Es liegt auf der Hand: Ein Urlaubsauto ist durch das Gepäck immer schwerer als im Alltag, und das verbraucht mehr Sprit als sonst. Dennoch können Reisende laut dem Tüv Süd den Mehrverbrauch um einiges eingrenzen.
Wie man beim Reisen unnötige Verbraucher ausschaltet oder durch vorausschauendes Fahren den Tank weniger schnell leert, erklären die Tüv-Experten sowie der ADAC:
Ein voll beladenes Auto braucht einen höheren Reifendruck. Wer diesen vergisst anzupassen, verbraucht in der Folge mehr Kraftstoff. Denn ein zu geringer Luftdruck vergrößert den Rollwiderstand. Nach dem Urlaub den Druck natürlich wieder reduzieren.
Viele moderne Navigationssysteme bieten Funktionen für kraftstoffsparende Routen an. Dabei werden neben der Verkehrslage zum Beispiel auch Steigungen berücksichtigt.
Was am Ziel raus kann aus dem Auto, sollte raus - nicht nur die schweren Koffer. Das fängt bei kleineren Gegenständen an, die sich summieren können, und geht bis zum Dach- oder Fahrradträger sowie der Dachbox.
Fenster offen und Klimaanlage an? Ungünstiger geht es kaum, denn die abgekühlte Luft entweicht direkt wieder. Die Klimaanlage lohnt sich auch nicht für wenige Kilometer, da sie in der Kürze die Hitze gar nicht aus dem Auto bekommt.
Auf schneller und längerer Strecke hat das Kühlen aber die Nase vorn. Geöffnete Fenster und Schiebedächer machen das Auto weniger windschnittig, was mehr verbraucht. Sie haben laut dem ADAC nur bei niedrigeren Geschwindigkeiten wie im Stadtverkehr einen Vorteil gegenüber der Klimaanlage.
Ist die Autobahn frei, rät der Tüv Süd zu einer Reisegeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern - eine gute Kombination aus vertretbarem Verbrauch und zügiger Fahrt. Dagegen ist der Luftwiderstand bei Tempo 160 etwa viermal so hoch wie bei Tempo 80.
Wer häufig Gas gibt, wieder abbremst und erneut beschleunigt, treibt den Verbrauch in die Höhe. Wer sieht, dass er langsamer werden muss, geht besser frühzeitig vom Gas. So kann man laut dem ADAC zum Beispiel das Auto die letzten paar Hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft zurollen lassen, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen.
Kaum eine Urlaubsfahrt läuft ohne Stau ab. Der Motor verbraucht aber Kraftstoff, auch wenn das Auto nicht fährt. Der ADAC rät, den Motor auszustellen, wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert. Moderne Fahrzeuge haben dafür eine Start-Stopp-Automatik - lassen Sie diese stets eingeschaltet.
© dpa-infocom, dpa:260616-930-233098/1