Den diversen Premieren, die der Fußball-Regionalligist SpVgg Ansbach beim Heimsieg über den FV Illertissen erlebte, soll im Auswärtsspiel bei Türkgücü München am Samstag, 12. Oktober, ab 14 Uhr ein weiteres erstes Mal folgen: Der zweite Sieg in Serie.
Das gab es diese Saison noch nicht bei den Ansbachern (13. Tabellenplatz/13 Punkte) und der sieglose Gastgeber (18./2) scheint genau der richtige Gegner zu sein, um dem dritten Saisonsieg gleich den vierten folgen lassen. Scheint.
„Türkgücü ist eine ganz normale Regionalligamannschaft mit etlichen Spielern, die richtig was mit dem Ball anfangen können“, sagt SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber. Was den Münchnern allerdings fehle, sei „Intensität im Spiel gegen den Ball und Zielstrebigkeit im Angriff“. Bester Torschütze ist mit vier Treffern Ünal Tosun.
Türkgücü hat beide Punkte in Heimspielen geholt. Jeweils 2:2 endeten die Partien gegen die Würzburger Kickers und die SpVgg Hankofen-Hailing. Von den zehn Niederlagen fielen viele knapp aus. So verlor Türkgücü gegen die Spitzenteams FV Illertissen und Wacker Burghausen jeweils mit nur einem Tor Differenz.
„Das Spiel gegen Wacker kann genausogut andersherum ausgehen“, hat Reutelhuber beim Videostudium festgestellt. Ein weiteres Argument dafür, das abgeschlagene Schlusslicht als Gegner gefälligst ernst zu nehmen. Das erste Team zu sein, das heuer gegen Türkgücü verliert, diese Premiere wollen sich die Ansbacher ersparen.
Die beiden letztwöchigen Startelfdebütanten Daniel Schelhorn und Jonas Bayerlein wird Reutelhuber wieder einsetzen („beide haben voll überzeugt“), auf Michael Belzner (angeschlagen) und Jonas Sauerstein (privat verhindert) muss er verzichten. Das 1:0 gegen Illertissen war das erste Punktspiel ohne Gegentor für die nullneuner heuer, Wiederholung erwünscht. Der dritte Saisonsieg sorgte für Respekt beim Gegner. „Ansbach wird ein Brett“, so Türkgücü-Sportdirektor Enver Maltas gegenüber Münchner Medien.
Türkgücü ist seit Jahren unbehaust. Die jährlich neue Suche nach einer tauglichen Spielstätte für den Münchner Viertligisten füllt verlässlich in der Sommerpause die Sportseiten der Münchner Zeitungen. Die beiden Auswärtsspiele bei Türkgücü bestritt Ansbach bislang im Sportpark von Heimstetten (1:0, 1:4), nun geht es erstmals ins Dante-Stadion.
Die 1928 gebaute Sportstätte war 17 Jahre lang nicht mehr für Fußball genutzt worden und lockte bei der Premiere im Sommer zahlreiche Groundhopper, die sofort die Chance ergriffen, diesen ungewöhnlichen Spielort ihrer Sammlung besuchter Stadien hinzuzufügen. So verdoppelte sich die Besucherzahl mal eben auf über 400, was umgehend für Stress beim Bierausschank sorgte.
Dieses Problem dürfte Türkgücü mittlerweile gelöst haben, die sportliche Malaise bleibt der Elf von Trainer Alper Kayabunar treu, der mit Romuald Lacazette sogar einen Nationalspieler in seinen Reihen hat. Der in Paris geborene ehemalige Zweitligaspieler (SV Darmstadt) fehlte beim Pokalspiel unter der Woche, weil er derzeit für die Auswahl des karibischen Inselstaates Saint-Martin unterwegs ist.
Anders als in der Liga feierte Türkgücü im Pokal einige Siege, unter anderem gegen den Ligarivalen Hankofen. Im Viertelfinale nun war allerdings gegen den Drittligisten FC Ingolstadt Schluss (0:3).