Mit viel Prominenz aus Politik und Handwerk ist am Freitag das neue Aus- und Fortbildungszentrum der Innung für Elektro- und Informationstechnik Ansbach eröffnet worden.
Das Zentrum liegt zwar in der Oberhäuserstraße in der Stadt Ansbach, ist aber auch für Auszubildende aus dem ganzen Landkreis Ansbach bestimmt, betonte Innungs-Obermeister Gernot Kaas in seiner Ansprache.
Wetterbedingt hatte Simon Boris Estermann, der Bundesvorsitzende des Fachverbands Energie- und Gebäudetechnik Deutschland, seinen angekündigten Besuch abgesagt.
So ergriff als erster Grußredner Landrat Dr. Jürgen Ludwig das Wort vor den zahlreich erschienenen Gästen. Er rief zur Zuversicht auf und dazu, den Blick in die Zukunft zu richten. „Wer investiert, glaubt an die Zukunft”, sagte der Landrat. Auch vonseiten der Banken sei ihm bestätigt worden, dass es in der Region „ganz gut aussieht” bei den Investitionen der Betriebe.
Fachbetriebe der Elektroninnung seien bei der Umsetzung solcher Investitionen fast immer nötig. Als Beispiele nannte er energetische Optimierungen von Gebäuden, Photovoltaikanlagen oder auch die neue Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in Brodswinden, die eigentlich ein „Supercomputer” sei. Die Hauptfrage sei aber: „Wer soll die Arbeit machen?” Deshalb sei es zentral, junge Menschen für das „Zukunftsfeld Elektrotechnik” anzuwerben.
Der Ansbacher Oberbürgermeister Thomas Deffner lobte, dass die Innung das Projekt selbst angepackt hat. Das neue Aus- und Fortbildungszentrum sei ein Signal für den Wirtschafts- und Bildungsstandort Ansbach. Das Handwerk sei wichtig zur Sicherung des Wohlstands. „Es ist ein toller Beruf, den man hier ergreifen kann”, erklärte er. Die wichtige Rolle der Branche habe sich beim kürzlichen Stromausfall in Berlin gezeigt. Ähnliches könne auch hier passieren, weshalb Deffner mahnte, alle sollten sich auf einen längeren Stromausfall vorbereiten.
Im Namen der Handwerkskammer für Mittelfranken gratulierte deren Präsident Thomas Pirner. Nach seinen Worten bilden die Räume die richtigen Rahmenbedingungen für die Ausbildung. Trotz Künstlicher Intelligenz werde die Ausbildung im Handwerk als Basis weiterhin gebraucht. Hier werde das Wissen an die nächste Generation weitergegeben. Dieses Wissen müsse aber auch permanent auf den neuesten Stand gebracht werden. Auch er appellierte, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen, das große Chancen biete.
„Ohne gut ausgebildete Fachkräfte geht gar nichts”, ergänzte Kreishandwerksmeister Werner Kamm. Das neue Zentrum nannte er einen „Meilenstein für unsere Region”. Es helfe dabei, den Überblick in einer zunehmend digitalisierten Welt zu behalten und Technik nicht nur zu kennen, sondern auch zu beherrschen. Die Einrichtung zeige zudem, wie viel Verantwortung die Elektroinnung übernehme. In den Räumen würden „Wissen vermittelt, Zusammenarbeit gestärkt und Perspektiven eröffnet”.
Innungs-Obermeister Kaas erinnerte an die Erfahrungen der Corona-Zeit. Diese hätten gezeigt, dass „direkter Kontakt der Schlüssel zum Erfolg ist“. Er berichtete, dass nach einer Besichtigung im Januar 2025 eine „Blitz-Entscheidung” für die nun eröffneten Räume getroffen worden sei. Dann allerdings war eine Reihe von bürokratischen Hindernissen zu überwinden. Die Innung habe das Projekt „ohne jegliche finanzielle Hilfe in Eigenleistung gestemmt”, betonte er. Nun gebe es helle und modernen Anforderungen entsprechende Räume für die 120 Auszubildenden.