15 Minuten je Spieler mit zehn Sekunden Zeitaufschlag je Zug. Die kurze Bedenkzeit sorgte für Spannung und Dynamik bei den Deutschen Schnellschach-Meisterschaften im Schrannensaal in Dinkelsbühl.
Für zahlreiche Schachfreunde war das Turnier ein Highlight der besonderen Art.
340 Schachspieler aus ganz Deutschland trafen in drei Turnieren (DM Frauen und Männer, Amateurmeisterschaft, jeweils neun Runden Schweizer System) aufeinander und spielten dabei insgesamt über 1500 Partien.
In Abwesenheit der beiden Nationalmannschaften, die zeitgleich in Montenegro bei der Team-Weltmeisterschaft gefordert waren, fand sich die deutsche Elite im Schnellschach in Dinkelsbühl ein, die zum zweiten Mal mit gleichzeitiger Meisterschaft für Amateure statt fand. Franz Ramisch, Vorsitzender des Gastgebers SK Dinkelsbühl, durfte auch Ingrid Lauterbach, die Vorsitzende des Deutschen Schachbundes begrüßen, die in der sechsköpfigen Turnierleitung mitwirkte.
Mit zwölf Spielern stellte der SC Ansbach das größte Kontingent im Teilnehmerfeld.
Der Turnierfavorit GM Daniel Fridmann startete von Platz eins der Setzliste erwartungsgemäß mit zwei Siegen. In der dritten Runde stand er gegen den starken Jugendspieler FM Tobias Kolb, der in der zweiten Runde bereits den Mitfavoriten IM Max Berchtenbreiter bezwingen konnte, bereits auf Verlust und konnte den halben Punkt durch sein Können im Endspiel retten.
Die Nummer zwei der Setzliste, GM Leon Mons, gewann nach einem Remis zum Auftakt die beiden nächsten Partien und setzte sich an die Spitze. Die Runden vier und fünf brachten für die beiden Großmeister als Turnierfavoriten zwei Punkte und so beendeten sie Tag eins auf den Spitzenplätzen. Der Dinkelsbühler Tobias Klingler konnte in der ersten Runde gleich ein Remis erzielen. Nach vier Niederlagen fiel er bis auf den letzten Platz zurück. Mit einem Sieg in Runde fünf konnte sein Vereinskollege Rüdiger Nickel den ersten Punkt für den Ausrichter erzielen. Nickel nahm kurzfristig den zweiten Freiplatz des Veranstalters ein, nachdem der ursprünglich gemeldete Markus Albert vom SC Ansbach bei den Amateuren spielte.
Der zweite Tag startete mit der sechsten Runde und dem direkten Vergleich der beiden führenden Top-Favoriten. Der für Erlangen spielende Mons besiegte den Titelverteidiger mit den schwarzen Steinen und hielt den Vorsprung dann bis zum Schluss. In der letzten Runde legte er mit einem Remis vor. Fridmann versuchte gleichzuziehen und musste sich geschlagen geben, was am Ende den sechsten Platz bedeutete.
Rüdiger Nickel und Tobias Klingler vom Ausrichter kamen auf zwei bzw. 1,5 Punkte. Für beide war der ein oder andere Punkt mehr drin.
Bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen musste sich die Favoritin WGM Fiona Sieber in der dritten Runde der WIM Kateryna Dolzhykova geschlagen geben, die somit auch die Führung übernahm. Im Verfolgerfeld mit einem halben Punkt Rückstand lagen unter anderem Titelverteidigerin FM Lara Schulze und die deutsche U18-Meisterin Jana Bardorz. Die letztjährige Vizemeistern Marharyta Khrapko konnte sich nach der überraschenden Auftaktniederlage mit zwei Siegen etwas heran spielen.
Am Ende des ersten Tages führten die drei Favoritinnen das Feld an. Amalia Stark (SC Ansbach), die den Ausrichter-Freiplatz erhalten hatte, schloss den ersten Tag mit zwei Punkten ab.
Der zweite Tag war geprägt vom Fernduell zwischen der FIDE-Meisterin Schulze und der Deutschen Meisterin der klassischen Disziplin, Dolzhykova. Die Titelverteidigerin konnte sich erst in der letzten Runde absetzen und schaffte nach den Siegen 2021 und 2022 den Hattrick.
Amalia Stark erspielte am zweiten Tag nochmals zwei Punkte und schloss das Turnier auf Platz 21 respektabel ab.
Die Meisterschaften der Amateure wurden in sieben Wertungsgruppen mit 283 Spielern und Spielerinnen ausgetragen. In der Gruppe A startete der Ansbacher Spitzenspieler Albert von Platz 15 aus und spielte sich mit drei Siegen (darunter gegen GM Thomas Pähtz) mit an die Spitze. Mit nur einem Remis aus den beiden folgenden Runden führte der Jugendspieler auf Platz drei nach dem ersten Tag die Verfolgergruppe an.
Im Kampf um die Meisterschaft hatte sich FIDE-Meister Karsten Schulz mit einem Punkt Vorsprung bereits etwas abgesetzt. Nach einem weiteren Sieg lag Albert alleine auf dem zweiten Platz, fiel aber durch zwei Niederlagen in den Schlussrunden noch aus den Podestplätzen und musste sich mit Platz fünf zufrieden geben.
In der Gruppe B spielten sich nach drei Runden der frühere Deutsche Amateurmeister Nikolai Hauf, Michael Alf (beide SC Leutershausen) und die beiden Ansbacher Gerd Fischer und Helmut Hauschild mit zwei Punkten aus drei Partien ins Verfolgerfeld.
Nach dem ersten Tag lag Hauf mit 3,5 Punkten im vorderen Mittelfeld, gefolgt unter anderem von Michael Alf und Alexander Stuhl (SC Ansbach, jeweils drei Punkte). In der sechsten Runde konnte lediglich Alf gewinnen und sich seine Chancen auf ein Ergebnis unter den Top Ten erhalten. Je zwei Siege und zwei Unentschieden bedeuteten sechs Punkte und einen starken achten Platz. Auf einem guten 16. Platz unter den 62 Spielern beendete Hauschild das Turnier.
In Gruppe C erwischte Jugendspieler Raphael Stark (SC Ansbach) mit 2,5 Punkten und Platz neun unter den 54 Teilnehmern einen guten Start. Mit je zwei Punkten hatte Marco Köhl (SW Rothenburg) ebenso einen guten Start. Letzterer machte mit zwei weiteren Siegen auf sich aufmerksam und lag nach dem ersten Tag mit vier Punkten auf Platz sechs. Mit drei Punkten lagen Norbert Müller (SC Bad Windsheim) und der 13-jährige Benedikt Heller (SC Bechhofen) im Mittelfeld.
In Runde sechs musste sich Marko Köhl am Spitzenbrett geschlagen geben. Sowohl Benedikt Heller als auch Norbert Müller konnten sich mit Siegen an die Spitze heranspielen. Köhl konnte am zweiten Tag lediglich noch einen halben Punkt erzielen. Dafür arbeitete sich Rene Rieber (SC Ansbach) mit 3:1 Punkten aus den letzten Runden noch auf Platz 14 nach vorne. Heller vergab eine Platzierung unter den Top Ten durch Zeitüberschreitung in klar besserer Stellung in der letzten Runde. In der Gruppe D stand Dominik Pelzer (SC Ansbach) mit zwei Punkten in den ersten Runden im Verfolgerfeld, das er nach zwei Niederlagen nach dem ersten Tag wieder verlassen musste. Auch am zweiten Tag hatte er einen schweren Stand.
Einen furiosen Start hatte der Ansbacher Jugendspieler Leon Seiler mit drei Punkten aus drei Partien in der Gruppe E. Nach einer Niederlage kämpfte er sich wieder zurück und beendet den ersten Tag auf dem starken dritten Platz. Marius Dennerlein (SC Wassertrüdingen) musste sich in der dritten Runde erstmals geschlagen geben und lag dennoch aussichtsreich im Rennen. Nach weiteren 1,5 Punkten war er noch in Schlagweite zu den Pokalrängen. Der zweite Tag begann mit einem Remis der beiden Spieler aus dem Kreis. Seiler beendete das Turnier mit drei Niederlagen. Dennerlein gewann zwei weitere Partien und schloss auf Rang acht ab.
In der sechsten Gruppe startete der Vorsitzende des SC Ansbach, Günther Groß-Winter, mit zwei Niederlagen und konnte danach noch viereinhalb Punkte erspielen.
In der siebten Gruppe lag Luis Edelmayer (SC Ansbach) nach drei Runden mit einem halben Punkt Rückstand auf das Spitzentrio in Schlagweite und beendete nach zwei weiteren Siegen den ersten Tag auf dem ersten Platz.
Ebenfalls gut starteten Lukas Sven Weiermann (SK Dinkelsbühl) und der U12-Kreisjugendmeister Elias Wißmüller (SC Bechhofen) und beendeten Tag eins im vorderen Mittelfeld. Der zweite Tag begann mit einer Niederlage für Edelmayer. Sowohl Weiermann als auch Wißmüller gewannen ihre Partien und lagen nach sechs Runden unter den Top Ten. Am Ende durfte sich Edelmayer über 6,5 Punkte und dem dritten Platz freuen. Auf den guten vierten Platz spielte sich Weiermann mit der gleichen Punktzahl. Wißmüller beendete das Turnier mit zwei hart umkämpften Unentschieden und fünf Punkten auf dem 13. Platz unter 37 Teilnehmern.
Deutsche Schnellschach-Meisterschaft, Frauen: 1. FM Lara Schulze (Werder Bremen, 8,0 Punkte), 2. WIM Kateryna Dolzhykova (SV Oberursel, 7,5), 3. WGM Fiona Sieber (SV Hockenheim, 6,5), 4. WFM Svenja Butenandt (Bayern München, 6,0), 5. Marharyta Khrapko (Münchener SC, 5,5/Buch 49,0), 6. WCM Margarita Novikova (SF Bad Mergentheim, 5,5/47,5), 7. Marine Zschischang (SK Lehrte, 5,5/40,0), 8. Simona Gheng (SF Deizisau 5,0/48,5), 9. Alina Rath (SK König Tegel, 5,0/48,0), 10. WIM Evelyn Wagenschütz (Weißblau Allianz Leipzig, 5,0/43,5), ... 21. Amalia Stark (SC Ansbach, 4,0).
Herren: 1. GM Leon Mons (SC Erlangen, 6,5/48,5), 2. IM Julius Muckle (SV Walldorf, 6,5/44,0), 3. IM Yevhenii Yelisieiev (Noris-Tarrasch Nürnberg, 6,5/43,5), 4. IM Patrick Zelbel (SV Mülheim-Nord, 6,0/46,5), 5. FM Thilo Ehmann (SG Rochade Kuppenheim, 6,0/43,5), 6. GM Daniel Fridman (SV Mülheim-Nord, 5,5/48,5), 7. FM Max Hess (SC Garching, 5,5/45,5), 8. IM Karl-Jasmin Muranyi (SV Worms, 5,5/40,0), 9. FM Samuel Weber (SV Oberursel, 5,5/40,0), 10. FM Robert Stein (SG Löberitz, 5,0), ... 29. Rüdiger Nickel (SK Dinkelsbühl, 2,0), 30. Tobias Klingler (SK Dinkelsbühl, 1,5).
Schnellschach-Amateurmeisterschaft, Gruppe A: 1. FM Karsten Schulz (SF Schwerin, 7,0), 2. IM Mark Heidenfeld (SV Jedesheim, 6,0/48,5), 3. Timur Kocharin (TSV Schönaich, 6,0/47,5), 4. Bayastan Sydykov (SK Gießen, 6,0/45,5), 5. Markus Albert (SC Ansbach, 5,5/48,5), 6. FM Patrick Burkart (SV Hofheim, 5,5/45,0), 7. Frank Schwarz (Preetzer TSV, 5,5/43,5), 8. IM Uwe Kersten (Sfr. Bad Emstal/Wolfhagen, 5,5/41,0), 9. FM Gerald Löw (TSV Bindlach Aktionär, 5,5/39,0), 10. FM Vitaliy Promyshlyanskiy (Noris-Tarrasch Nürnberg, 5,0).
Gruppe B: 1. Stefan Sattler (SK Herzogenaurach, 7,5), 2. Heinrich Gutheil (Turm Drolshagen, 7,0), 3. Valerian Giraud (Hamburger SK, 6,5/49,0), 4. Tugrul Turel (Schachfreunde München, 6,5/46,0), 5. Dennis Adelhütte (Jäklechemie Talente Franken, 6,5/44,0), 6. Fabian Meulner (Jäklechemie Talente Franken, 6,5/40,0), 7. Peter Schmid (SC Kempten, 6,0/44,5), 8. Michael Alf (SK Leutershausen, 6,0/40,5), 9. Niklas Heinisch (SF Dachau, 6,0/37,5), 10. Holger Burkhardt (SK Gießen, 5,5/50,5), ... 16. Helmut Hauschild (SC Ansbach, 5,5/37,0), 28. Alexander Stuhl (SC Ansbach, 4,5/45,5), 30. Nicolai Hauf (SK Leutershausen, 4,5/44,0), 41. Dr. Alexander Pikal (SC Ansbach, 4,0), 50. Gerd Fischer (SC Ansbach, 3,5).
Gruppe C: 1. Yunong Elias Lu (Hamburger SK, 7,5), 2. Stephan Ziska (SF Bürstadt, 7,0/54,0), 3. Josef Steinmacher (SV Würzburg, 7,0/48,5), 4. Nicolas Messerschmidt (SC Künzelsau, 7,0/47,5), 5. Sebastian Mösl (SK Neumarkt, 6,5/47,0), 6. Soroush Wadiei (SV Nürtingen, 6,5/46,5), 7. Dr. Jörg Straschewski (TSV Cadolzburg, 6,0/48,5), 8. Tim Kurz (SF Spraitbach, 6,0/48,0), 9. Ulrich Kapfer (SC Dillingen, 6,0/42,0), 10. Anton Belin (Erfurter Schachklub, 5,5/45,0), ... 14. René Rieber (SC Ansbach, 5,5/38,0), 22. Benedikt Heller (SC Bechhofen, 5,0/36,0), 23. Marko Köhl (SK Rothenburg, 4,5/49,0), 27. Raphael Stark (SC Ansbach, 4,5/42,5), 28. Andreas Vaas (SK Dinkelsbühl, 4,5/42,0), 32. Norbert Müller (SC Bad Windsheim, 4,0/44,5), 36. Bernhard Auth (SC Bad Windsheim, 4,0/35,0), 37. Andreas Sandner (SC Bechhofen, 4,0/34,5), 45. Helmut Utz (SC Wassertrüdingen, 3,5), 47. Karlheinz Kotitschke (SK Rothenburg, 3,0), 52. Walter Winkler (SV Neustadt/Aisch, 2,5).
Gruppe D: 1. Alexander Grillmaier (Schachklub München Südost, 7,5), 2. Jens Reckner (Schachfreunde Hettstedt, 7,0), 3. Maximilian Houben (Schachverein Turm Bergheim, 6,5/51,0), 4. Günter Weber (SC Flörsheim, 6,5/41,5), 5. Jonah Cwiklik (SC Postbauer-Heng, 6,0), ... 31. Dominik Pelzer (SC Ansbach, 3,5).
Gruppe E: 1. Martin Dieter Wagner (ohne Verein, 7,5), 2. Ralph Bogacz (Schachclub Senioren Cottbus, 7,0/50,5), 3. Josep Santandreu Tost (o.V., 7,0/49,5), 4. Vitaliy Sviridov (SG Königslutter, 7,0/49,0), 5. Emil Neumüller (SV Aalen-Ellwangen, 6,0/49,5), ... 8. Marius Dennerlein (SC Wassertrüdingen, 6,0/44,0), 16. Christian Ries (SK Dinkelsbühl, 5,0/41,0), 19. Leon Seiler (SC Ansbach, 4,5).
Gruppe F: 1. Tamiru Bartholomees (Post-SG Schwäbisch Hall, 8,5), 2. Arian Alloussi (SC Kreuzberg, 6,0/49,0), 3. Moritz Franke (Erfurter Schachklub, 6,0/46,0), 4. Franz-Simon Malur (SC Zugzwang, 5,5/49,0), 5. Robert Hartmann (Jäklechemie Talente Franken, 5,5/49,0), ... 13. Günter Groß-Winter (SC Ansbach, 4,5).
Gruppe G: 1. Norbert Pösch (SC Remagen-Sinzig, 8,0), 2. Rajagopalan Srinivasan (o.V., 7,0), 3. Luis Edelmayer (SC Ansbach, 6,5/51,5), 4. Lukas Sven Weiermann (SK Dinkelsbühl, 6,5/46,5), 5. Thomas Yang de Pfeiffer (Schachklub Altona, 6,0), ... 10. Torsten Lindemann (SV Neustadt/Aisch, 5,0/46,5), 13. Elias Wißmüller (SC Bechhofen, 5,0/44,0).