Das Altstadtfest bietet von Mittwoch bis Sonntag, 3. bis 7. Juni, Musik für jeden Geschmack. An jeder Ecke eine andere Stilrichtung. Wer dabei abseits des Mainstreams unterwegs sein will, wird vor allen Dingen an zwei Standorten fündig: im Kulturgärtla auf der Ziegenwiese und am markgräflichen Pavillon hinter dem Jugendzentrum.
Hinter dem Kulturgärtla stecken Svenja Weiß, Julian Weiß, Alida Lieb und Sebastian Lieb zusammen mit einem freiwilligen Helferkreis. Bei der Musikauswahl legen sie großen Wert auf Heimatsound, der gut zur herzlich-familiären Atmosphäre auf dem beschatteten Areal an der Stadtmauer passt.
Zum Auftakt am Mittwoch ab 17.30 Uhr bringt „Steffis kleine Zachmusik” Volksmusik aus Franken und aller Welt mit. Ab 21 Uhr übernimmt die Augsburger Band „Loamsiada”. Der Mix aus Mundart-Pop und Urban Brass ist ein Gute-Laune-Garant, der in die Beine geht. Wer es nicht weiß: Der Bandname ist ein Schimpfwort für eine träge Person, die nichts richtig auf die Reihe bekommt.
Am Donnerstag ab 16 Uhr darf Kellerkommando-Frontmann David Saam zusammen mit Res Richter alias „Hobbädihö” zeigen, wie man Kinder mitreißt. Ab 18 Uhr wird es mit der Liedermacherin Karin Rabhansl zunächst niederbayrisch-rockig, bevor ab 21 Uhr „Die Marsmännla” aus Oberfranken einen wilden Ritt durch spacige Kerwa-Musik abliefern.
Am Freitag beginnt das musikalische Bühnenprogramm mit „Das Kitsch” um 18.30 Uhr. Lässiger Indie-Pop trifft auf Neue-Deutsche-Welle. Das könnte schräg werden. Danach folgen ab 21 Uhr „Die Weltbildhauer:innen” aus Freiburg. Tanzbare Gesellschaftskritik ist das Motto bei diesem Cocktail aus Rock, Pop, Ska und Funk.
Einen scharfen Stilwechsel, der dennoch perfekt ins Gesamtkonzept eingebunden wird, gibt es am Samstag beim Frühschoppen, wenn ab 11.30 Uhr die „Mühlstaa-Bänd” aus Lichtenau die Bühne übernimmt. Blues, Jazz, Swing, Rock'n'Roll, Dixieland und Schlager – all das mögen die Musikerinnen und Musiker der Gruppe, die erst vor wenigen Tagen mit ihrem „Bratwurstpfannen-Blues” den Wettbewerb des Deutschen Bratwurstmuseums in Thüringen gewonnen hat.
Am Abend wärmen ab 18 Uhr Scheineilig mit bayerischem Oriental-Folk-Funk die Tanzfläche auf. „Oriental-Folk-Funk“ nennt die Band, die im vergangenen Jahr beim legendären Tollwood-Festival in München aufgetreten ist, ihre Mischung aus Balkan und Bayern.
Mit der Band „Widersacher aller Liedermacher” setzt die Kulturgärtla-Crew am Samstag ab 21 Uhr ein echtes Highlight. Die bayerische Band begeistert mit einer Musik irgendwo zwischen Folk, Jazz und Rock, die sie mit Texten im Oberpfälzer-Dialekt garniert. Kennengelernt haben sich die Musiker an der Musikhochschule Würzburg, seit 2017 sind sie die „Widersacher”. 2021 gewann die Band den Bayern-2-Heimatsound-Wettbewerb, spielte schon beim Taubertal oder als Support für Pam Pam Ida und im vergangenen Jahr folgte der Ritterschlag mit einem Auftritt auf Kloster Banz.
Am Sonntag erwartet die Kulturgärtla-Besucherinnen und -Besucher eine bewährte Mischung: das Ansbacher Hochschulorchester ab 12 Uhr und der gemütliche Schlusspunkt ab 15.30 Uhr mit den „Ohrerhüllern” und ihrer traditionellen Kerwa-Musik.
Neben dem Musikprogramm ist auch für die kleinen Gäste auf dem Stadtfest immer wieder etwas im Kulturgärtla geboten. Am Donnerstag ab 13 Uhr zeigt Künstler Eras, wie man wirkungsvolle Graffiti gestaltet (weiterer Termin am Freitag um 16 Uhr). Die Tanzschule Meyerhöfer und Bernhard lädt ab 14.30 Uhr zum Mitmachtanz ein.
Am Samstag ab 13.30 Uhr verzaubert Ernesto mit seiner Ballonkunst bis in den späten Nachmittag die Kleinsten. Um 14.30 Uhr zeigt das Tanzhaus Ansbach eine Ballettperformance der Silver Swans. Am Sonntag ist „Eichi & der Spaßkoffer” ab 13 Uhr auf der Ziegenwiese und sorgt mit einem Stelzen-Walk-Act und ab 14 Uhr mit seiner beliebten Comedy-Jonglage für Staunen und Lachen.
Eine feste Größe in der Indie-Musikszene im Ansbacher Raum ist das Weiße Ross in Immeldorf. Beim Altstadtfest 2026 hat die Kultkneipe einen neuen Standort, der bislang nicht bespielt worden ist: das Areal hinter dem Jugendzentrum auf dem Weg zum Rezatparkplatz. Offiziell ist das der markgräfliche Pavillon, mancher kann vielleicht mit dem Platz, an den Lillith abgeschoben wurde, eher etwas anfangen.
Beim Auftakt des Altstadtfestes spielt dort am Mittwoch ab 17 Uhr Ludwig Thoma jun., ab 20 Uhr gehört die Bühne dann „Ain't talkin” Rock 'n' Roll und Coverrock. Auf den Spuren der legendären Eagles wandeln am Donnerstag ab 20 Uhr die Jungs von „Hotel California”. Sauberer Gitarrensound und mehrstimmiger Gesang sind angesagt. Ab 17 Uhr gehört an diesem Tag die Bühne Atze Bauer.
Am Freitag steht eine weitere Kultband der 1970er- und 1980er-Jahre im Fokus: Saga. „Humble Stance” lassen ab 20 Uhr die Songs der Progressive-Rocker wieder aufleben. Das Einheizen vorab übernimmt die Trommelgruppe von Speckdrumm. Am Samstag darf diesen Part „Einer fehlt immer” übernehmen, bevor um 20 Uhr die „Brandl Madsius Band” astreinen Bluesrock mit Soul und Blues vermengt.
Fehlt noch der Abschlusssonntag: Um 15 tritt die „Bologna Bridge Band” auf: roher Funk, sauberer Hiphop und eine Prise Electro sind das Erfolgsgeheimnis.
Eine Übersicht über das komplette Programm des Altstadtfestes ist auf www.tourismus-ansbach.de abrufbar. Allerdings sind die Angaben (speziell beim Weißen Ross) nicht immer auf dem aktuellen Stand.