Wertvoller als Gold: Diebe flexen Katalysatoren ab

Immer häufiger entdecken Streifen der Verkehrspolizei mutmaßlich gestohlene Katalysatoren. (Foto: Manfred Blendinger)
Immer häufiger entdecken Streifen der Verkehrspolizei mutmaßlich gestohlene Katalysatoren. (Foto: Manfred Blendinger)
Immer häufiger entdecken Streifen der Verkehrspolizei mutmaßlich gestohlene Katalysatoren. (Foto: Manfred Blendinger)

Die Polizei hat ein Pärchen erwischt, das sich offenbar auf den Diebstahl von Katalysatoren spezialisiert hat.

Eine Streife der Verkehrspolizei Ansbach kontrollierte am Montag gegen 22 Uhr an der Anschlussstelle Ansbach der A6 einen Pkw. Hinter dem Beifahrersitz lag, versteckt unter einer Jacke, ein Abgas-Katalysator, der offenbar frisch abgeflext worden war.

Im Kofferraum des Autos stießen die Fahnderinnen, ebenfalls verborgen, auf Werkzeuge, eine Batterie und einen Wagenheber. Mit dem Pkw waren ein 26-jähriger bulgarischer Staatsangehöriger und seine 23-jährigen Ehefrau, ebenfalls aus Bulgarin, unterwegs.

Recherchen ergaben, dass der Fahrer bereits wiederholt einschlägig wegen des Diebstahls von Katalysatoren in Erscheinung getreten ist. Er hatte zur Herkunft des Katalysators in seinem Auto keine plausible Erklärung und verwickelte sich laut Polizei bei seiner Befragung in Widersprüche.

Gegen ihn wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Diebstahl in besonders schweren Fall eingeleitet. Katalysator, Wagenheber, Batterie und Werkzeuge stellte die Polizei sicher. Sie sucht nun nach der Herkunft des mutmaßlichen Diebesgutes.

Katalysatoren werden auf dem Schwarzmarkt teuer gehandelt. Sie enthalten kleinste Mengen der Edelmetalle Palladium, Platin und Rhodium. Deren Preise liegen inzwischen zum Teil sogar deutlich über dem Goldpreis.

Ein Katalysator kann bis zu zu fünf Gramm der Edelmetalle enthalten. Für ihn werden in Hehlerkreisen mehrere hundert Euro bezahlt. Besonders gefragt sind Katalysatoren älterer Pkw mit Benzinmotor. Diese liegen weiter weg vom Motor und sind deshalb leichter abzuflexen, nachdem der Wagen aufgebockt wurde. Sie enthalten oft auch noch mehr Edelmetalle als neuere Modelle.

Erst am Sonntag hatte die Polizei auf der A6 bei Aurach acht Männer erwischt, die in zwei Autos fünf Katalysatoren transportierten. Auch diese waren offenbar gestohlen worden, weil ihre Identifizierungsnummern unkenntlich gemacht worden waren. Nach der Abschluss der polizeilichen Ermittlungen ist die Justiz in Zusammenarbeit mit den bulgarischen Behörden am Zug.

Manfred Blendinger

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