Die Songs von Cat Stevens sind längst zu Evergreens geworden, aber noch immer gern gespielte Werke. Mit seinem Tribute-Programm machte Sänger Patrick Snow zusammen mit seinen beiden Bandkollegen dem britischen Singer-Songwriter, einer Ikone der Siebziger-Jahre, in den Kammerspielen seine Aufwartung.
Würde man nur Snows Stimme hören, kämen selbst erfahrene Cat-Stevens-Fans ins Trudeln, so nah waren Stimmlage und Timbre Snows an seinem Vorbild. Der Schwerpunkt an diesem Abend lag in den 1970er-Jahren, die zu den erfolgreichsten von Cat Stevens (Jahrgang 1948) gehörten, bezog aber auch frühere Songs ein.
Damit es nicht beim Abarbeiten einer Songliste blieb, setzte Snow kleine Anekdoten oder Hintergrundinfos zu den Songs oder zum Leben des britischen Musikers dazwischen. Ein Großteil der Besucherinnen und Besucher hatte diese Zeit vermutlich, zumindest in Anklängen, selbst miterleben können. Umso schwieriger hätte es werden können, die Songs authentisch rüberzubekommen. Das gelang Patrick Snow und seinen beiden Kollegen Axel Burkhardt (Bass) und Geret Luhr (Gitarre) aber sehr gut.
Klar gehörten die bekanntesten Songs, etwa „Matthew and Son“, „Moonshadow“, „Where Did the Children Play“, „Miles from Nowhere“, „Sad Lisa“ oder auch „Morning Has Broken“ zu den ausgewählten Werken. Snow hatte aber auch unbekanntere dabei, etwa „I Love my Dog“, eines der ersten Lieder aus den Endsechziger Jahren. Unerwähnt durfte auch der Film „Harold and Maud“ aus dem Jahr 1971 nicht bleiben.
Cat Stevens hatte hier die meisten Songs beigetragen, etwa „If You Want to Sing Out, Sing Out“. „Ihr dürft alles machen“, so die charmante Einladung an alle. Seine beiden Kollegen machten da gleich mit, Bassist Burkhardt spielte im Liegen weiter, Gitarrist Luhr mit der Gitarre hinter dem Kopf. Und das Publikum? Das war zum Gesangspartner des Sängers avanciert. Mit großer Begeisterung.
Snow wechselte zwischen Gitarre und Klavier, in beiden Varianten großartig. Stille Singer-Songwriter-Momente und mitreißende Bandarrangements gleichermaßen. Die Idee zum Programm, erzählte der Sänger, sei ihm gekommen, als er Anfang der 2020er-Jahre den Song „Father and Son“ als Duo-Version von Yusuf Islam, vormals Cat Stevens, und Ronan Keating gehört hatte.
Die Texte von Cat Stevens geben viel persönlich Inspiriertes aus dem Leben des Musikers preis, gehen aber inhaltlich auch darüber hinaus, etwa Songs wie „Peace Train“ gehören dazu. Mit großer Empathie servierten die drei bekannte, aber auch weniger bekannte Lieder, ohne aber vorzugeben, das Original kopieren zu wollen. Jeder Song, jedes Solo, jeder Moment schien eine Verbeugung vor Cat Stevens zu sein.
Das Publikum hatten sie damit sofort gewinnen können. Es klatschte begeistert mit und war durchaus textsicher dabei. Snow forderte die Zuhörerinnen und Zuhörer immer wieder auf sehr charmante Weise dazu auf, mitzumachen. Eine große Cat-Stevens-Fan-Party eben.