Die nächste Premiere steht an am Landestheater Dinkelsbühl: „Oskar und die Dame in Rosa“ nach einer Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt. In dem eindringlichen Stück spielt Léonie Thelen sämtliche Rollen – und lässt so eine ganz eigene Welt auf der Bühne entstehen.
Die Regisseurin Petra Dannenhöfer und die Schauspielerin Léonie Thelen haben aus der bekannten Erzählung des französischen Schriftstellers einen abendfüllenden Monolog gemacht. „Es geht um einen kleinen Jungen, der unheilbar an Leukämie erkrankt ist, aber dennoch um ein ganzes Leben, weil im Spiel ein Tag im wirklichen Leben ein Jahrzehnt erfundenes Leben sein kann”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Landestheaters. „Das Stück zeugt von der Energie der Poesie, der Kraft des Humors und der Stärke des Glaubens.”
„Oskar und die Dame in Rosa“ ist eine Produktion der Bühne „kleines theater – Kammerspiele Landshut“ aus dem Jahr 2011. Dort wird das Stück seitdem immer wieder gespielt, mit großem Erfolg. Die Produktion hat 2012 bei den Bayerischen Theatertagen in Augsburg den Publikumspreis gewonnen.
Der Kern der Inszenierung besteht darin, dass Léonie Thelen sämtliche Rollen übernimmt. Also vor allem zwei: die des todkranken Jungen und die der ehrenamtlichen Klinikumsbetreuerin Rosa, einer ehemaligen Catcherin. Die beiden lassen sich gemeinsam auf ein Spiel ein: Jeder Tag im Leben des todgeweihten Kindes ist ein ganzes Jahrzehnt in seinem Phantasie-Leben. So taucht Oskar in kurzer Zeit in ein ganzes Erwachsenenleben ein.
Léonie Thelen selbst liebt das Stück. „Es gibt bis zum letzten Moment witzige Sachen. Und zugleich entwickelt sich eine Art Weisheit. Erkenntnisse, die ein älterer Mensch hat. Gelassenheit”, so wird die Schauspielerin in der Pressemitteilung zitiert. „Das ist frappierend und genial geschrieben, wenn man den Kitsch des Romans rausschmeißt. Da waren wir radikal, die Regisseurin Petra Dannenhöfer und ich.” Das Stück komme „sehr verspielt” daher und enthalte dennoch eine „große Wahrheit”, meint Thelen. „Ich spiele es lange genug und entdecke immer wieder Neues.”
Intendantin Jasmin Meindl mag die Inszenierung sehr: „Léonie Thelen spielt es so großartig.” Schnell war daher klar, dass die Produktion am Landestheater zu sehen sein sollte, weil Léonie Thelen ohnehin in Dinkelsbühl ist. Sie gibt im Familiendrama „Die Erbschaft” die Großbäuerin Julia Lirić.
Die Dinkelsbühler Premiere ist am Sonntag, 2. November, um 17 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am Sonntag, 9. November, und am Sonntag, 16. November, jeweils um 17 Uhr. Karten-Info unter landestheater-dinkelsbuehl.de