Es klingt verrückt: Aber beim Putzen ist weniger oft mehr. Das gilt zumindest, wenn es um den Kauf und Einsatz von Putzmitteln geht. Bestes Beispiel, wenn man Fenster oder Spiegel reinigen will. Zu viel Putzmittel im Wasser führt hier schnell zu Streifen und Schlieren auf der Glasscheibe, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Meist reicht Wasser, ein Tropfen Spülmittel, ein Abzieher sowie ein fusselfreies, trockenes Tuch zum Nachpolieren.
Generell ist der Einsatz von etwas Zeit und Kraft meist schlauer, als große Mengen ätzender Putzmittel zu verwenden. Der Nabu rät, Mittel länger einwirken lassen und dann kräftig schrubben.
Im Grunde braucht man nur wenige, effektive Putzmittel. Statt teurer Spezialreiniger tun es oft auch preiswerte Alternativen, so die Verbraucherschützer. Wichtig ist nur, dass Verbraucher die Mittel gezielt und für den richtigen Zweck einsetzen:
Übrigens: Geht es um hartnäckige Verschmutzungen auf unempfindlichen, kratzfesten Materialien, eignen sich Putzsteine oder Wiener Kalk. Damit kann man auch Edelstahl polieren.
Tipp: Beim Kauf von Reinigungsmitteln auf Siegel achten, etwa den „Blauen Engel“ oder das Europäische Umweltzeichen „EU Ecolabel“, schreibt der NABU. Das Label „Ecocert“ steht für biobasierte Reinigungsmittel.
Auf viele Produkte kann man verzichten - insbesondere, wenn man auf die Gesundheit und die Umwelt achten will. Keimkiller sind nicht empfehlenswert. Desinfektionsmittel, Spezialreiniger oder Produkte mit Bleichmitteln wie Chlor sind in der Regel überflüssig - sie „bringen keinen hygienischen Mehrwert“, so die Verbraucherzentrale NRW.
Auch WC- und Rohr-Reiniger sowie Backofensprays sind laut NABU ätzend und sehr schädlich für die Umwelt. Daher sollte man sie besser nicht verwenden. Ebenso sollte man auf Duftsteine für das WC verzichten. Denn diese haben laut NABU keine reinigende Wirkung, dafür gelangen bei jeder Spülung aber Chemikalien in den Abfluss. Bei Reinigern sollte man ebenfalls darauf achten, dass sie keine „Limonene“ oder andere Duftstoffe enthalten, die die Gewässer schädigen können.
Selbst wenn es muffelt - von Reinigungssprays und Raumdüften rät auch die Verbraucherzentrale NRW ab. Putzmittelsprays können die Atemwege reizen, besonders wenn man damit großflächig Oberflächen einsprüht. Und Raumdüfte und Sprays belasten die Luft in der Wohnung mit Chemikalien. Sie könnten bei Menschen mit Allergien und Asthma etwa Hustenreiz, Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder tränende Augen verursachen. Stattdessen besser die Quelle des Miefs beseitigen und gründlich lüften.
Übrigens: Desinfektionsmittel sollten aufgrund von gesundheitlichen Risiken und Umweltbelastung in Privathaushalten nur zum Einsatz kommen, wenn sie ärztlich empfohlen werden, etwa bei Erkrankungen wie Magen-Darm.
© dpa-infocom, dpa:260306-930-776526/1