir erneut Maßstäbe in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Um modernen Wohnansprüchen gerecht zu werden, setzen wir auf Quartiersentwicklungen, die gut angeschlossen sind, ein facettenreiches Wohnangebot ermöglichen und gleichzeitig eine ideale soziale Durchmischung sicherstellen.“

Die Gesamtinvestition für das Ansbach-Carré beläuft sich auf rund 58,3 Millionen Euro, wie die Wohnungsbaugesellschaft berichtet. Sie setze mit dem Projekt ihren erfolgreichen Kurs darin fort, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum in attraktiven Lagen in ganz Bayern zu schaffen. Gegründet habe man die GmbH 2018. „Die bayernweite Schaffung von preisgünstigem Wohnraum in Gebieten mit erhöhtem Wohnungsbedarf ist die Hauptaufgabe der Gesellschaft.“

Das Areal der einstigen Ansbacher Molkerei liegt seit zehn Jahren brach. Die Pläne für die Bebauung haben sich seitdem verändert. Der Wiener Kommerzialrat Friedrich Scheck hat das Projekt mit einer eigens gegründeten Firma in den vergangenen Jahren entwickelt und hatte für April diesen Jahres nach Jahren der Verzögerung einen Baubeginn fest versprochen.

Noch vor wenigen Wochen gab es Ärger, weil auf dem Grundstück mehr Bäume gefällt worden sind als ursprünglich vereinbart. Das war im März. Da war noch keine Rede davon, dass BayernHeim in das Projekt auf dem ehemaligen Areal der Bezirksmolkerei einsteigen würde. Insofern kam die Ankündigung aus dem Bauministerium nun überraschend.

Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft steht unter Druck, weil sie weit hinter den Zielvorgaben liegt. 2018 hatte Ministerpräsident Markus Söder den Bau von 10.000 Wohnungen bis 2025 angekündigt, vor einem Jahr waren es noch keine 1000.


Von Robert Maurer und Oliver Herbst
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