Wann kommt die Ampel in Elpersdorf? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.02.2024 07:30

Wann kommt die Ampel in Elpersdorf?

In der Herrieder Straße kracht es häufig: Vor allem das Einbiegen und das Ausfahren an der Kreuzung in Elpersdorf soll künftig sicherer werden – dank einer Ampel, die alle vier Kreuzungsarme regelt. (Foto: Sabrina Mägerlein)
In der Herrieder Straße kracht es häufig: Vor allem das Einbiegen und das Ausfahren an der Kreuzung in Elpersdorf soll künftig sicherer werden – dank einer Ampel, die alle vier Kreuzungsarme regelt. (Foto: Sabrina Mägerlein)
In der Herrieder Straße kracht es häufig: Vor allem das Einbiegen und das Ausfahren an der Kreuzung in Elpersdorf soll künftig sicherer werden – dank einer Ampel, die alle vier Kreuzungsarme regelt. (Foto: Sabrina Mägerlein)

Neun Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem der Stadtrat sich für einen Kreisverkehr an der Staatsstraße 1066 in Elpersdorf aussprach. Passiert ist aber noch nichts, obwohl die Stelle längst als Unfallschwerpunkt ausgemacht ist. Nun scheint Bewegung in den lange Zeit festgefahrenen Fall zu kommen.

Begonnen hatte es einst mit einer Bürgerinitiative, die sich stark machte für die Verkehrsentlastung des westlichen Stadtteils. Seitdem wurde viel überlegt, diskutiert, Ideen entwickelt und wieder verworfen. Zuletzt war das Thema sogar Chefsache im Ansbacher Stadthaus, doch auch Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) drang mit seinen Vorstellungen dazu nicht durch bei der Staatsregierung.

Rechnungshof ließ Plan ins Leere laufen

In einem Gespräch mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) wollte das Ansbacher Stadtoberhaupt die Möglichkeit klären, ob der Freistaat mittels „einer erhöhten Beteiligung“ an den Kosten eines Kreisverkehrs partizipiert.

Im Juli 2021 hatte sich der Stadtrat für den Bau so eines Kreisels ausgesprochen. Damals war von Baukosten in Höhe von 2,59 Millionen Euro die Rede. Der Freistaat sollte 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten über über ein Sonderbaulastprogramm nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz übernehmen.

Doch da grätschte der Oberste Rechnungshof dazwischen, weil dem Gremium – vereinfacht ausgedrückt – Kreisel in Relation zu Ampeln als deutlich zu teuer erscheinen. Eine entsprechend hohe Kostenbeteiligung des Freistaats war „bislang nicht möglich“, hieß es dazu. Ob sich an dieser Einschätzung etwas ändert, ist mit einem Blick auf die allgemeine Haushaltslage in Bund und Ländern fraglich.

Da aber das für die Staatsstraße zuständige Staatliche Bauamt Ansbach nach Auswertung von Unfallstatistiken inzwischen festgestellt hatte, dass es an der dortigen Kreuzung vermehrt zu Zusammenstößen kommt, galt es für alle Beteiligten, „eine schnelle Lösung“ zu finden, wie Bauoberrat Marius Bierlein nun auf Anfrage der FLZ bestätigte.

Diese „schnelle Lösung“ wird ein Provisorium – in Form einer zeitweiligen Ampelanlage. „Wir haben die glückliche Situation, dass die Eingriffe im Umfeld gering ausfallen werden und keinen großen Rattenschwanz nach sich ziehen“, gab Bierlein Auskunft über den Stand der Planungen. Die Bauvorbereitungen laufen bereits laut dem dafür zuständigen Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt.

Positiv auf die Geschwindigkeit der Umsetzung soll sich dem Bauamt gemäß die Tatsache auswirken, dass der für eine Ampelanlage nötige Strom wegen der benachbarten Wohnbebauung bereits im Untergrund liegt. Über Verteilerkästen können die verschiedenen Ampeln an der vielbefahrenen Kreuzung angeschlossen werden.

„Die Beteiligten waren sich einig, dass eine zügige Umsetzung der provisorischen Lichtsignalanlage den Belangen der Verkehrssicherheit aufgrund der Unfallhäufungsstelle notwendig wird“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, die nun aber auch schon zwei Monate alt ist.

An der schwierigen Verkehrssituation hat sich derweil nichts geändert. Besonders an der Einmündung der Herrieder Straße und deren Ausfahrt auf die ehemalige Bundesstraße 14 in Richtung Aurach und Ansbach kracht es häufig, berichtet das Staatliche Bauamt.

Stadt wünscht sich „effektive Steuerung“

Nach einer Vereinbarung mit der Stadt wird das Staatliche Bauamt die Ampelanlage umsetzen. Sie soll auch auf dringlichen Wunsch der Kommune „verkehrsabhängig“ gesteuert werden. Sprich: Es gilt „über eine effektive Steuerung der Lichtsignalanlage“, Rückstaus unbedingt zu vermeiden. Das müsse laut Stadt einwandfrei funktionieren, um insbesondere das Verkehrsaufkommen aus Elpersdorf und den dahinter liegenden Gemeinden in Spitzenzeiten zügig abzuleiten.

Obwohl die Planung noch nicht im Detail ausgearbeitet ist, hat das Staatliche Bauamt konkrete Vorstellungen. Demnach werden an allen vier Ästen des Knotenpunkts, also auch in Richtung Geisengrund, Ampeln installiert. Zudem müssen Fahrbahnmarkierungen „geringfügig geändert“ werden, wie Bauoberrat Marius Bierlein ausführt.

Und wann soll die Ampel an der Kreuzung dann stehen? „Das wird im Laufe dieses Jahres umgesetzt“, verspricht der Bauoberrat. Derweil versichert die Stadt, nicht von ihrem Ziel abzurücken, den Kreisverkehr bauen zu wollen. Trotz Rekordverschuldung. „Wir gehen davon aus, dass die temporäre Lichtsignalanlage länger erprobt werden muss“, meint die Stadt jedoch vielsagend.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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