Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 ist in Europa das Joch des NS-Terrors gefallen. Im neuen Jahr 2025, also 80 Jahre später, prägt dies auch das Leben in der Städtepartnerschaft zwischen Ansbach und dem französischen Anglet. Zwei Veranstaltungen in Ansbach und ein Ereignis in Anglet nehmen Bezug darauf.
Der 8. Mai 1945 ist der Tag der vollständigen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Nach 80 Jahren gibt es, aus organisatorischen Gründen am Vortag (7. Mai), zwei Veranstaltungen in der Karlshalle.
Im Boot sind jeweils der Club der Freunde von Anglet, also der Partnerschaftsverein in Ansbach, die Stadt und der Bezirk Mittelfranken. Dies kündigt der Vorsitzende des Clubs, Günter Scheiderer, an.
Der Termin am Vormittag enthält einen historischen Vortrag mit dem Fachwissenschaftler Alexander Biernoth und richtet sich an Schulen. Am Abend treten die Pianistinnen Pohl & Pohl (Hildegard und Victoria Pohl) in der Karlshalle auf.
In diesem Jahr, eben 80 Jahre nach dem Schicksalsjahr 1945, begründen Anglet und Ansbachs italienische Partnerstadt Fermo ebenfalls eine Partnerschaft. Dies findet genau am 8. Mai statt.
Die zweijährliche Bus-Clubreise des Clubs der Freunde von Anglet in Ansbach berührt von 25. August bis 1. September neben Anglet zum Beispiel Dijon oder das Loire-Tal. „Im Moment haben wir schon 20 Personen“, verrät Scheiderer.
Was die traditionelle Präsenz des Clubs beim Weihnachtsmarkt in Anglet im abgelaufenen Jahr betrifft, zieht der 73-Jährige eine verhaltene Bilanz: „Wir haben ihn durchgezogen – mit allen Widrigkeiten.“ Ausgerechnet die beiden üblicherweise verkaufsstärksten Tage, Samstag und Sonntag Anfang Dezember, seien wegen Sturm ausgefallen.
Vom folgenden Montag bis Donnerstag hätten die Menschen das Angebot aus Ansbach allerdings gut angenommen. Auch die Amicale Les Amis d’Ansbach, der Partnerschaftsvereins in Anglet, die das Angebot am Freitag übernahm, habe einen Schließtag zu verkraften gehabt.
In Anglet übergab Ansbachs Partnerschaftsverein sein Geschenk zum 55-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft 2023: eine Kaspar-Hauser-Statue aus Holz, gefertigt von Rüdiger Zeberer (Schmalenbach).
Die Partnerstadt mit Bürgermeister Claude Olive fand „einen „wunderschönen Platz“ im Parc du Maharin, wie Günter Scheiderer darlegt. Er wünscht sich auch einmal Kaspar-Hauser-Festspiele in Anglet.
Den Verkauf baskischer Produkte beim Ansbacher Weihnachtsmarkt im Rahmen des Flexibuden-Konzepts nennt Scheiderer „einen guten Erfolg – im dritten Anlauf“ nach zwei Versuchen in früheren Jahren.
2026 will sich Günter Scheiderer turnusgemäß als Vorsitzender zurückziehen und auch nicht mehr federführend für den Ansbacher Part beim Angleter Weihnachtsmarkt sein. „Die Suche nach Nachfolgern beginnt jetzt“, sagt er. Aktiv will er jedoch bleiben.