Wut-Balken am Anschlag: „Marvel's Wolverine“ startet durch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.09.2026 17:01

Wut-Balken am Anschlag: „Marvel's Wolverine“ startet durch

Gelber Anzug, kurze Zündschnur: In „Marvel's Wolverine“ wird Logan zum metzelnden Biest – dieses Spiel ist klar nur für Erwachsene. (Foto: Marvel/Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn)
Gelber Anzug, kurze Zündschnur: In „Marvel's Wolverine“ wird Logan zum metzelnden Biest – dieses Spiel ist klar nur für Erwachsene. (Foto: Marvel/Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn)
Gelber Anzug, kurze Zündschnur: In „Marvel's Wolverine“ wird Logan zum metzelnden Biest – dieses Spiel ist klar nur für Erwachsene. (Foto: Marvel/Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn)

Fünf Jahre nach der ersten Ankündigung im September 2021 ist es so weit: Insomniac Games lässt die wütende Krallen-Killermaschine Wolverine auf die Welt los.

Während diese auf der Leinwand zwei Jahrzehnte lang ausschließlich von Hugh Jackman verkörpert wurde, trägt im Action-Adventure „Marvel's Wolverine“ der Schauspieler Liam McIntyre den ikonischen gelben Wolverine-Anzug von James „Logan“ Howlett, einem Mutanten, der unter Amnesie leidet.

Er schließt sich wieder seiner früheren Einheit Team X an, gegründet von Nathaniel Essex, einem Mutanten mit übernatürlichen Kräften, der Comiclesern besser als Mr. Sinister bekannt sein dürfte. Die Gruppe geht der Entführung von Mutanten durch das von Bolivar Trask geführte Unternehmen Trask Industries nach, der auch Essex zum Opfer gefallen ist.

Keine Mutanten mehr oder nur noch Mutanten?

In der Eröffnungssequenz auf der fiktiven Insel Telambang ist zu sehen, wie sich Logan widerwillig dem Mutanten Sabretooth und der Mutantin Mystique anschließt, um Essex zu befreien, dem er sich verpflichtet fühlt. Als Team X tiefer in die Trask-Basis vordringt, gerät Logan zwischen die Fronten von Trask, der alle Mutanten vernichten will und Essex, der anstrebt, dass es nur noch Mutanten gibt.

Wenn er als Wolverine mit den Klauen voran in die Schlacht springt, werden Spieler, die stumpfe und wahllose Angriffstastendrückerei erwartet haben, überrascht sein: Das Kampfsystem ist viel komplexer und feiner austariert. Die normalen Gegner, eine Reavers genannte Truppe aus Cyborgs und Söldnern, sind mit Osmium gepanzert - ein starkes Gegengewicht zu Wolverines nahezu unzerstörbaren Klauen aus dem fiktiven Metall Adamantium.

Der Wut-Balken am Anschlag entfesselt das Biest

Spielerinnen und Spieler müssen die Reaver-Angriffe parieren oder deren Deckung aufbrechen, bevor die gefährlichen Klauen zum Einsatz kommen können. Es gibt auch Spezialtechniken wie die klassische Tornado-Drehung, die im Laufe des Spiels freigeschaltet wird.

Und je mehr Gegner zu Boden gehen, desto weiter füllt sich der dreistufige Wut-Balken. Ist er am Anschlag, wird das wilde, unaufhaltsame Biest entfesselt. Die Welt verliert dann ihre Farben, kennt nur noch Schwarz und Rot. So muss Wolverine gegen Horden von Gegnern ankämpfen.

Das X-Men-Universum wimmelt nur so vor Charismatikern

In Marvels X-Men-Universum wimmelt es nur so vor charismatischen Figuren, Feinden wie Freunden. Eine mächtige Mutantin darunter ist etwa Jean Grey, zu der sich Wolverine hingezogen fühlt. Aber auch Walter, das Technikgenie hinter Team X, fehlt nicht. Weitere Freunde tauchen in Gestalt von Tyger Tiger, Sunfire, Leech, Callisto und viele weitere Mutanten auf.

Bei den Gegnern sind etwa Omega Red, Skullbuster, der Sentinel oder Lady Deathstrike dabei. Sie fordern die Helden rund um den Globus heraus. Obwohl „Marvel's Wolverine“ kein Open-World-Spiel ist, führt die Reise von den tiefen Wäldern Telambangs zum Team-X-Unterschlupf in der kanadischen Wildnis, von der südostasiatischen, fiktiven Insel Madripoor bis nach Japan - also durch all jene Länder, die auch in Logans Erinnerung eine Rolle spielen. Für ihn wird es eine blutige Reise in die eigene Vergangenheit bis hin zur Frage, was überhaupt real ist und wer er wirklich ist.

Nicht nur Krallen: Wolverines seltsames Gespür für Whisky

Das Spiel geht auf die Erinnerungen sehr originell ein Weise an: So kann Wolverine kann mit seinen geschärften Sinnen etwa überall im Spiel Whiskyflaschen aufspüren und sammeln, was ihm im Kampf Vorteile verschafft. Es gibt aber auch Alptraumtüren, die zu Zeitprüfungen, schnellen Kämpfen oder zu Wegen durch verwüstete Landschaften führen. 

Tipp: Wer alle Albtraumtüren freischaltet, bekommt eine ganz besondere versteckte Erinnerung zu sehen.

Um die Spieler bei Laune zu halten, bietet das Spiel Dutzende verschiedener Wolverine-Anzüge sowie Klauen-Designs. Sie alle sind inspiriert von früheren Inkarnationen des wilden Helden wie etwa Weapon X, Old Man Logan oder Patch. Einige Designs schalte man über den Story-Fortschritt frei, andere durch das Sammeln von Osmium.

Spritzendes Blut, derbe Sprache - dieses Spiel ist für Erwachsene

„Marvel's Wolverine“ ist deutlich brutaler als etwa die bisherigen „Spider-Man“-Spiele von Insomniac Games: Wolverine kann Gegner regelrecht entzweireißen und mit Combos Gliedmaßen abtrennen, so dass das Blut in alle Richtungen spritzt. Geht es ums Überleben, wird alles sogar noch heftiger. 

Diese Härte in Kombination mit der derben Sprache ergibt ein intensives Erlebnis, das tatsächlich nur für Erwachsene geeignet ist - selbst wenn sich in den Spieloptionen vieles abschalten und sich das Game so insgesamt etwas entschärfen lässt.

Fazit: 15 intensive Stunden mit einigen Aussetzern

„Marvel's Wolverine“ liefert in rund 15 Stunden Spielzeit ziemlich genau das Kampferlebnis, das Fans erwartet haben dürften: Der Dualsense-Controller liefert bei jedem Klauenhieb ein knackiges, haptisches Feedback. Auf der Basis-PS5 lassen sich Qualitäts-, Leistungs- und Balanced-Einstellungen treffen.

Auf der PS5 Pro zahlen sich die Pro-Modi aus, wenn man über ein 120-Hertz-Display mit variabler Bildwiederholrate (VRR) verfügt. Und das Sprecherensemble, das den Charakteren im Spiel ihre Stimmen verleiht, hat großartige Arbeit geleistet.

Doch der turbulente Entwicklungszyklus samt nachträglich gestrichener Inhalte haben deutlich sichtbare Spuren im Game hinterlassen: Auf der Story-Seite etwa liefert das Spiel nicht ganz wie erhofft ab. Es gibt ein riesiges Aufgebot an Charakteren, die aber nicht weiter ausgearbeitet wurden - vielleicht hat man sich das für künftige Fortsetzungen aufgespart?

Die auf ein kompaktes Erlebnis ausgelegten Level funktionieren größtenteils, patzen aber in halb offenen Arealen wie dem Tokioter Stadtteil Shinjuku, wo sich das Fortbewegen als Wolverine hakelig und streckenweise schlicht langweilig anfühlt.

Es gibt zudem einige Spezialtechniken und Combos, die erst freigeschaltet werden, wenn man ein bereits abgeschlossenes Spiel von vorn beginnt (Neues Spiel+). Dabei wären sie eigentlich eine gute Ergänzung zum Hauptspiel gewesen, in dessen letztem Teil die Kämpfe etwas ausgelutscht wirken. Und nicht zuletzt hätte man gerne mehr von den besonderen Bosskämpfen gehabt, darunter etwa das kurze Duell gegen den riesigen, Mutanten jagenden Roboter Sentinel.

„Marvel's Wolverine“ erscheint am 15. September für die Playstation 5. Der Preis liegt bei rund 80 Euro. Das Spiel hat keine Jugendfreigabe (USK ab 18 Jahren).

© dpa-infocom, dpa:260910-930-666110/1


Von dpa
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