Veröffentlicht am 14.10.2022 00:00

Anne Barkowski ist neue Kantorin in Bad Windsheim

Anne Barkowski ist neue Kantorin in Bad Windsheim. (Foto: Anna Franck)
Anne Barkowski ist neue Kantorin in Bad Windsheim. (Foto: Anna Franck)
Anne Barkowski ist neue Kantorin in Bad Windsheim. (Foto: Anna Franck)
Anne Barkowski ist neue Kantorin in Bad Windsheim. (Foto: Anna Franck)

„Ich lebe meinen Glauben in der Musik“, sagt Anne Barkowski, die künftig in Bad Windsheim als Kantorin wirkt und damit auf die in den Ruhestand verabschiedete Luise Limpert folgt. Dabei hatte ihr beruflicher Weg erst in eine andere Richtung geführt. „Fügung“ zog sie zur Kirchenmusik, ist die 33-Jährige überzeugt.

Anne Barkowski ist in einer musikalischen Pfarrersfamilie in Reichenschwand (Landkreis Nürnberger Land) aufgewachsen. Weil eine ihrer beiden Schwestern das Orgelspiel erlernte, kam diese für sie als Instrument nicht in Frage – und damit auch nicht die Kirchenmusik.

Stattdessen studierte Anne Barkowski Grundschullehramt mit ihrem „Lieblingsinstrument“: dem Violoncello. Doch nach dem ersten Staatsexamen dann die Wendung. „Als Lehrerin kann man nicht so viel aktiv Musik machen“, musste die 33-Jährige feststellen. Sie fehlte ihr. „Das ist mein Zuhause.“

Sich selbst herausgefordert

Also forderte sich Anne Barkowski selbst heraus: Sollte sie es schaffen, innerhalb von drei Monaten so gut Orgel spielen zu lernen, um die Aufnahmeprüfung fürs Studium zu schaffen, sollte es wohl so sein.

Wenig später fand sie sich im Studium in Bayreuth wieder. Besonders das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ wurde ihr in dieser Zeit wichtig. Es spende Trost, manches in Gottes Hand legen zu dürfen, sich nicht reinzustressen, alles unter Kontrolle haben zu müssen. Das bedeute nicht, gar nichts leisten zu müssen und nur auf Gott zu setzen. Stattdessen solle man Dinge eben so gut zu machen, wie es geht.

Abschiedsschmerz und erste feste Stelle

Es folgten ein Praxisjahr in München sowie vier Jahre als Dekanatskantorin in Elternzeitvertretung in Forchheim und Altdorf, die Anne Barkowski zeigten, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinde. Von dort geht die 33-Jährige nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge weg. Sie habe dort doch einiges aufgebaut, jüngst beispielsweise ein Vokalensemble neu gegründet.

Andererseits freut sie sich auf die neue Herausforderung in Bad Windsheim, ihre erste feste Stelle. Gut tue es, gemeinsam mit Pfarrerin Simone Fucker hier neu anzufangen. Die Kantorin ist sehr gespannt, habe bislang aber „rein Gutes“ von Bad Windsheim mitbekommen.

Derzeit mache sie sich mit den Bad Windsheimer Orgeln vertraut. Jede lasse sich schließlich etwas anders spielen. Anne Barkowski mag es, die verschiedenen Klänge zu mischen, auszuprobieren, was alles möglich ist. Beeindruckt sei sie von der Größe der Orgel in der Stadtkirche St. Kilian gewesen, „man kann sogar hineinlaufen“. So viele Register habe sie noch nie zur Verfügung gehabt.

Abwechslung im Job

In ihrem Job schätzt Anne Barkowski die Abwechslung. Die Arbeit mit Laien- und Profimusikern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Freilich gehören auch Büroarbeit und Organisation dazu, besonders freut sich die 33-Jährige aber, sich selbst kreativ und praktisch auszuleben. Sei es beim Kinderchor, beim Bezirksposaunenchor, in der Kantorei, bei ihren Orgelschülern oder im Gottesdienst.

Luise Limperts Projekte fortzuführen, wie beispielsweise den Orgelsommer, könnte sich Anne Barkowski vorstellen, so es denn gewünscht wird, ebenso möchte sie aber Neues initiieren, hätte beispielsweise Freude an der Arbeit mit Bands.

Barkowski mag alte Musik ebenso wie neue. Beides zu kombinieren, reizt die Kantorin. Aber: „Die geistliche Musik erfüllt mich anders“, die Texte gehen ihr nah. Eine Stelle als reine Pop-Kantorin wäre für sie deshalb nicht in Frage gekommen.

Von der Cellistin keine Spur

Übrigens: Ein erster Funken Orgel-Liebe wurde schon weitaus früher bei der Kantorin entfacht. Nämlich als sie für einen Gottesdienst als Cellistin engagiert war. Der Gottesdienst begann, von der Organistin keine Spur.

Also setzte sie sich ans Instrument und begleitete mit ihren Klavierkenntnissen. „Es hat keiner gemerkt“, erinnert sich Barkowski und lacht. „Ja, das wäre auch meins“, habe sie sich schon damals gedacht.


Anna Franck
Anna Franck

Redakteurin in Bad Windsheim

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