Sandro Wagner hat ein durchwachsenes Heim-Debüt als Trainer von Hannover 96 gegeben. Eine Woche nach dem 0:3 bei seiner Pflichtspielpremiere in Magdeburg kamen die Niedersachsen in der 2. Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli hinaus.
Vor 48.700 Zuschauern im ausverkauften Stadion traf der starke Husseyn Chakroun (48. Minute) für die Gastgeber zum 1:1. Abdoulie Ceesay (45.+1) hatte St. Pauli zunächst in Führung gebracht. Mit nun acht Punkten liegt Hannover vorerst auf Tabellenplatz zwölf. Der Bundesliga-Absteiger aus Hamburg ist mit elf Zählern Siebter.
Das Abendspiel zwischen den beiden Traditionsclubs entwickelte sich schnell zu jenem „heißen Kampf“, den St. Paulis Trainer Marcel Rapp prognostiziert hatte. Keine zehn Minuten waren gespielt, als Wagner und die 96-Fans erstmals jubelten. Doch das vermeintliche 1:0 durch Husseyn Chakroun (9.) wurde nach VAR-Entscheid wegen Abseits nicht anerkannt.
Wagner dirigierte, applaudierte und gestikulierte in seiner Coaching-Zone. Mal wedelte er wild mit beiden Armen in der Luft, nur selten stand er mit verschränkten Armen vor der Brust still. Als Virgil Ghitas Kopfball an der Latte landete (29.), wollte der frühere Co-Trainer von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft schon wieder zum Torjubel ansetzen.
Weil aber auf der Gegenseite Ceesay in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aus kurzer Distanz einköpfte, ging es für Wagner und 96 erneut mit einem Rückstand in die Pause.
Eine Woche vor dem brisanten Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig schien Wagner in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Vehement angetrieben von den eigenen Anhängern, die vereinzelt auch Pyrotechnik zündeten, starteten die Gastgeber offensivfreudig in die zweiten 45 Minuten - und wurden prompt mit dem Ausgleich belohnt. Wieder überprüfte der Video-Schiedsrichter eine mögliche Abseitsposition, diesmal aber gab es nichts zu beanstanden.
Die besseren Chancen hatten anschließend die Gäste: Arkadiusz Pyrka scheiterte an 96-Torwart Leo Weinkauf (65.), Torschütze Ceesay traf diesmal nur den Pfosten (73.). Beide Teams wollten mehr als den einen Punkt, am Ende mussten sich beide mit dem Remis zufriedengeben.
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