Wie soll der Dorfladen in Mitteleschenbach aussehen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.03.2024 15:50

Wie soll der Dorfladen in Mitteleschenbach aussehen?

Am Nahversorgungs-Laden Tante-M in Weiltingen wollen sich die Mitteleschenbacher orientieren. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Am Nahversorgungs-Laden Tante-M in Weiltingen wollen sich die Mitteleschenbacher orientieren. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Am Nahversorgungs-Laden Tante-M in Weiltingen wollen sich die Mitteleschenbacher orientieren. (Foto: Lisa-Maria Liebing)

Seit bald einem Jahr gibt es in Mitteleschenbach keinen Einkaufsmarkt mehr. Doch noch 2024 könnte es mit der Nahversorgung wieder klappen. Ein ortsansässiges Ehepaar will einen Dorfladen im alten Edeka betreiben, die Gemeinde dort vielleicht auch eine Begegnungsstätte einrichten.

„Wir sind richtig gut aufgestellt, aber müssen den Sack noch zubinden“, erklärt Kerstin Seitz-Knechtlein der FLZ. Die zweite Bürgermeisterin von Mitteleschenbach ist federführend bei den Arbeitskreisen, die sich um einen neuen Laden im Ort bemühen. Neben Alt-Bürgermeister Stefan Maul und der Grafikerin Verena Weger sind inzwischen auch ein Ladenbauer und der Gunzenhäuser Architekt Klaus Gerbing mit im Boot.

Anders als erst geplant, soll der neue Laden doch nicht in die frühere Sparkasse unter dem Rathaus, sondern in den ehemaligen Edeka-Laden ziehen. Den hatte die daneben wohnende Familie bereits seit Generationen als Bäckerei und Krämerladen betrieben, im April 2023 rief allerdings der Ruhestand.

Zunächst müssen die Kosten geschätzt werden

Um konkret in die Planungen zu gehen, fehlt noch die Kostenschätzung, erklärt die zweite Bürgermeisterin. Dann kann die Förderung über das Amt für ländliche Entwicklung abgeklärt werden. Um Fördergelder zu bekommen, wird sich die Gemeinde „zwischenschalten“. Sie wird das Ladengebäude wahrscheinlich von den Besitzern pachten und dann wiederum an die Betreiber vermieten.

„Sehr dankbar“ ist die Gemeinde nämlich einem jungen Mitteleschenbacher Ehepaar, das nach einer Infoveranstaltung der Dorfladen-Initiative Interesse bekundet hatte, das Geschäft zu betreiben. Sie würden das dann neben ihrem regulären Beruf tun, seien vom Fach. Ganz spruchreif ist das Projekt noch nicht, doch einige der Visionen verrät Kerstin Seitz-Knechtlein gegenüber der FLZ.

Weiltinger Tante-M-Laden als Vorbild

Begeistert ist das Dorfladen-Team vom Tante-M-Laden in Weiltingen, der zu einer schwäbischen Firma gehört. Über Selbstbedienungskassen können die Kunden hier den ganzen Tag über einkaufen.

Denn dies sei eine finanzierbare Option, erklärt Seitz-Knechtlein, da Personal teuer ist. Mehr noch, Erfahrungswerte anderer Dorfläden zeigen, dass die Nahversorgung zu besonderen Zeiten gefragt ist. Ein Höhepunkt sei etwa um 22.30 Uhr, wenn viele Menschen von der Schicht kommen und Hunger haben oder am Wochenende, wenn spontan Grillgut gefragt ist.

Fleisch und Kaffeenachmittage

Die örtliche Landmetzgerei Max Lederer hatte bereits mit dem Edeka zusammengearbeitet und wird in Zukunft wohl auch Wurst- und Fleischwaren anbieten. Auch regionales Gemüse und einen Bäckerbereich – vergleichbar dem bei Discountern – soll es einmal geben.

Die Gemeinde selbst will im vorderen Laden an der Glasfront vielleicht eine Begegnungsstätte betreiben, „einen kleinen schnuckeligen Bereich“. Dort könnten thematische Nachmittage oder Abende für Jüngere und Ältere angeboten werden, vom Kaffeetrinken über Nähen bis zur Weinprobe. Dafür bräuchte die Kommune dann wohl eine 520-Euro-Kraft. Großen Bedarf gibt es im Ort aber auch für eine kleine Paketstation, wofür gerade die vierte Bewerbung läuft. Das habe die Kommune aber nicht in der Hand. „Die große Vision ist es, das Ganze 2024 noch zu eröffnen.“


Jonas Volland
Jonas Volland
Jahrgang 2001, fing direkt nach seinem Abitur bei der FLZ an, ist im Anschluss an sein Volontariat seit dem Jahreswechsel 2023 Redakteur in der Ansbacher Lokalredaktion. Fasziniert von bunten Geschichten und aufwendigeren Recherchen.
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