Nach wochenlanger Trockenheit und vor allem auch viel Wind sehnen Bayerns Landwirte und Gemüseanbauer Regen herbei. „Die Winterniederschläge waren zwar da, aber nicht üppig, und im April hat es so gut wie nicht geregnet“, schilderte eine Sprecherin des Bauernverbandes.
Das Getreide komme momentan noch gut mit dem Wassermangel zurecht. Jetzt wolle es aber in die Höhe wachsen. „Spätestens dann braucht es wieder Niederschläge, sonst müssen wir damit rechnen, dass die Bestände dünner stehen und weniger Ertragspotenzial haben.“
Aber: Kartoffeln und Mais komme die aktuelle Trockenheit entgegen - solange wir demnächst Regen bekommen. Kritischer sei die Situation beim Raps. Er gehe jetzt in die Blüte und „braucht daher dringend Wasser“.
Vor allem durch den Wind seien die Böden ausgetrocknet, schilderte der Geschäftsführer vom Gemüseerzeugerverband Knoblauchsland, Jochen Loy. Das Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen zählt zu den bekannten Gemüseanbaugebieten in Bayern.
Bewässert werde mit Wasser, das aus dem Uferfiltrat von Flüssen stammt - also nicht mit Grundwasser, wie Loy betonte. Auch die Wasserüberleitung, die von der Donau Wasser in den trockeneren Norden des Freistaats bringe, sei jetzt aktiv.
Zudem laufe im Knoblauchsland das Projekt „Bewässerung 4.0“: Die Wasserversorgung der Pflanzen laufe heir weitgehend digitalisiert ab. Sensoren im Boden könnten den Wasserbedarf genau ermitteln, mit den tatsächlichen Niederschlägen abgleichen und punktgenau ausgleichen. So könne effizient bewässert werden.
Und wie sehen die Winzerinnen und Winzer in Franken die Lage? „Der Schnee, der im Januar und Februar liegengeblieben ist, hat die Böden im Weinanbaugebiet Franken gut durchfeuchtet“, teilte ein Sprecher des Fränkischen Weinbauverband mit. Derzeit würden vor allem die Weinreben, die neu angepflanzt wurden und deren Wurzeln noch nicht tief in die Erde reichen, bewässert. Ältere Rebanlagen mit tieferen Wurzeln seien noch gut mit Wasser versorgt.
Am größten sei der Wasserbedarf rund um die Rebblüte. „Deshalb hoffen die fränkischen Winzerinnen und Winzer nun auf ausgiebigen Regen.“
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