Verwirrung um Ausbau der A8 im Osten | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 10.08.2026 14:17

Verwirrung um Ausbau der A8 im Osten

Gebaut werden muss an der A8 zwischen Chiemsee und Salzburg - doch wie, darüber gibt es Streit. (Symbolbild) (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)
Gebaut werden muss an der A8 zwischen Chiemsee und Salzburg - doch wie, darüber gibt es Streit. (Symbolbild) (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)
Gebaut werden muss an der A8 zwischen Chiemsee und Salzburg - doch wie, darüber gibt es Streit. (Symbolbild) (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Wird die Autobahn 8 zwischen Chiemsee und Salzburg sechsspurig oder bleibt sie vierspurig und bekommt nur einen Standstreifen? Um die Pläne ist neuer Streit entbrannt, denn während die Autobahn GmbH des Bundes einen Bericht über die Reduzierung der bisherigen Planung bestätigt, widerspricht der bayerische Verkehrsminister vehement und auch der Bundesverkehrsminister sagt: „Wir stehen zum sechsstreifigen Ausbau.“ Zuvor hatte der „Münchner Merkur“ von Ippen Media über die Reduzierungspläne der Autobahn GmbH berichtet.

Der Abschnitt, um den es geht, reicht von Grabenstätt südöstlich des Chiemsees bis Salzburg und ist derzeit vierspurig - hat also zwei Fahrstreifen je Richtung. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Ausbau auf sechs Spuren vorgesehen. Bis Traunstein in der höchsten Priorität, von dort bis Salzburg in der zweithöchsten.

Die Brücken sind alt

Dem Sprecher der Autobahn-GmbH zufolge soll dort von der bisherigen Planung abgewichen werden. Neues Ziel seien vier Spuren plus befahrbarer Seitenstreifen. Als Grund nennt er unter anderem, dass die Brücken dort dringend erneuert werden müssen. Wenn man die Erneuerung der Autobahn in der Form eines Ausbaus auf vier Spuren plus Standstreifen umsetze, könne man die Trasse beibehalten und die neuen Brücken direkt an die richtigen Stellen bauen. Baue man dagegen auf sechs Spuren plus Standstreifen aus, verschiebe sich die Trasse und man müsse bei den Brücken mit Provisorien arbeiten. 

Allerdings kommt aus dem bayerischen Verkehrsministerium heftiger Widerspruch: „Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A8 muss kommen und wird mit ganzer Kraft vorangetrieben“, sagt der Verkehrsminister des Freistaats, Christian Bernreiter (CSU). „Der Bundesverkehrswegeplan ist Gesetz. Als Staatsregierung machen wir deswegen maximal Druck. Jede Chance, schneller voranzukommen, muss konsequent genutzt werden.“

Auch der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger habe ihm Unterstützung zugesagt, betont Bernreiter. 

Bilger: Stehen zum sechsstreifigen Ausbau

Bilger sagte auf Nachfrage in Kiel: „Wir stehen zum sechsstreifigen Ausbau der A8 in diesem Bereich.“ Grundsätzlich gelte: „Auftrag aus dem Bundesverkehrswegeplan ist umzusetzen.“ Es gebe keine Absage an den Ausbau, sondern es gehe um einzelne Schritte der Umsetzung.

Bernreiter hofft für den Ausbau auch auf das neue Infrastrukturzukunftsgesetz. Dieses stelle Autobahnprojekte ins überragende öffentliche Interesse. „Damit haben wir ganz neue Möglichkeiten.“

© dpa-infocom, dpa:260810-930-509247/1


Von dpa
north