Verein MundArt bringt fränkische Lieder und Geschichten heraus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.03.2024 13:35

Verein MundArt bringt fränkische Lieder und Geschichten heraus

Der Lichtenauer Pfarrer Claus Ebeling präsentiert das neue Buch in Mundart. (Foto: Andrea Walke)
Der Lichtenauer Pfarrer Claus Ebeling präsentiert das neue Buch in Mundart. (Foto: Andrea Walke)
Der Lichtenauer Pfarrer Claus Ebeling präsentiert das neue Buch in Mundart. (Foto: Andrea Walke)

Das größte fränkische Lob ist „Bassd scho“? Nein, da geht noch mehr, meint Claus Ebeling, Lichtenauer Pfarrer und Vorsitzender des Vereins MundArt in der Kirche. Wer wirklich beeindruckt ist, sagt: „Des häddi fei ned denkd!“ Und so lautet auch der Titel des neuesten vereinseigenen Werkes mit fränkischen Geschichten, Gedichten und Liedern.

Die Idee zum Buch sei vergangenes Jahr beim „Tag der Franken“ mit fränkischer Musik und Geschichten in Lichtenau entstanden, erzählt Ebeling. „Viele Leute haben nach den Texten gefragt.“ Also beschloss er, sie zu sammeln.

In den mal heiteren, mal besinnlichen Geschichten und Gedichten geht es um das, was den Franken im Alltag bewegt. Abgerundet wird die Sammlung durch traditionelle Volkslieder.

Was die Menschen im Alltag bewegt

Getextet haben Gertraud Drechsler, Claus Ebeling, Christa Haager, Günter Hessenauer, Reinhard Kern, Hans Gerhard Koch, Fritz Rückert und Matthias Stieglitz. Die Lieder hat Katrin Daubinger bearbeitet. Viele der Autoren stehen selten in der Öffentlichkeit und verdienen es, einmal gewürdigt zu werden, findet Ebeling. „Eines der Anliegen des Vereins ist, dass wir die Plattform bieten, etwas zu veröffentlichen.“

Betreffs der Musikstücke wurden nur solche aufgenommen, bei denen keine Probleme wegen des Urheberrechtes drohen, versichert der Vorsitzende. „Wir hätten gern eine CD mit den Texten und Liedern veröffentlicht.“ Doch vor nicht allzu langer Zeit hatte Claus Ebeling mit der Veröffentlichung einer CD mit Weihnachtsliedern aus dem fränkischen Psalter schlechte Erfahrungen mit der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) gemacht.

„Auf der CD hatten wir 32 Titel, davon sind fünf GEMA-pflichtig.“ Die Gesellschaft rechne aber standardisiert mit 20 Titeln auf einer CD – somit war aus ihrer Sicht ein Viertel der Songs betroffen. In der Praxis bedeutete das eine Nachzahlung von über 700 Euro. Für Ebeling ist das Abzocke. Bei dem aktuellen Projekt ist er deshalb vorsichtig: „Das Problem ist, die GEMA sagt mir nicht vorher, was alles GEMA-pflichtig ist.“

Gut voran geht es mit der Bibel-Übersetzung

Voran geht es aber mit einem anderen bedeutenden Projekt: der Übersetzung der Bibel ins Fränkische. „Sie wird wirklich schön“, verspricht der Pfarrer stolz. Nach über vier Jahren Arbeit ist der erste Teil des Werkes – das neue Testament – fast vollendet. Über 120 Übersetzer, Fotografen und Künstler haben sich beteiligt. Im Herbst soll das rund 590 Seiten starke Buch, das mit biblischen Kunstwerken aus Franken illustriert ist, der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Davor steht noch eine andere große Veranstaltung an: Der Verein ist beim Fränkischen MundArt-Festival „Edzerdla“ am 8. und 9. Juni in Burgbernheim mit einem Infostand vertreten und organisiert dort auch einen Gottesdienst.

Ini einem Mundart-Gottesdienst in der Lichtenauer Dreieinigkeitskirche am Palmsonntag, 24. März, um 9.30 Uhr wird das Buch „Des häddi fei ned denkd!“ vorgestellt. Erhältlich ist es in Ansbacher Buchhandlungen oder direkt bei Pfarrer Ebeling. Anfragen unter Telefon 09827/247 oder per E-Mail an claus.ebeling@elkb.de.

Zur Info

Der Verein MundArt in der Kirche mit Sitz in Lichtenau wurde im Oktober 2022 offiziell gegründet. Er ging aus dem gleichnamigen Arbeitskreis hervor. Die inzwischen knapp 30 Mitglieder organisieren unter anderem Gottesdienste sowie Gemeindeveranstaltungen im Dialekt. Außerdem haben sie sich das Übersetzen und Sammeln biblischer Texte, Liturgien und Lieder in Mundart zur Aufgabe gemacht. Das bisher größte Projekt ist die Übersetzung der Bibel ins Fränkische.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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