Übung für den Katastrophenschutz spielt großen Stromausfall durch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.11.2023 07:00

Übung für den Katastrophenschutz spielt großen Stromausfall durch

Lagebesprechung bei der Örtlichen Einsatzleitung, um die weiteren Maßnahmen einer fiktiven Großschadenslage abzustimmen. (Foto: Rainer Weiskirchen)
Lagebesprechung bei der Örtlichen Einsatzleitung, um die weiteren Maßnahmen einer fiktiven Großschadenslage abzustimmen. (Foto: Rainer Weiskirchen)
Lagebesprechung bei der Örtlichen Einsatzleitung, um die weiteren Maßnahmen einer fiktiven Großschadenslage abzustimmen. (Foto: Rainer Weiskirchen)

In einer Übung arbeiteten alle Einsatz- und Rettungskräfte im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zusammen. Sie steuerten virtuell 500 Personen.

Das war die angenommene Lage: Durch einen Großbrand in einem Hochspannungsverteiler in Diespeck kam es am Samstagmorgen zum Stromausfall in acht Gemeinden des östlichen Landkreises. Im Verlauf der nächsten Stunden waren rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz, um Brände zu löschen und Menschen aus Notlagen zu befreien.

Dieser dramatische Einsatzbericht war lediglich der Beginn eines angenommenen Szenarios für eine Katastrophenschutz-Rahmenübung – allerdings so ganz ohne Blaulicht und Martinshorn. Das virtuelle Schadensereignis, ausgedacht im Landratsamt, sollte die Führungsstrukturen im Katastrophenschutz sowie die Einsatzbereitschaft und das Zusammenwirken der Einsatzkräfte aus verschiedenen Rettungsorganisationen erproben.

Der große Sitzungssaal des Landratsamtes bildete das Herzstück der Übung. In der Behörde simulierten knapp 30 Vertreter von Behörden, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei über Funk oder Telefon die „Außenwelt“ für die Übungsteilnehmer.

Über 100 Einspielungen hatte sich Richard Höfler aus dem Landratsamt mit seinem Vorbereitungsteam ausgedacht, um den Übungsteilnehmern das realistische Bild einer Großschadenslage und deren Auswirkungen in den betroffenen Gebieten im Landkreis zu zeichnen. „Unser vorrangiges Übungsziel war es, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit von Führungsgruppe Katastrophenschutz mit dem Stab des Örtlichen Einsatzleiters, den Einsatzleitern der Fachdienste und den Fachberatern zu üben“, resümierte Höfler. Dabei waren zirka 110 Fachleute und Einsatzkräfte aus dem Landratsamt, von Feuerwehr, BRK und ASB, Polizei, THW, Notfallseelsorge oder Bundeswehr in die Abläufe eingebunden.

Im Katastrophenschutzkeller des Landratsamts, in Klassenzimmern der nahe liegenden Schule, die als Standorte für Einsatzleitungen dienten, oder in Einsatzleitfahrzeugen herrschte für Stunden geschäftige Betriebsamkeit: Die Folgen der Großschadenslage wollten zügig abgearbeitet werden.

Alle Facetten einer Großschadenslage

Glaubten die Übungsteilnehmer noch im Verlauf des Vormittags, die Situation in den Griff zu bekommen, spielte die Übungsregie aus dem Sitzungssaal bereits die nächste Eskalation ein. Als wären ein Großbrand und ein Stromausfall noch nicht genug, galt es, weitere Großeinsätze oder Stromabschaltungen in der Übung zu berücksichtigen. Die Bereitstellung und Versorgung von Einsatzkräften, die Betreuung von Opfern, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und die Möglichkeiten der Funktechnik bei Großschadenslagen oder Stromausfällen wurden getestet. Dabei war es wichtig, alle Facetten in Betracht zu ziehen und abzuarbeiten.

Einige Beobachter aus den verschiedenen Rettungsorganisationen verfolgten das Ganze aufmerksam, um im Ernstfall noch besser agieren zu können. Ziel der Übung war es auch, die Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden einzubeziehen. Diespeck nahm an der Übung teil und richtete sich, wie es der Notfall- und Einsatzplan der Kommune vorsieht, im örtlichen Feuerwehrhaus mit dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse und der gemeindlichen Führungsstelle ein. Vom Landratsamt aus wurden nach Diespeck mehrere Meldungen eingespielt und virtuell abgearbeitet.

Landrat Helmut Weiß dankte den Teilnehmenden und freute sich über den sehr guten Zusammenhalt in der „Blaulicht-Familie“, wenn es darum geht, Großschadenslagen zu bewältigen. Diese Lage war eine fiktive Situation, um für Anforderungen in der Realität gerüstet zu sein.


Von Rainer Weiskirchen
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