Zeitfahren: Koch gewinnt überraschend Bronze | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 20.09.2026 17:28, aktualisiert am 20.09.2026 19:29

Zeitfahren: Koch gewinnt überraschend Bronze

Franziska Koch (r) gewann Bronze im Zeitfahren. (Foto: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa)
Franziska Koch (r) gewann Bronze im Zeitfahren. (Foto: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa)
Franziska Koch (r) gewann Bronze im Zeitfahren. (Foto: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa)

Franziska Koch hat einen Gold-Coup im Einzelzeitfahren der Straßenrad-Weltmeisterschaften verpasst, der deutschen Mannschaft aber einen überraschend starken Auftakt beschert. Die deutsche Meisterin gewann auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs von Montreal Bronze, zur siegreichen Titelverteidigerin Marlen Reusser fehlten ihr 45,54 Sekunden. Silber ging an die junge Britin Zoe Backstedt, die 40,11 Sekunden langsamer als die Schweizerin war.

„Der Kurs kam mir mit seinen Wellen sehr entgegen. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, dass heute ein guter Tag wird. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Bronzemedaille“, sagte Koch nach dem längsten Zeitfahren der WM-Geschichte. „Ich habe versucht, nicht zu übermütig zu sein. Man musste sich seine Kräfte einteilen und erst am Ende kann man anfangen, den Tank komplett leer zu fahren.“

Kein Kurs für Niedermaier

Die im Vorfeld ebenfalls als Medaillenkandidatin eingeschätzte Antonia Niedermaier erwischte keinen guten Tag und belegte am Ende Platz sieben mit 1:49 Minuten Rückstand. In der WM-Geschichte hatte es bisher viermal Gold für deutsche Radrennfahrerinnen gegeben, Hanka Kupfernagel (2007), Judith Arndt (2011, 2012) und Lisa Brennauer (2014) hatten triumphiert.

„Es ist super cool. Es sei ihr wirklich vergönnte, sie hat hart dafür gearbeitet“, sagte Niedermaier im ZDF über Kochs Erfolg. Mit ihrem Ergebnis war sie zufrieden: „Ich wusste, dass es kein gutes Zeitfahren für mich wird. Es war ziemlich flach. Das war nicht gerade mein Lieblingskurs.“

Ungewöhnlich langes Zeitfahren

Die Frauen waren in Montreal auf dem identischen Kurs unterwegs, den auch die Männer am Abend bewältigen müssen. Ebenfalls ungewöhnlich war die Länge: Mit fast 40 Kilometern war es für Koch das längste Zeitfahren ihrer Profi-Karriere.

Doch die 26-Jährige ließ sich davon nicht beeindrucken und tauchte bei allen Zwischenzeiten auf den Medaillenrängen auf. Während Backstedt immer vor Koch lag, teilte sich Reusser das Rennen am besten ein. Bei der ersten Zwischenzeit lag sie an ihrem 35. Geburtstag noch sieben Sekunden hinter Koch, bei der dritten und letzten Zwischenzeit rund zehn Kilometer vor dem Ziel waren es dann über 20 Sekunden Vorsprung.

Dennoch dürfte Koch mit ihrer Leistung sehr zufrieden sein. Immer wieder wurde sie grinsend auf den TV-Bildern gezeigt, als sie vor der Zielankunft von Backstedt und Reusser noch in Führung lag.

© dpa-infocom, dpa:260920-930-715206/4


Von dpa
north