Nach zwölf Jahren im Amt verabschiedet sich Wittelshofens Bürgermeister Werner Leibrich aus der Kommunalpolitik. Bei der jüngsten Wahl trat der 64-Jährige nicht mehr an – sein Nachfolger ist Norbert Lenz. Für Leibrich endet damit eine lange Zeit im Dienst der Gemeinde, geprägt von großen Projekten, aber auch von wachsenden Anforderungen.
„Wenn ich noch jünger wäre, hätte ich vielleicht noch eine Amtsperiode gemacht. Aber in meinem Alter reichen mir die zwölf Jahre“, sagt Leibrich rückblickend. Gerade in den letzten Jahren sei das Amt kaum noch als Ehrenamt zu bezeichnen gewesen. Die Vielzahl an Terminen, Aufgaben und Verantwortung habe ihn stark gefordert. „Ich habe dafür keine Nerven mehr.”
In Erinnerung bleiben ihm nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die politischen Auseinandersetzungen: Bei beiden Kommunalwahlen hatte er Gegenkandidaten. „Das ist nicht ohne“, sagt Leibrich – betont aber zugleich den gegenseitigen Respekt.
Auch der direkte Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern habe seine Amtszeit geprägt. Er habe verschiedene Charaktere kennenlernen und so eine gute Menschenkenntnis gewinnen können. Besonders die Besuche bei älteren Einwohnerinnen und Einwohnern zu Jubiläen seien ihm in guter Erinnerung geblieben. „Da spürt man den Respekt und die Wertschätzung”, sagt Leibrich.
Besonders stolz ist er auf die Entwicklung der Gemeinde. Als eines der wichtigsten Projekte nennt er die Dorferneuerung, die auch überregional Anerkennung gefunden habe. „Wir haben viel bewegt – bei der Infrastruktur, beim gesamten Ortsbild, dem Sulzachplatz – das sind wesentliche Merkmale, die man nicht vergisst”. Insgesamt habe man zahlreiche kleine und große Maßnahmen umgesetzt und die Gemeinde sichtbar vorangebracht.
Aber nicht alles lief aus seiner Sicht optimal: Die Generalsanierung der Grundschule habe sich lange hingezogen. Vor allem hohe Kosten und unterschiedliche Einschätzungen zum baulichen Zustand hätten den Start verzögert. „Am Ende war aber jedem klar, dass dringend etwas gemacht werden muss”, so Leibrich. Die Umsetzung dieser rund acht Millionen Euro schweren Maßnahme sei nun eine zentrale Aufgabe seines Amtsnachfolgers.
Diesem gibt er vor allem eines mit auf den Weg: „Eine glückliche Hand, Weitblick und viel Erfolg, natürlich zum Wohle der Gemeinde Wittelshofen.” Gleichzeitig betont er, dass sich viele Aspekte des Bürgermeisteramts kaum vorbereiten lassen – vieles müsse man selbst erleben.
Ganz zur Ruhe setzen will sich der frisch gebackene Rentner jedoch nicht. Zu Hause warten viele Projekte, die während seiner Amtszeit liegen geblieben sind. Zudem möchte er mehr Zeit mit seiner Familie und seinen Enkeln verbringen.
Rückblickend zieht Leibrich eine positive Bilanz: „Ich denke, wir können stolz sein auf das, was wir in den letzten zwölf Jahren erreicht haben.”